Familienstützpunkt

Anlaufstelle für Alltagssorgen

Die Nachbarschaftshilfe in Eichenau wird einer der Anlaufpunkte des Familienstützpunktes. Von dort aus sollen auch Alling und Emmering mit betreut werden.

Eichenau –Vor vier Jahren ist Gemeinderätin Rike Schiele (Grüne) Mutter geworden. Obwohl als Kommunalpolitikerin mit Bürokratien und Anlaufstellen durchaus vertraut, hatte sie Beratungsbedarf: „Ich wäre sehr froh gewesen, wenn ich so ein Beratungsangebot vor Ort gehabt hätte“, sagte Schiele vor kurzem im Gemeinderat. Der sah nun ebenfalls die Notwendigkeit und befürwortete bei einer Gegenstimme von Peter Zeiler (CSU) die Einrichtung eines solchen Stützpunktes.

Dessen Ablehnung kommentierte SPD-Sprecher Martin Eberl kritisch: „Es ist befremdlich, dass wir mehr Finanz- als Sozialberater haben.“ Zeiler, beruflich in der Finanz-Dienstleistungsbranche tätig, hatte sich dafür ausgesprochen, erst einmal Erfahrungswerte aus anderen Kommunen einzuholen. In Fürstenfeldbruck (Diakonisches Werk) und Puchheim (Puchheimer Kinderreich) sind die Stützpunkte bereits tätig. Und auch das Pendant im Germeringer Mehrgenerationenhaus Zenja wurde vergangene Woche eröffnet. Insgesamt sollen acht Stützpunkte geschaffen werden.

Bedenken über hohe Kosten

Mit 15 000 Euro pro Jahr und Einrichtung werden diese Maßnahmen je zur Hälfte durch Landkreis und Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration finanziert. Dennoch zeigten sich Bedenken, dass auf lange Sicht die Kosten auf die Gemeinde zukommen. Das im Landratsamt angesiedelte Jugendamt versuche, Angebote auszulagern, so Claus Guttenthaler (FW). „Wir sollten aufpassen, dass wir nicht belastet werden.“

Grundsätzlich befürwortete auch Gabriele Riehl (SPD) die Einführung des Stützpunktes. „Offenbar hat das Landratsamt erkannt, dass es bei Familien, Jugendlichen und Kindern brennt.“ Sie habe aber erhebliche Zweifel, wie die ganzen Stellen ausreichend mit Sozialarbeitern besetzt werden können.

Weitgehend einig war man sich im Gremium darüber, dass die Nachbarschaftshilfe ein geeigneter örtlicher Träger sei. Zudem senke sich die Hemmschwelle mit einer Beratungsstelle vor Ort. Lediglich Inge Hoffmann (CSU) gab zu Bedenken, dass sich Emmeringer Bürger eher nach Bruck orientieren könnten.

Bürgermeister Peter Münster (FDP) informierte, dass die Gebiete vom Landratsamt festgelegt worden seien. In der Sitzung wurde noch bekannt, dass Angela Heilmeier (FW) bereits in einer Arbeitsgruppe des Kreises tätig ist, die sich mit diesen Stützpunkten beschäftigt.

Diese werden in Bayern in Modellprojekten bereits seit 2010 erprobt. Der Landkreis zog 2016 nach. Familienstützpunkte sind niederschwellige Beratungsangebote. Sie führen Angebote der Familienbildung durch und informieren über Unterstützungsmöglichkeiten. Bei Bedarf vermitteln sie an geeignete Einrichtungen. (hk)

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