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Das einstige Nesthäkchen verlässt den Gemeinderat

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Andreas Zerbes ist jetzt 26 Jahre alt.
Andreas Zerbes ist jetzt 26 Jahre alt. © mm

Im Eichenauer Gemeinderat wird es einen Wechsel in der SPD-Fraktion geben. Der seit 2014 dort vertretene Andreas Zerbes scheidet aus und wird den Stab am morgigen Dienstag übergeben

Eichenau – Der 26-Jährige spricht im Tagblatt-Interview über die Zeit als Nesthäkchen im Gremium.

Nach rund sieben Jahren scheiden Sie aus dem Gemeinderat aus. Was ist der Grund?

Ich stehe kurz vor dem Abschluss meiner juristischen Ausbildung. In diesem Zusammenhang hat sich mein Lebensmittelpunkt immer mehr Richtung München verschoben. Wohin es mich beruflich im Anschluss verschlägt, kann ich schwer abschätzen. Momentan bin ich beispielsweise für einen Auslandsaufenthalt in Brüssel. Meine Nachfolgerin ist deutlich näher dran an den Problemen in der Gemeinde, sodass ich mich entschieden habe, mich zurückzuziehen.

Sie sind 2014 als jüngstes Mitglied in den Gemeinderat gewählt worden. Wie sind sie mit dem Prädikat Nesthäkchen umgegangen?

Ob es nun ein Prädikat war, müssen andere beurteilen. Ich kann auf jeden Fall – wenn ich auf die Zeit zurückblicke – festhalten, dass ich immer von allen Kolleginnen und Kollegen respektvoll und auf Augenhöhe behandelt wurde. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man als junger Mensch mit wenig Erfahrung ein solches Amt antritt. Dass ich immer der Jüngste war, hat mir teilweise auch unfreiwillig Zuständigkeiten beschert, zum Beispiel in allen Fragen rund um Jugend- und Sportpolitik. Das war einerseits ein Vorteil, anderseits habe ich in der neuen Wahlperiode versucht, mich davon im Rahmen meiner Aufgabe als Planungsreferent zu emanzipieren.

Bitte vollenden Sie den Satz: Wenn Sie etwas mit besonderer Leidenschaft vertreten haben, dann war es...?

Besonders wichtig waren mir die Belange von Jugendlichen in Eichenau, die auch eine Stimme bekommen sollten. Dazu die Förderung der Vereinsstrukturen. Eichenau hat so viele interessante Vereine und dort engagierte Mitglieder. Darüber hinaus habe ich mich die letzten Jahre immer wieder dafür eingesetzt, dass es in Eichenau wieder bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen hier gibt. Im Moment können sich junge Familien mit einem durchschnittlichen Einkommen in Eichenau kaum mehr eine Wohnung leisten. Das muss sich ändern.

Bleiben Sie der Kommunalpolitik und auch dem Ehrenamt im Handball verbunden?

Ich werde weiterhin ein politisch interessierter und engagierter Mensch bleiben. Wohin es mich in der Kommunalpolitik dann verschlägt, das wird die Zukunft zeigen. Vielleicht ja auch irgendwann wieder nach Eichenau. Dem Ehrenamt im Sportverein werde ich noch erhalten bleiben.

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