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Können Musikvereine und Wohnungen unter einem Dach koexistieren? (Symbolbild)

Im Haus 37 in Eichenau

Wohnungen und Musikschule – passt das?

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Es gibt große Pläne für das Grundstück an der Hauptstraße 37 (bekannt als Haus 37) in Eichenau: In einem neuen Komplex sollen Bücherei, Volkshochschule und (Musik-) Vereine unterkommen sowie Wohnungen errichtet werden. Nur: Verträgt sich das?

Eichenau – Diese Frage war Thema in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. In den Entwürfen des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum (PV) hatten Wohnungen völlig gefehlt. Der Grund: Es könnte Probleme geben, wenn Musikschule, Akkordeon-Club und Musikverein unter demselben Dach sind wie normale Mieter. „Beides beißt sich erfahrungsgemäß“, erklärte Bürgermeister Peter Münster (FDP). Er verwies dabei auf Anwohnerbeschwerden an der Josef-Dering-Schule, wo nachmittags Musikunterricht stattfindet.

Eichenau: Man kann nicht schon im Vorhinein auf Wohnungen verzichten

Für Schulreferent Martin Eberl (SPD) war dies nicht nachvollziehbar. „Man kann nicht in vorauseilendem Gehorsam auf Wohnungen verzichten, nur weil sich vielleicht jemand beschwert.“ Dem stimmten Claus Guttenthaler (FW), Inge Hoffmann und Peter Zeiler (beide CSU) zu. Zeiler brachte sogar Terrassenwohnungen in dem turmartigen Hauptgebäude des neuen Komplexes als eine Art sechster Stock ins Gespräch – eine Möglichkeit, die laut Beschluss nun der Planungsverband noch einmal prüfen soll. Ansonsten einigte sich das Gremium auf die Vorschläge des PV, nur eben mit Wohnungen.

Der neue Komplex besteht aus mehreren Gebäudeteilen. Ein Gebäude soll an der Ecke Park-/Hauptstraße angelegt werden. Ein weiterer dreigeschossiger Bau wird entlang der Hauptstraße errichtet. Es gibt Parkplätze in einer Tiefgarage und Stellplätze für Fahrräder.

Unstrittig ist die Unterbringung der Gemeindebücherei im Erdgeschoß des Hauptbaus. Auch mit einem von den Grünen vorgeschlagenen Lesecafé konnte man sich gut anfreunden. Erheblich kritisiert wurde jedoch das vom PV vorgestellte Raumkonzept, das auf den Bedarfsmeldungen von Akkordeon-Club, Musikschule und Musikverein beruht. Mehrheitlich sahen es die Gemeinderäte als überdimensioniert an.

Eichenau: Eine Möglichkeit wäre Raumsharing

Gertrud Merkert (SPD) sprach von einem zu hohen Anspruchsdenken. Fraktionskollege Eberl ergänzte dies. Umgerechnet auf die Kosten würde man je Verein eine Million Euro ausgeben: „So viel Platz und Geld für Vereine, die mit zwei Ehrenamtlichen zweimal in der Woche zwei Stunden in einem Büro arbeiten, muss nicht sein.“ Manche Firma müsse mit weniger auskommen. Marion Behr (Grüne) schlug eine Art Raumsharing oder flexibel gestaltete Trennwände vor. Für ebenso sinnvoll hielt sie ein elektronisches Buchungssystem, mit dem Vereine ihren Raumbedarf anmelden könnten.

In Zusammenhang mit dem Vorgehen beim Haus 37 stehen auch die Sanierung der Josef-Dering-Schule und das dortige Musikschulen-Angebot sowie der Raumbedarf für die Rathausmitarbeiter selbst. Die könnten den in der jetzigen Bücherei frei werdenden Platz nutzen. Die Kosten für den Umbau würden sich in einem überschaubaren Rahmen halten, ein Rathausanbau wäre nicht nötig. So fiele auch die Option weg, die Geschäfts- und Büroräume anzumieten, die bis April vom Amperverband genutzt wurden.

Andere Themen die in Eichenau bewegen: Der Gemeinderat diskutiert, ob in Eichenau ein zentrales Feuerwerk stattfinden soll. Und Eichenaus Bürgermeister Peter Münster hat Halbzeitbilanz gezogen.

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