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Aktionstag für Grundschüler: Den Wald einmal fühlen statt sehen

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Die Natur erfühlen, die Struktur und das Leben eines Baumes ertasten: Eine Übung des Waldprojektes, die in Zweierteams ausgeführt wurde.
Die Natur erfühlen, die Struktur und das Leben eines Baumes ertasten: Eine Übung des Waldprojektes, die in Zweierteams ausgeführt wurde. © Kürzl

Das System Wald – wie funktioniert es eigentlich? Im Unterricht der Grundschulen wird das in der Theorie bereits erklärt. Doch auch hier gilt: Das Ganze in der Praxis erleben und auf Tuchfühlung gehen ist noch viel besser. Das zeigt ein Aktionstag einer dritten Klasse der Starzelbachschule in Eichenau.

Eichenau – Mütze über die Augen, damit man nichts mehr sieht und dann aufmerksam an der Rinde entlang tasten, bis man etwas fühlt, mit dem man den Baum später wiedererkennt. „Ich habe mir einen Ast gemerkt, das war mein Zeichen“, sagt ein Mädchen der Klasse 3c der Starzelbachschule. Ein Junge hat sich an einem anderen Baumstamm einen Efeustreifen eingeprägt.

Anpacken für das Waldprojekt: Die Kinder der Klasse 3c und ihre Lehrerin Ina Hammermann waren mit viel Eifer bei der Sache.
Anpacken für das Waldprojekt: Die Kinder der Klasse 3c und ihre Lehrerin Ina Hammermann waren mit viel Eifer bei der Sache. © Kürzl

Es ist die erste Übung, die Catherine Kienle vorbereitet hat. Sie ist Pädagogin für die Waldschule der BayWa-Stiftung. Am Ende der rund drei Stunden des Aktionstages werden in dem Areal oberhalb der Eichenauer Forststraße ein paar neue ganz junge Tannen gepflanzt. „Vorher sollen die Kinder aber ein Gefühl für den Wald und den Baum entwickeln.“ Deswegen hat sie den Drittklässlern Zeit gegeben, sich den Bäumen zu nähern. Gleichzeitig fördert die Übung den Teamgeist, weil jeder den Klassenkameraden mit verbundenen Augen führen und der andere ihm wiederum vertrauen muss.

Wenig später folgt ein Ratespiel, in dem man Tiere herausfinden muss, und dann eine kleine Unterrichtsstunde. „Das Reh ist nicht die Frau vom Hirsch“, klärt Kienle auf. Auch dass Wildschweine bei ihrem Speiseplan nicht besonders wählerisch sind, erfahren die Kinder.

Das Ganze passt gut in den Lehrplan des HSU-Unterrichts (Heimat- und Sachkunde), wo der Wald als Thema auf dem Programm steht.

„Wir haben auch schon die erste Probe dazu geschrieben“, erzählt Lehrerin Ina Hammermann. Sie hat sich mit Hilfe der Starzelbachschule für das Projekt beworben. Al sie den Kindern davon erzählte, war die Begeisterung groß. „Die Mädchen und Buben sind so richtig froh, dass sie nach den ganzen Lockdowns wieder raus dürfen“, freut sich Hammermann.

Waldpädagogin Catherine Kienle demonstriert, wie die frisch gepflanzten Bäumchen vor Rehen oder Wetter geschützt werden.
Waldpädagogin Catherine Kienle demonstriert, wie die frisch gepflanzten Bäumchen vor Rehen oder Wetter geschützt werden. © Kürzl

Für die Waldpädagogin Kienle war die Vorbereitung in der Schule schon eine gute Grundlage. „Die Kinder hier wissen viel“, stellt sie fest. Das sei nicht selbstverständlich. Bei reinen Stadtkindern müsse man beim Thema Wald schon mal weiter ausholen und ausführlicher erklären,

Dennoch legt Kienle Wert darauf, den Kindern auch dieses Mal zu vermitteln, „dass Natur Zeit braucht“. Vier oder fünf Jahrzehnte wird es dauern, bis aus den Bäumchen, die die Mädchen und Buben der Starzelbachschule 2021 gepflanzt haben, schmucke Tannen werden.

„Wichtig ist ebenso, dass die Kinder ein Gefühl bekommen, wie wichtig Umweltschutz ist, erklärt außerdem Katharina Wöhrl, Projektmanagerin bei der BayWa-Stiftung. Natürlich komme das Pflanzen der Bäume bei den Kleinen besonders gut an. Später können die Schüler ihr Exemplar mit ihren Familien besuchen. Ein eigens entwickeltes Waldtagebuch bietet außerdem nicht nur Informationen, sondern lässt den Aktionstag auch noch einmal in der Erinnerung wieder aufleben.

Gebucht werden kann der Aktionstag am besten ab der dritten Klasse. Informationen gibt es hierzu im Internet auf der Seite www.baywastiftung.de.

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