Aus einer Dusche strömt Leitungswasser.
+
Nach dem Sport herrscht Duschverbot.

Eichenau

Coronavirus: Sportler ärgern sich über Dusch-Verbot

  • VonHans Kürzl
    schließen

Duschen nach dem Sport – normalerweise kein großer Akt, in der Pandemie schon. Beim Eichenauer SV fürchtet man wegen des Dusch-Verbots um den Spielbetrieb und drängt auf eine Lösung und ein Lüftungskonzept.

Eichenau – Angesprochen wurde das Problem in der jüngsten Gemeinderatssitzung von Elmar Ströhmer (FW). Er ist nicht nur erfahrener Gemeinderat und Sportreferent, sondern auch langjähriger Vorsitzender des Eichenauer SV. Man habe sich zwar daran gewöhnt, dass man wegen Corona die eigenen Sportler ohne duschen nach Hause schicke. „Gästen, die hundert und mehr Kilometer anreisen, kann man so etwas aber nicht zumuten.“

Spielbetrieb in Gefahr

Ströhmer sieht sogar den Spielbetrieb in Gefahr. Er spricht davon, dass man wohl mit Punkteabzug rechnen müsse und mit Ausschluss – das gelte zum Beispiel für die erste Herrenmannschaft der Handballer, die in der Bayernliga vertreten sind. Aber auch alle anderen Teams könnten betroffen sein. Die Forderung Ströhmers daher: „Die Gemeinde soll das Verbot aufheben.“

Bürgermeister Peter Münster (FDP) äußerte Verständnis für das Anliegen, verweist aber auf die Bayerische Infektionsschutz-Verordnung. „Da kann ich nicht aus“, betonte er. Die Budriohalle habe keine ausreichende Belüftungsmöglichkeit. Für mögliche Infektionen könne die Gemeinde keine Haftung übernehmen, auch der Verein lehnt diese Verantwortung ab.

Ein Wirrwarr

Münster wundert sich aber, dass an gleichen Orten für unterschiedliche Veranstaltungen unterschiedliche Besuchergrenzen festgelegt sind. Der Rathauschef geht sogar so weit, „dass mit einem solchen Wirrwarr den Querdenkern Wasser auf die Mühlen gesetzt wird“. Die Landesregierung müsse für Einheitlichkeit sorgen.

Sportreferent Ströhmer ist noch auch aus einem anderen Grund verärgert: „Im Handball hast du im Spiel 60 Minuten Kontakt vom Feinsten und dann kannst nicht mal Duschen.“ Wo man sich eine mögliche Infektion abhole. sei dann sowieso nicht nachvollziehbar, so der ESV-Vorsitzende: „Bei den Schulen versucht man ja auch alles, warum nicht genau so im Sport?“

Mehrkosten

Bürgermeister Münster sieht zumindest eine mögliche Lösung in einer räumlichen und zeitlichen Trennung – die Handlungsempfehlungen des Bayerischen Landes-Sport-Verbandes gehen in eine ähnliche Richtung.

Der erforderliche Mehraufwand für Hygienemaßnahmen bedeute für die Gemeinde allerdings auch Kosten in Höhe von etlichen Tausend Euro, ergänzte der Bürgermeister. ESV-Handball-Abteilungsleiter Gerhard Fink rechnet Mitte August mit neuen Regeln und Handlungsempfehlungen. „Dann sind wir wieder dran, ein neues Hygienekonzept für den Verband basteln zu müssen.“ Das alles sei nerven- und zeitaufwendig, so Fink. Auch er würde sich mehr Logik bei den vielen Anordnungen wünschen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare