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Ehrenamt: Ein cooler Typ mit sozialer Ader

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Von: Eva Strauß

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Musik und Literatur: Kurt Wieser spielt Gitarre und schreibt Geschichten. 2010 hat er ein Buch herausgebracht, ein weiteres ist in Planung. Einen Teil des Verkaufserlöses spendet er an das Kinderhospiz München und andere Organisationen.
Musik und Literatur: Kurt Wieser spielt Gitarre und schreibt Geschichten. 2010 hat er ein Buch herausgebracht, ein weiteres ist in Planung. Einen Teil des Verkaufserlöses spendet er an das Kinderhospiz München und andere Organisationen. © Weber

Ob als Nikolaus im Kinderhospiz, als Gründer der ZaP-Gospelworkshoppers oder als Organisator von Kulturveranstaltungen: Kurt Wieser lässt sich stets von seinem Lebensmotto „Miteinander – Füreinander“ leiten und macht einfach. Für sein Engagement wurde er nun als „Mensch der Tat“ im Juli ausgezeichnet.

Eichenau/Puchheim – In Puchheim ist Kurt Wieser bekannt wie ein bunter Hund. Kein Wunder, schließlich hat er rund 30 Jahre lang im dortigen Rathaus gearbeitet. Und da begann auch sein ehrenamtliches Engagement – obwohl er das Wort „Ehrenamt“ nicht gerne hört, wie er sagt. „Man macht’s halt einfach“, meint er. „Man sieht etwas, man macht es gerne und dann greift man halt zu.“ Das sei eine Veranlagung von ihm. „Und ein bisserl ein Rampensau-Gen habe ich auch“, sagt er und lacht.

Engagement im ZaP

Unter anderem war Wieser (heute 74 Jahre alt) im Rathaus für Kultur und Soziales zuständig. So hat er die Entstehung des Zentrums aller Puchheimer (ZaP) auf der Verwaltungsebene begleitet. Und er hat den Aufbau auch tatkräftig unterstützt: „Ich habe gesehen, dass nicht alles rechtzeitig fertig wird, und habe mitgeholfen“, erzählt Wieser, der in Eichenau wohnt. So hat er Teppich verlegt und andere kleinere Handwerker-Arbeiten übernommen – alles nach Dienstschluss in seiner Freizeit.

Als das ZaP 2007 öffnete, engagierte er sich weiter. Weil er es durch seinen Job im Rathaus konnte, übernahm er die Öffentlichkeitsarbeit für das Mehrgenerationenhaus und organisierte Veranstaltungen. „Ich hatte ja die nötigen Kontakte durch meinen Beruf.“ Die nutzen ihm auch bei seinem Einsatz für den Puchheimer Kulturverein. Dort organisiert er Ausstellungen, Konzerte und vieles mehr.

Gründer der Gospelworkshoppers

Eine Leidenschaft des 74-Jährigen ist die Musik. Er singt, spielt Akkordeon und Gitarre. „Das habe ich mir autodidaktisch beigebracht“, erzählt Wieser und lacht. Nach Noten spielen könne er nicht.

Freude während des Lockdowns: die Gospelworkshoppers beim Balkonsingen im Wohnpark Roggenstein.
Freude während des Lockdowns: die Gospelworkshoppers beim Balkonsingen im Wohnpark Roggenstein. © tb

Als im ZaP ein Gospelworkshop angeboten wurde, war Wieser mit seiner Gitarre sofort dabei. Das ging einige Zeit so. Doch dann hörte der Gruppenleiter auf.

Keiner wollte es machen, Wieser ließ sich überreden. „Aber ich wollte das Repertoire erweitern.“ Zudem bekam die Gruppe einen neuen Namen: Die ZaP-Gospelworkshoppers waren geboren. Und das ZaP-Lied wurde getextet.

Seitdem treten die Gospelworkshoppers immer wieder bei Veranstaltungen auf. Während des Lockdowns erfreuten sie die Bewohner des Wohnparks Roggenstein mit ihren Liedern – in Form eines Balkonsingens.

Buchautor und Nikolaus

Mit Bischofsmütze und Stab: Kurt Wieser als Nikolaus.
Mit Bischofsmütze und Stab: Kurt Wieser als Nikolaus. © tb

Wiesers Engagement ist eng mit dem Puchheimer Christkindlmarkt verknüpft, den er als Rathausmitarbeiter organisierte. Eigentlich fing dort alles an: So hat er auf dem Markt selbst geschriebene Geschichten vorgelesen. Über die Jahre sind so viele zusammengekommen, dass er 2010 das Buch „A bisserl Heiliger Dreikönig“ herausbrachte. Er verkaufte es auf Christkindlmärkten in der Region. Pro Büchlein gingen fünf Euro an das Ambulante Kinderhospiz München.

Nicht nur finanziell unterstützt Wieser immer wieder das Kinderhospiz. Er schlüpft für die Mädchen und Buben dort in die Rolle des Nikolauses. Und auch für die Kleinen im Kindergarten Hotzenplotz mimt er den Heiligen Mann.

Wiesers Nikolaus-Tätigkeit fing vor etlichen Jahren an. Bei der Tombola auf dem Christkindlmarkt sollte ein Nikolaus-Besuch verlost werden. Wieser übernahm die Aufgabe des Heiligen Mannes. Und dieses „Amt“ blieb ihm.

Was ist die Motivation für sein Engagement? Darauf antwortet er: „Man macht sich auch selbst glücklich, wenn man etwas tut.“

Einsatz für Asylbewerber

Bei dem Fest, das Wieser als Dank für die Asylbewerber organisierte, gab es selbstgekochten Lamm-Eintopf.
Bei dem Fest, das Wieser als Dank für die Asylbewerber organisierte, gab es selbstgekochten Lamm-Eintopf. © tb

Entspannen kann sich Wieser in seinem Schrebergarten in Eichenau. Dort ist er Schriftführer im Kleingartenverein und hilft bei Veranstaltungen. Eine ist ihm besonders in Erinnerung geblieben: das Fest mit den Asylbewerbern, die direkt neben den Schrebergärten leben. „Mein Grill hat gebrannt“, erzählt der 74-Jährige. „Und plötzlich standen die Asylbewerber da und halfen beim Löschen.“

Als Dankeschön organisierte Wieser ein großes Fest in der Kleingartenanlage. Zu essen gab es unter anderem selbst zubereiteten Lamm-Eintopf. Und auch die ZaP-Gospelworkshoppers traten auf.

Miteinander füreinander – eben ganz so, wie es Kurt Wiesers Lebensmotto entspricht.

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