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Der Macher und sein Mentor: Ulrich Bergmann (l.) und Conny Höß. 

Fussball

Sein Hauptberuf: Manager im Dorfverein

„Für ein Abenteuer bin ich nicht zu haben.“ Weshalb der neue Job, den Ulrich Bergmann nun angenommen hat, hauptberuflicher Natur ist. Oberweikertshofens Fußballmanager ist jetzt hauptberuflicher Geschäftsführer beim Regionalligisten FC Pipinsried.

Oberweikertshofen Das Gerücht hatte schon geraume Zeit die Runde gemacht: Uli Bergmann sucht eine neue Herausforderung. Nachdem nach über einem halben Jahrhundert die Ära des 77-jährigen Urgesteins Conny Höß als Präsident beim FC Pipinsried zu Ende gegangen ist, wurde der Dorfclub im 560-Seelen-Örtchen umstrukturiert. Noch vor der kommenden Saison soll die erste Mannschaft des Vereins im nördlichen Landkreis Dachau in eine GmbH ausgegliedert werden, Bergmann die kaufmännische Geschäftsführung und der aktuelle Manager Roman Plesche, die sportliche Leitung Geschäftsführung übernehmen.

Bergmann kann sich schon fast gar nicht mehr erinnern, wann seine Verbindung dorthin entstanden ist: „Der Kontakt zu Pipinsried und speziell zu Conny Höß bestand eigentlich schon immer.“ Drei Jahre lang war der bis vor kurzem noch als Geschäftsführer einer Bauspar-Filiale in Fürstenfeldbruck tätige Bergmann sogar Hauptsponsor des Vereins. Im Vorfeld der jetzt getroffenen Entscheidung haben mehr als 20 Treffen in der Münchner Rechtsanwaltskanzlei von Reinhard Höß, dem Sohn des Ex-Präsidenten, stattgefunden. Von dem ging im Sommer 2017 auch die Initiative aus, Bergmann ins Boot zu holen, als Höß senior ankündigte, sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzuziehen.

„Das Ziel für uns heißt, Pipinsried in der Regionalliga zu etablieren“, beschreibt Bergmann die Herausforderung. Dazu soll die erste Mannschaft als GmbH aus ausgegliedert werden, um den Verein nicht zu schädigen. Der Vorteil einer solchen Variante sei, Geschäftsleute und Sponsoren besser zu involvieren. „Unsere erste Aufgabe besteht nun darin, eine größere Summe für die Gründung der GmbH zu rekrutieren“, beschreibt Bergmann seine derzeitige Tätigkeit. Als Minimum müssen dafür 25 000 Euro aufgebracht werden. Die Vorstandschaft werde Anteilseigner mit 50 plus eins, Bergmann mit 49 Prozent (12 250 Euro). „Wir wollen natürlich nicht mit Null in die Saison starten, sondern mit einem Polster, um auch eine gewisse Aufbruchsstimmung zu erzeugen. Bergmann hat sich mit Feuereifer in die neue Aufgabe gestürzt, hetzt von einem Termin zum nächsten, um bei Firmen, Freunden und Bekannten Gelder aufzutreiben. Dem ehrgeizigen Geschäftsführer schwebt ein sechsstelliger Betrag vor.

„Natürlich waren das Präsidium und Freunde in Oberweikertshofen zunächst nicht begeistert, als ich sie über meine Offerte informierte“, gesteht der Funktionär. Aber er habe den Verantwortlichen „in die Hand versprochen“, in Pipinsried kein Ehrenamt anzunehmen. „Der SCO wird und soll nicht darunter leiden“, verspricht Bergmann, der im zehnten Jahr in Oberweikertshofen die sportlichen Fäden zieht. „Ich lasse den Verein nicht im Stich.“ So werde er sich bei der im März oder April geplanten Jahreshauptversammlung auch wieder als Abteilungsleiter zur Wahl stellen.

Zuletzt hat sich beim Landesligisten so einiges getan. Bergmann nennt dabei vor allem den Umbau des Kabinentrakts. „Ohne die Eigenleistung wäre die Baumaßnahme nicht möglich gewesen. Von 200 000 Euro betrug die Eigenleistung der Mitglieder stolze 150 000 Euro“. Der SCO wird heuer auch noch einen Kunstrasenplatz erhalten. Im Rahmen dieser Maßnahme soll auch die Tribüne realisiert werden, deren Baugenehmigung vorliegt. Angedacht ist, die doppelseitige Variante, die Blicke auf Hauptspielfeld und Kunstrasenplatz zuletzt. Auch einen Förderkreis mit Geschäftsleuten hat Bergmann mittlerweile gegründet. Deshalb „werde ich den Teufel tun und den SCO aufgeben.“

Definitiv nicht mehr aufschlagen wird Bergmann das Kapitel mit dem von der Insolvenz bedrohten SCF, bei dem er auch schon mal Präsident war. Auch da brodelte zuletzt die Gerüchteküche, ob sich Bergmann nicht doch wieder engagieren will. Zumal er zuletzt bei Info-Veranstaltung zur Rettung des Vereins in erster Reihe saß. Doch „ich war nur da, weil ich seit 1990 beim SCF Mitglied bin. Ich wünsche dem SCF nur, dass er wieder in geregelte Bahnen zurückfindet.“ (Dieter Metzler)

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