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Trotz Verhandlungen uneinig: Steht die Furthmühle vor dem Aus? - „grenzwertige Entwicklung“

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Von: Thomas Steinhardt

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Die Furthmühle in Egenhofen ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Die Furthmühle in Egenhofen ist ein beliebtes Ausflugsziel. (Archivfoto) © tb

Allen Verhandlungen zum Trotz: Der Vertrag zwischen dem Mühlenmuseum Furthmühle und dem Landkreis läuft nun aus – und eine neue Einigung ist nicht in Sicht. Wie es weiter geht, ist unklar.

Egenhofen – Die Furthmühle bei Egenhofen ist die letzte funktionierende Getreidemühle im Landkreis. Die Mühle ist ein Technikdenkmal und ein Museum – und ein wenig mehr darüber hinaus – nämlich auch ein Ort der Kultur und von Veranstaltungen. Genau daran entzündet sich nun der Streit, der an diesem Donnerstag einen vielleicht nur symbolischen, vielleicht aber realen Endpunkt findet: Der Förderverein hat die vom Landkreis in der Mühle angemieteten Räume verlassen und gibt heute die Schlüssel an die Eigentümer zurück. Der bislang geltende Vertrag zwischen Eigentümer und Landratsamt endet an diesem Samstag und eine Einigung über einen neuen Vertrag liegt nicht vor: Steht die Furthmühle, zumindest wie man sie bisher kannte, also vor dem Aus?

Furthmühle Egenhofen: Vertrag läuft seit 1992

Zum Hintergrund: Im Jahre 1992 schloss der Landkreis mit der Eigentümerfamilie der Mühle einen Vertrag mit einer Laufzeit von rund 30 Jahren. Ziel war es, die Mühle mit finanzieller Unterstützung des Kreises der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Eigentümer-Familie, namentlich Albert Aumüller, bot Führungen in der historischen Mühle an, der Landkreis mietete Flächen etwa für Ausstellungen an und bezahlte dafür, dass private Flächen für alle zugänglich waren. Das Café Mahlgang wurde jahrelang von der Eigentümer-Familie betrieben, ging später aber in die Verantwortung des Fördervereins über. Es gab Feste, Lesungen und kulturelle Veranstaltungen. Kurz: Die Furthmühle hat sich zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt.

Ein Blick ins Innere des Mühlenmuseums bei Egenhofen.
 (Archivfoto)
Ein Blick ins Innere des Mühlenmuseums bei Egenhofen. (Archivfoto) © tb

Bei den Verhandlungen zum neuen Vertrag zeigten sich jetzt aber zunehmend grundsätzliche Unterschiede. Schien es zunächst vor allem ums Geld zu gehen, so kristallisiert sich mehr und mehr heraus, dass die Anzahl der erlaubten Veranstaltungen für Uneinigkeit sorgt – und für den Abschied. „Wir räumen jetzt unsere Räume“, sagte so ein Sprecher der Kreisverwaltung am Dienstag auf Tagblatt-Anfrage. Die Betreiber der Mühle wollten die Besucherzahl für kulturelle Veranstaltungen stark reduzieren, sagte der Sprecher. Das Veranstaltungs-Angebot, das der Familie vorschwebe, sei aber aus Sicht der Behörde viel zu gering. Das Landratsamt werde nun die Schlüssel für die Räume (Café Mahlgang, Ausstellungsraum im ersten Obergeschoss, ein Depot) an die Familie zurückgeben.

Landratsamt gibt Schlüssel an Furthmühle zurück - Eigentümer entsetzt

Sohn Stefan Aumüller reagiert mit Entsetzen. Nur die dem Förderverein erlaubten Veranstaltungen sollten begrenzt werden, nicht die Zahl der Veranstaltungen insgesamt. Die großen Events wie etwa das Mühlenfest habe ohnehin immer die Familie organisiert. Insgesamt sei das Interesse, den Förderverein wieder mit Mietrechten auszustatten, nicht sehr groß.

Die Interessen des Vereins hätten eine grenzwertige Entwicklung genommen und hätten mit der ursprünglichen Idee eines technischen Museums nichts mehr zu tun. Die Furthmühle solle keine Kulisse für Events werden. „Konzerte, Lesungen, das alles ist ok. Aber doch nicht jede Woche“, sagt Stefan Aumüller, der freilich auch betont: An einer Zusammenarbeit mit dem Landratsamt sei er weiterhin stark interessiert. Aumüller meint, dass man persönlich sprechen sollte, anstatt nur schriftliche Entwürfe auszutauschen.

Gesprächsbereit gibt man sich übrigens auch im Landratsamt. Die Schlüsselübergabe solle nicht bedeuten, dass man nicht weiter verhandlungsbereit sei, sagte ein Sprecher. Der Auszug sei kein endgültiges Ende der Verhandlungen.

Landrat Thomas Karmasin bedauerte am Mittwoch, dass man trotz vieler Gespräche und Einladungen keinen Weg zu einer Einigung gefunden habe. Karmasin betonte: „Wir sind jederzeit, auch von heute auf morgen, zu Gesprächen bereit.“

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