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Amtsgericht

Beleidigung kostet 6000 Euro

Weil er seine Nachbarn mit einem deftigen „Arschlöcher“ beleidigt hat, muss der Eigentümer eines Mehrfamilienhauses jetzt tief in die Tasche greifen.

Eichenau Das Amtsgericht Fürstenfeldbruck verurteilte den in München lebenden 79-jährigen Bauunternehmer zu einer Geldstrafe von 6000 Euro.

Eine im Laufe der Jahre ergraute Garagenwand, die an sein Anwesen grenzt, hatte den Angeklagten im Februar so erregt, dass er die Nachbarn verbal angriff. Vor Gericht schwieg der 79-Jährige jetzt aber. In einem ersten Verhandlungstermin hatte er die Wortwahl noch bestritten und bei der Polizei nur eingeräumt, von „blöd“ gesprochen zu haben. Doch vier Zeugen berichteten von der Beleidigung.

Der Münchner beschäftigt seit einigen Jahren immer wieder Gerichte. Wegen eines Zaunes hat er sich mit den Nachbarn mehrmals vor Gericht auseinandergesetzt. Auch das Münchner Verwaltungsgericht war wegen ihm schon in Eichenau. Anlass: Er hatte eine Garage in Wohnraum umgewandelt.

Auf einer Anklagebank saß der 79-Jährige nicht zum ersten Mal. Seit 2013 ist er zwei Mal verurteilt worden – ein Delikt betraf fahrlässige Körperverletzung, ein anderes Titelmissbrauch. Er hatte sich gegenüber dem Landratsamt als Professor ausgegeben und den Doktortitel geführt, obwohl ihm dieses nicht zustand.

Für Strafrichter Johann Steigmayer war der Münchner kein Unbekannter. Wegen des Vorwurfs einer Beleidigung saß er schon einmal bei ihm auf der Anklagebank. Verurteilt hatte er ihn bisher nicht, das Verfahren aus der Vergangenheit hatte er eingestellt. Jetzt muss der Münchner allerdings doch bezahlen.

Dem Mann war noch ein weiteres Verfahren zur Last gelegt worden. Monate, nachdem er seine Nachbarn beleidigt hatte, ließ er sein Auto stundenlang so vor deren Garageneinfahrt stehen, dass diese nicht ausparken konnten. Das sei nicht zum ersten Mal geschehen, sagten die Betroffenen vor Gericht aus. Weil das Paar auf Nachfrage des Verteidigers des Münchners aber einräumte, dass sie in der fraglichen Zeit gar nicht wegfahren wollten, wurde dieses Verfahren eingestellt.

Richter Stegmayer hatte den Eindruck gewonnen, dass „der Angeklagte nicht in der Lage ist, seine Interessen adäquat durchzusetzen“. Er könne sich dessen Verhalten vorstellen, wenn kein Regulator vor Ort sei. Auch im Laufe der Verhandlung wurde der 79-Jährige von seinem Verteidiger immer wieder zur Zurückhaltung ermahnt.  sus

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