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Variante B: Über diese privat errichtete Brücke könnte eines Tages ein Weg in die Glonnau führen.

Egenhofen

Zwei Varianten für den Glonnau-Zugang

Der Gemeinderat von Egenhofen hält sich alle Optionen offen: Um den Zugang zur Glonnau nach dem Abriss einer Brücke wieder zu ermöglichen, werden nun zwei Varianten geprüft.

Egenhofen – Die Frage im Gemeinderat lautete: Variante A oder Variante B? Neun Ratsmitglieder votierten dafür, beide Optionen parallel zu prüfen. Fünf waren dagegen: Toni Schräfl und Hans Göttler (beide WGE) sowie Gabriele Dietrich, Peter Kiser und Hans Langwieder (alle CSU).

Variante A steht für die Wiederherstellung der alten Route in die Glonnauen im Süden des Amperzuflusses, wie sie eine Egenhofener Bürgerinitiative (BI) seit mehr als zwei Jahren fordert. Der Gemeinderat hatte 2018 beschlossen, diese Linie zu verfolgen, zur Not auf dem Klageweg – dafür plädierte die fünfköpfige Minderheit. Seither hat sich die Lage geändert, wie Bürgermeister Josef Nefele (BGE) erinnerte: „Da wussten wir noch nicht, dass das Wasserwirtschaftsamt die Glonn verlegen will.“

Zum Glonnwäldchen

Variante B nutzt eine bestehende Glonn-Brücke im Süden Egenhofens (hinter einem Spielplatz) und könnte auf noch unklarem Weg zum Freigraben und weiter in das Glonnwäldchen führen – diese Option wird vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) bevorzugt.

Zuletzt hatten sich Mitte Juni in München die betroffenen Parteien ausgetauscht: Dabei waren WWA-Vertreter, das Ehepaar Greppmair (Grundstücksbesitzer), von der BI Fritz Albrecht und Norbert Link-Tekampe, Bürgermeister Nefele, Amtsleiter Robert Köll, Gemeinderatsmitglied Thomas Wieser (WGE) und der CSU-Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch (CSU). Das Ziel des Amts ist eine Renaturierung der Glonn entsprechend der aktuellen EU-Wasserrahmenrichtlinie. Der Zustand der Glonn gilt als „unbefriedigend“, die zweitschlechteste Kategorie auf einer fünfstufigen Skala.

Tiefer Absturz ins Glonnbett

Der Renaturierung steht in Egenhofen ein rund ein Meter tiefer Absturz im Glonnbett entgegen, laut Nefele Teil einer Begradigungsmaßnahme aus den 1930er-Jahren. Das Amt will daher den Fluss verlegen, die Brücke abreißen und das bisherige Bett aufschütten, um eine ökologisch wertvolle, sechs Hektar große „Offenlandfläche“ zu erhalten. Ein Fußweg „zerschneidet diese wertvolle Fläche und behindert diese Entwicklung“, formuliert das WWA in seinem Protokoll. Trotzdem stünde dem Amt „einer gütlichen Einigung“ für die Wiederherstellung des alten Weges „nichts entgegen“.

Die logische Folge wäre, dass das Sechs-Hektar-Gebiet verschoben werden müsste. Aber selbst wenn sich das Amt (und die Greppmairs) damit einverstanden zeigten, bleibt offen, wer für eine neue Freigraben-Brücke aufkommt, ebenso wie der weitere Wegeverlauf. Die BI plädiert für einen Pfad um die bewirtschafteten Flächen herum. Dagegen ist aber wohl der betroffene Landwirt.

Südlich der Glonn-Brücke

Doch auch die Variante B ist nicht unproblematisch: Hierzu muss erst einmal das Erzbischöfliche Ordinariat ins Boot geholt werden. Ihm gehören die Wiesen zwischen der südlichen Glonn-Brücke und dem Freigraben.

Die BI plädiert weiterhin dafür, umgehend die seit mehr als zwei Jahren gesperrte Glonn-Brücke zu öffnen, ein Geländer anzubringen und den Weg bis zum Freigraben wieder gangbar zu machen. Doch wird die Brücke vom WWA abgerissen, wären rund 6000 Euro verloren. Daher sagte Hans Kappelmeir (BGE): Wenn die Gemeinde Geld für ein Geländer ausgebe, das dann abgerissen werde, „werde ich mir einiges anhören müssen“.

Wie es weitergeht, ist offen: Sowohl Variante A als auch Variante B könnten sich als nicht gangbar erweisen. Diese Befürchtung treibt die Bürgerinitiative um. Doch auch der Klageweg hat einen Pferdefuß: Bis eine Entscheidung vorliegt, könnte noch viel Wasser die Glonn hinunterfließen. (kra)

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