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Katholiken trauern um ihren obersten Hirten

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Von: Ingrid Zeilinger

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Martin Bickl wurde 55 Jahre alt.
Martin Bickl wurde 55 Jahre alt. © mm

Die Katholiken trauern um ihren Dekan. Martin Bickl, auch Leiter des Pfarrverbandes Eichenau-Alling, ist nach schwerer Krebs-Erkrankung im Alter von 55 Jahren im Kreis seiner Familie verstorben. Die Bestürzung ist groß bei den Gläubigen und der Kolpingfamilie.

Eichenau - Der gebürtige Münchner wurde 1993 in Freising zum Priester geweiht. Nach Stationen unter anderem im Landkreis Erding, Freising und Eching wurde Bickl mit der Leitung des Pfarrverbandes Buch am Erlbach und dann dem späteren Pfarrverband Eching-Ast betraut. Von September 2005 bis Ende August 2010 leitete er die Pfarrei St. Bernhard Fürstenfeldbruck. Dann wechselte er in die Pfarrei Zu den heiligen Schutzengeln Eichenau, seit Mai 2011 leitete er den Pfarrverband Eichenau-Alling.

2008 bis 2013 war Bickl Stellvertreter von Dekan Albert Bauernfeind. Nach dessen – ebenfalls krankheitsbedingtem – Rückzug wurde er 2018 zum Dekan gewählt. „Er war absolut gewissenhaft und engagiert, man konnte sich zu hundert Prozent auf ihn verlassen“, sagt sein Stellvertreter, Pfarrer Wolfgang Huber. Bickl sei umstritten gewesen, aber er habe seine Sache gut gemacht. „Als Person musste man wissen, wie man mit ihm umgeht.“ Denn er habe seine eigenen Ansichten gehabt und mit Kritik nicht hinterm Berg gehalten.

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An seiner neuen Wirkungsstätte übernahm Martin Bickl in den Kolpingfamilien von Alling und Eichenau das Amt des Präses. Von Startschwierigkeiten ließ er sich nicht abschrecken. Hatte er zuvor keine Berührungspunkte mit Kolping gehabt, so ging er nun in dessen Idealen auf, berichtet Charlotte Spieß, Sprecherin der Kolpingfamilie Eichenau. Bickl brachte sich ein, half bei Festen und spielte im Theater mit. Und er begleitete die Kolpingfamilie beim Erneuerungsprozess. „Wir wären sonst heute nicht so jung aufgestellt“, sagt Spieß.

Legendär waren seine Faschingspredigten in Reimform. Mit den Kolpingfamilien reiste er einmal nach Rom – wo er ein Jahr studiert hatte. Bickl war auch Mitglied der Eichenauer Feuerwehr. Er rückte nicht aus, war aber als Seelsorger eine Stütze.

Bereits vor zwei Jahren spürte der Dekan erste gesundheitliche Probleme. Seit Februar war er krankgeschrieben, doch er war noch bei Videoschaltungen präsent, berichtet Vize Wolfgang Huber. Zurücktreten wollte Bickl nicht. Er hoffte, wieder zurückzukehren. In den vergangenen zwei Monaten hat er sich immer mehr zurückgezogen – es ging nicht mehr.

Seine Aufgaben als Dekan führt Huber fort. Er werde auf eine vorgezogene Neuwahl im März drängen. Im Pfarrverband wird der Pfarrvikar ihn vertreten, heißt es vom Erzbischöflichen Ordinariat. Wann ein Nachfolger kommt, ist offen.

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