Das aktuelle Rathaus in Unterschweinbach.

Egenhofen

Rathaus-Neubau nimmt die nächste Hürde

Die Flächengemeinde Egenhofen ist seit Montagabend ihrem neuen Rathaus einen Schritt näher gekommen. Allerdings erst nach langwieriger Diskussion.

Egenhofen – Der Gemeinderat erteilte Bürgermeister Josef Nefele (BGE) mehrheitlich das Mandat, mit dem Maisacher Architektenbüro Greulich einen Vertrag für die weiteren Planungen abzuschließen sowie ein halbes Dutzend Fachfirmen mit verschiedenen technischen Leistungen zu beauftragen. Allerdings erst nach längerer Diskussion und gegen die Stimmen der CSU-Fraktion sowie der Gemeinderäte Thomas Wieser (WGE) und Martin Obermeier – beide werden als Kandidaten für das Bürgermeisteramt gehandelt, das im kommenden Jahr neu vergeben wird.

Architekt Wilhelm Greulich hat in den vergangenen zwei Jahren mehrere Entwürfe für den neuen Verwaltungssitz ausgearbeitet – im Auftrag der Gemeinde und ihres Rats. Die Umsetzung des Projekts, inklusive Bauleitung, musste die Kommune europaweit ausschreiben; Sie ließ sich dabei vom Münchner Planungsbüro Kellerer & Kellerer unterstützen. Greulich gewann diesen Wettbewerb, weil seine Firma über die nötigen Kapazitäten und Qualifikationen verfüge, wie Köll berichtete. Greulichs Angebot habe sich auch in der „Höhe des Honorars von den übrigen Bewerbern“ abgehoben, so Köll weiter.

Nefele räumte ein, dass bei dem Bau noch einige Fragen offen wären, darunter das Farbkonzept oder der Aufstellungsort der St. Nepomuk-Statue, die jetzt im Sitzungssaal zu sehen ist. Anton Schräfl (WGE), der bei der Angebotsöffnung dabei war, widersprach: „Es geht um deutlich mehr.“ Etwa um die komplette Fassadengestaltung. Obermeier und Gabriele Dietrich (CSU) bemängelten die Innenplanung, zum Beispiel fehlten Wartebereiche im Obergeschoss. Sie forderten, mit der Beauftragung der Fachfirmen zu warten, bis der Architekt dem Gemeinderat neue Pläne vorgelegt habe.

Schräfl regte an, beim Bayerischen Staatsministerium für Digitales nachzufragen, welche EDV-technischen Bedingungen für einen Rathaus-Neubau zu beachten seien. Hans Göttler (WGE) schlug als Kompromiss vor, einen Passus in das Sitzungsprotokoll aufzunehmen, nach dem alle Planungsschritte mit dem Gemeinderat abzustimmen seien – eine Idee, die seine Kolleginnen und Kollegen einhellig begrüßten.

Gegen Wiesers Stimme wurde Nefele ermächtigt, einen Vertrag mit dem Architektenbüro Greulich zu schließen. Der Auftrag an den Kottgeiseringer Landschaftsplaner Kronenbitter zur Gestaltung der Rathaus-Außenflächen fiel einmütig aus.

Die Verträge mit den Fachbüros stießen indes auf die einhellige Ablehnung der CSU-Fraktion – Obermeier schloss sich ihnen bei zwei von fünf Leistungspaketen an. Die Firmen erhalten Vereinbarungen nach der Verordnung über die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen (HOAI), deren Basis in der Regel die Baukosten sind. (kra)

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