Pfaffenhofens Bürgermeister Helmut Zech zeigt’s: Der Kirchenmalerweg erinnert an Hans Metzger. F.: Wester
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Pfaffenhofens Bürgermeister Helmut Zech zeigt’s: Der Kirchenmalerweg erinnert an Hans Metzger.

Egenburg/Egenhofen

Straßenname erinnert an berühmten Maler

Gleich hinter der Landkreisgrenze, in Egenburg (Gemeinde Pfaffenhofen an der Glonn/Kreis Dachau), gibt es neuerdings den Kirchenmalerweg.

Egenburg/Egenhofen – Der Name, auf den die Stichstraße kürzlich getauft wurde, erinnert an Maler Hans Metzger, der auch in Egenhofen im Kreis Fürstenfeldbruck Spuren hinterlassen hat.

Heimatforscherin Katharina Axtner aus Unterumbach – ebenfalls ein Ortsteil der Gemeinde Pfaffenhofen – hatte den Anstoß zur Straßenbenennung gegeben. Sie hatte einen Antrag gestellt, dem der Gemeinderat zustimmte. Nun wurde das Schild montiert. Die Stichstraße nahe des alten Pfarrhofs, in dem derzeit Asylbewerber untergebracht sind, heißt jetzt offiziell „Kirchenmalerweg“. Bisher wurden die anliegenden Häuser noch unter Hauptstraße 24 bis 30 geführt.

Benannt wurde der Weg nach dem bekannten Maler Hans Metzger. Dieser wohnte nur einen Steinwurf vom jetzigen Straßenschild entfernt – in dem Haus, in dem jetzt seine Nachkommen leben, die Familie Geer.

Metzger wurde 1879 in Egenburg geboren. Er war als Landschafts- und Kirchenmaler bekannt. Unter anderem hat er Kirchen in Egenburg, in Egenhofen und Unterumbach restauriert. Ihm wurde vor der Machtergreifung der Nazis 1933 eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste in München angetragen. Das NS-Regime verwehrte ihm diese jedoch, ein Parteitreuer wurde stattdessen auf den Posten gehoben. In der für ihn schweren Zeit des Nationalsozialismus – laut Entnazifizierungsakte ist der Maler „unbelastet“ – half ihm vor allem die bekannte Münchner Familie Dallmayr, mit Auftragsmalerei über die Runden zu kommen. So haben es die Recherchen zweier Historiker ergeben. Metzger erhielt zudem Unterstützung in Form einer „Ehrenbeihilfe“ und durfte gelegentlich im Haus der Kunst ausstellen.

Im September 1945 ernannten die Amerikaner Metzger zum Kulturbeauftragten der Stadt München – eine große Auszeichnung und eine Art späte Genugtuung für den Maler.

Im Museum in Altomünster (Kreis Dachau) ist eine Ausstellung über das Wirken Metzgers geplant. Sie wurde zuletzt wegen des Lockdowns verschoben. (Simone Wester)

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