So ähnlich wird der geplante Edeka an der Kahrstraße in Unterschweinbach voraussichtlich aussehen. beispielFoto: Ratisbona handelsimmobilien
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So ähnlich wird der geplante Edeka an der Kahrstraße in Unterschweinbach voraussichtlich aussehen.

Egenhofen

Supermarkt kommt nach Unterschweinbach

  • Eva Strauß
    VonEva Strauß
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Im Egenhofener Ortsteil Unterschweinbach soll ein Supermarkt gebaut werden. Das hat der Gemeinderat entschieden – obwohl es Bedenken gab hinsichtlich des Verkehrs und der Zukunft des Grundstücks, sollte der Edekamarkt nicht angenommen werden.

Egenhofen – Die Ansiedlung eines Supermarktes bewegt die Egenhofener. Deutlich mehr Zuhörer als sonst waren zur Sitzung in die Aufkirchner Mehrzweckhalle gekommen. Im Rahmen der aktuellen Viertelstunde meldete sich ein Anwohner der Kahrstraße, an der der Markt gebaut werden soll, zu Wort. „Einen Supermarkt mit 75 Parkplätzen auf die grüne Wiese hinzuklotzen, finde ich falsch“, sagte er und verwies auf den Natur- und Artenschutz. Zudem monierte er, dass die Gemeinde nicht die Meinung der Bürger zu dem Thema abgefragt habe.

Danach stellten Karl-Heinz Mayerhöfer und Andrea Appel von dem Unternehmen Ratisbona Handelsimmobilien, das den Markt ansiedeln will, die Pläne vor. Entstehen soll das Gebäude auf einem Areal an der Kahrstraße, das noch der Gemeinde gehört. Geplant ist ein Vollsortimenter mit rund 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche, Backshop und Gastrobereich. Einziehen wird dort ein Edeka. „Jeder Einzelhändler, der derzeit in Deutschland tätig ist, hat uns eine Absage geben, Edeka nicht“, sagte Mayerhöfer. Der künftige Pächter (der bei der Sitzung anwesend war) und er seien überzeugt, dass man die Filiale an dem Standort die nächsten zwanzig Jahre wirtschaftlich betreiben könne.

Spielraum beim Sortiment

Auf Nachhaltigkeit lege seine Firma viel Wert, so Mayerhöfer. Deshalb sei der Edeka in Holzständerbauweise geplant, mit einer PV-Anlage und einer Luft-Wärme-Pumpe sowie einer Dachbegrünung. Außen werde das Gebäude verputzt. Die 75 Parkplätze würden teilweise so gebaut, dass weiterhin Wasser versickern könne. Zudem sind sechs bis achte Ladestationen für E-Autos geplant.

Beim Sortiment gibt es Spielraum. Es könne individuell angepasst werden. Auch regionale Anbieter können zum Zug kommen. Laut Mayerhöfer sollen 25 bis 30 Arbeitsplätze entstehen – in Voll- und Teilzeit. Die Gewerbesteuer wird vor Ort gezahlt. Von Seiten des Gremiums wurde angeregt, einen EC-Automaten und eine Paketstation zu integrieren.

Rund 300 Autos am Tag

Bedenken gab es im Gemeinderat vor allem hinsichtlich des Verkehrs, der durch den neuen Markt erwartet wird. So wird geschätzt, dass dadurch rund 600 Fahrzeugbewegungen am Tag generiert wird. Das entspricht in etwa 300 Autos, die zum Edeka hin- und wieder wegfahren. Um Stau auf der Kahrstraße zu verhindern, soll eine Linksabbiegespur gebaut werden.

Thomas Wieser (WGE) befürchtete eine extreme Belastung der Kahrstraße. Bettina Zacherl (BVA) war der gleichen Meinung. „Dort ist es jetzt schon beengt durch die Parksituation“, sagte sie. Bürgermeister Martin Obermeier (NLE) entgegnete, dass nicht der gesamte Verkehr über die Kahrstraße kommen werde. Ein Großteil komme von außerhalb der Ortschaft. Christoph Wilhelm (NLE) regte an, eine Bushaltestelle miteinzuplanen.

Zukunft des Grundstücks

Skeptisch waren einige Gemeinderäte auch bezüglich des Grundstücksverkaufs an die Ratisbona. Sie sorgten sich, was passieren würde, wenn der Markt nicht gut laufen oder wenn der Vertrag mit Edeka enden sollte. Anton Schräfl (WGE) wollte wissen, ob die Gemeinde mit Ratisbona eine Rückbaubürgschaft oder etwas Ähnliches abschließen könnte. Eine solche stellt für den Eigentümer sicher, dass sein Grund möglichst wieder in den Ausgangszustand zurückversetzt wird. Denn ein leeres Gebäude wolle man nicht. Auch Vize-Bürgermeister Thomas Mösl (BVA) plädierte für eine Rückbaubürgschaft. Michael Kellerer (CSU) und Wieser hatten ebenfalls Bedenken.

„Unser oberstes Ziel ist es, keinen Leerstand zu schaffen“, erklärte Mayerhöfer. In der Regel werde ein Standort rasch wieder verpachtet. Er kenne keine Filiale, die lange leer gestanden sei. Einer Rückbaubürgschaft oder einer ähnlichen Klausel stimme Ratisbona nicht zu. Das sei nicht üblich. Er verwies auf den noch aufzustellenden Bebauungsplan. Dort könne man festlegen, dass der Grund ausschließlich für einen Lebensmittelmarkt genutzt werden soll. Das könne man im Kaufvertrag verankern. Letztendlich beschloss der Gemeinderat mit 12:5 Stimmen, den Bau des Marktes. Wenn alles gut läuft, dann könnte dieser Ende 2022/Anfang 2023 eröffnen, so Mayerhöfer.

Das war der erste Bericht zu dem Thema.

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