Ein Spezialbohrer arbeitet sich zu der wasserführenden Schicht in 260 Metern Tiefe vor. Foto: Tobias gehre
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Ein Spezialbohrer arbeitet sich zu der wasserführenden Schicht in 260 Metern Tiefe vor.

Eichenau

Hier sprudelt bald 10 000 Jahre altes Wasser

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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In drei Schritten bis auf 260 Meter Tiefe: Der Amperverband lässt südlich von Eichenau einen neuen Tiefbrunnen bohren. Die Anlage soll eine rund 10 000 Jahre alte Wasserschicht erschließen. Sauberer kann kühles Nass nicht sein.

Eichenau – Ein Tiefbrunnen entsteht nicht von heute auf morgen. Bis jetzt haben sich die Experten einer Spezialfirma aus Mindelheim bis auf 25 Meter Tiefe gegraben. Ende Januar steht der zweite Abschnitt an, erklärt Friedrich Popp, Leiter der Wasserversorgung beim Amperverband. Dann will die Bohr-Mannschaft bis auf 120 Meter vordringen. Im dritten Bauabschnitt geht es dann auf 260 Meter.

Keine Verunreinigung durch Menschen

Dort schlummert das, worauf es die Spezialisten abgesehen haben. Zwischen zwei Tonschichten lagert uraltes Wasser – seit rund 10 000 Jahren. „Es hat keine anthropogenen Einträge“, sagt Popp. Soll heißen: Es gibt keine menschengemachten Verunreinigungen. Rückstände aus Landwirtschaft und Industrie sucht man in dem Uralt-Wasser vergebens.

11,5 Millionen Kubikmeter gefördert

Der Grund für die aufwendige Tiefbohrung südlich von Eichenau ist banal. Der bisherige Brunnen – ebenfalls 260 Meter tief – hat seine maximale Lebensdauer erreicht. Das Bauwerk förderte seit 1974 frisches Wasser für Eichenau, Olching, Gröbenzell und Puchheim-Bahnhof. Pro Jahr waren es rund 250 000 Kubikmeter. In 46 Jahren sprudelten also etwa 11,5 Millionen Kubikmeter aus dem Boden. Mittlerweile ist das Bauwerk Geschichte. „Der alte Brunnen wurde verfüllt, damit keine Verunreinigungen ins Grundwasser gelangen“, erklärt Friedrich Popp.

Dass der Amperverband so tief bohren lässt, liegt an der Ergiebigkeit der wasserführenden Schicht in 260 Metern Tiefe. Außerdem würde sich dort entsprechend viel neues Grundwasser bilden, so Popp.

Billig ist die Erschließung des 10 000 Jahre alten Wassers nicht. Der Amperverband rechnet mit Kosten von rund 1,4 Millionen Euro. „Aber so etwas macht man ja nicht alle Tage“, sagt Popp. Außerdem sei es eine langfristige Investition. Der neue Brunnen soll wie sein Vorgänger mindestens 40 Jahre lang Wasser liefern.

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