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In den Unterkünften leben auch viele Fehlbeleger.

Asylhelfer beklagt Lebensumstände in Unterkünften

Zu Beginn eines jeden Kreistages können Bürger Fragen stellen. Hans Sautmann vom Asylhelferkreis Eichenau nutzte unlängst die Gelegenheit.

Eichenau –  Er trug zahlreiche Beispiele für seiner Meinung nach unzumutbare Zustände vor, unter denen die Asylbewerber im Landkreis leben müssen. Polizei und Hausverwalter würden Wohnungen mitten in der Nacht durchsuchen, Verwandte auf Besuch dürften nicht bei der Familie übernachten Gravierende Mängel in den Unterkünften würden erst spät behoben.

Mit emotional aufgeladenen Bildern beschrieb der Asylhelfer den Alltag vieler Geflüchteter. Es gebe auch immer wieder Situationen die gegen das Grundgesetz (Artikel 13, Unverletzlichkeit der Wohnung) oder auch gegen die Menschenrechte verstießen, so Sautmann. Deshalb bemühe man sich schon seit elf Monaten um ein Gespräch mit der Ausländerbehörde, aber es passiere nichts.

Landrat Thomas Karmasin (CSU) blockte die Vorwürfe des Asylhelfers aber relativ schnell ab und verwies auf die Zuständigkeit des staatlichen Landratsamts und nicht des Kreistags. Doch SPD-Fraktionschef Peter Falk, sein Kollege Herbert Kränzlein und Martin Runge (Grüne) sprangen dem Asylhelfer bei „Vielleicht kann der Kreistag helfen. Man kann das nicht einfach so abwürgen“, fand Falk. Runge stimmte mit ein. „Wenn man so mit den Leuten umgeht, dann wird sich keiner mehr trauen, etwas zu fragen.“ Man könnte – wie in manchen Kommunen bereits etabliert – eine aktuelle Viertelstunde mit Diskussionsmöglichkeit einführen.

Karmasin wies daraufhin, dass bei der Fragestunde keine Aussprache vorgesehen sei. Außerdem habe er schon häufig mit den Asylhelfern gesprochen und sei immer bereit zu helfen. So versicherte er, dass Sautmann innerhalb einer Woche eine Antwort bekommen werde.

In diesem Brief, der dem Tagblatt vorliegt, führte Karmasin jetzt aus, dass das Zusammenleben in den dezentralen Unterkünften im Landkreis größtenteils funktioniere. Ob Unterkünfte im eigentlichen Sinne Wohnraum seien, sei letztinstanzlich nicht geklärt.

Die Übernachtung von Externen sei auch in anderen öffentlichen Einrichtungen nicht erlaubt. Das Verbot – wie überhaupt die Hausordnungen – diene dem Frieden in den Unterkünften. Die Hausordnungen allgemein seien unter Beteiligung der Helferkreisen entstanden. Für Feierlichkeiten – ebenfalls angesprochen – dürften Gemeinschaftsräume nach Genehmigung genutzt werden. Leider habe es hier negative Einzelfälle gegeben.

Grundsätzlich, so Karmasin, gab es zu allen angeführten Punkten schon Gespräche – meist nicht nur einmal. Er verwehre sich daher dagegen, dass der Eindruck entstünde, das Landratsamt würde für die Asylhelfer und ihre Schützlinge nichts tun.  tel

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