Ein Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten sägt am 11.05.2011 im Graswangtal bei Ettal beim Fällen einer Fichte den Fallkerb mit einer Motorsäge.
+
In Eichenau wurden Bäume entgegen der Verordnung gefällt. (Symbolbild)

Entgegen der Baumschutzverordnung

Bäume und Sträucher unerlaubt entfernt - bis zu 50 000 Euro Strafe drohen

  • vonHans Kürzl
    schließen

Eichenau gehört zu den Gemeinden, die eine Baumschutzverordnung haben. Sprich: Wer unerlaubt Bäume fällt, könnte das teuer bezahlen. Die Gemeinde prüft gerade zwei Fälle an der Birkensteiner Straße.

Eichenau – Hier wurden im Vorfeld von Bauarbeiten Bäume und Sträucher entfernt, obwohl dies aufgrund der Baumschutzverordnung gar nicht hätte passieren dürfen. Bürgermeister Peter Münster (FDP) räumt auf Tagblatt-Nachfrage ein: „Es ist eine missliche Situation.“

Es wird nun geprüft, um welche Art von Verstoß es sich handelt. Die Baumschutzverordnung, die seit 2015 gilt, sieht Bußgelder vor, die bis zu 50 000 Euro betragen können. Die Höhe des Bußgeldes hängt davon ab, wie viel Gehölz tatsächlich jeweils unrechtmäßig entfernt wurde.

Zu den Grundstücken gibt es bereits eine längere Vorgeschichte. Der Gemeinderat äußerte sich im Herbst 2020 bereits kritisch gegenüber der vorgesehenen Nachverdichtung, die unter anderem auf einem der Grundstücke einen Swimmingpool und eine große Terrasse vorsieht.

Der Kompromissvorschlag der Verwaltung in jener Sitzung sah vor, den Pool zu belassen und die Terrasse zurückzubauen. Der Gemeinderat lehnte dies jedoch ab. Nun liegt die Angelegenheit beim Landratsamt.

Simon Bausewein, Abteilungsleiter Bau, Wohnen, Umwelt und Kreisentwicklung in der Behörde, erklärt: „Das genannte Bauvorhaben war genehmigungsfrei, es bedurfte keiner gesonderten Baugenehmigung.“ Allerdings sei zurzeit noch ein verwaltungsgerichtliches Verfahren anhängig, sodass weitere Aussagen noch nicht getroffen werden könnten. Der Vollzug der gemeindlichen Baumschutzverordnung, so Bausewein, falle in die Zuständigkeit der Gemeinde.

Für einige Entrüstung sorgt die Rodung bei einer Eichenauerin, die sich an das Tagblatt gewendet hat. Sie spricht sogar von einem radikalen Kahlschlag. „Es war ein Grundstück, das wie ein verwunschener Garten war. Mit riesiger Hecke und vielen großen, uralten Bäumen, die zahlreichen Tieren ein Zuhause gaben.“ Nun sei nichts Grünes mehr da.

Das Grundstück sei ein Schandfleck, so die Eichenauerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, weiter. Sie hat aber beobachtet, dass sich „mittlerweile auch andere ein Beispiel daran nehmen“. Auf einem weiteren Grundstück in der Nähe seien nämlich ebenfalls Büsche, Hecken und Bäume platt gemacht worden. hk

Weitere Nachrichten aus Eichenau lesen Sie bei uns.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare