Eichenau

Darum sind sie gegen den geplanten Bus

  • Eva Strauß
    vonEva Strauß
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Die geplante Buslinie 862, die durch die Allinger Straße fahren soll, sorgt in Eichenau für mächtig Ärger. Anwohner haben eine Online-Petition gegen das Vorhaben gestartet. Rund 140 haben bereits unterschrieben. Jetzt erklären sie, warum sie gegen das Vorhaben sind.

Eichenau – Auslöser für den Zoff in Eichenau ist die geplante Buslinie 862, die Teil einer Überplanung des gesamten Busnetzes im Bereich Olching, Eichenau, Puchheim, Germering ist. Die neue Linie soll den Eichenauer mit dem Puchheimer Bahnhof verbinden. „Denn oft halten die S-Bahnen, wenn irgendetwas ist in Puchheim“, so Hermann Seifert, ÖPNV-Experte im Landratsamt. Die Leute stranden in Puchheim und kommen nicht weiter. Durch die neue Linie könnten sie aber zum Bahnhof Eichenau kommen und von dort weiter.

Der Verlauf der geplanten Linie

Der 862-er- Bus soll dabei über die Allinger Straße fahren. Vorgesehen sei ein 20-Minuten-Takt, so Seifert. Die Betriebszeiten sind angedacht von 5.30 bis 22.30 Uhr, könnten aber auch bis Mitternacht ausgeweitet werden. Zudem seien Hybrid-Busse geplant. Diese wären zwölf Meter lang.

Grundgedanke bei der Linienführung über die Allinger Straße sei gewesen, Eichenau großflächig an das Busnetz anzubinden, so Seifert. „Das ist alles aber noch nicht in Stein gemeißelt.“ Das entscheide sich erst vor der Ausschreibung im Oktober 2020.

„Ich habe generell nichts gegen Busse“, sagt Anwohner Ulrich Ramminger. Er bezweifelt aber – wie auch die anderen Unterstützer der Petition – den Nutzen dieser Linie für Eichenau. Eine solche Anbindung an die S-Bahn der Wohngebiete rund um die Allinger Straße sei völlig unattraktiv. „Da ist man zu Fuß oder mit dem Radl schneller.“

Die Allinger Straße, die in einer Tempo-30-Zone liegt und in der Rechts-vor-links gilt, ist nach Meinung der Gegner zudem nicht für einen Busverkehr in solch einer Dimension geeignet. Sie befürchten vor allem Probleme im Begegnungsverkehr, Lärm und Emissionen. Zudem sorgen sie sich um die Sicherheit der Kinder, die dort wohnen und die auf ihrem Schulweg die Allinger Straße queren müssen. „Und hier leben auch viele Ältere, die mit dem Radl zum Einkaufen fahren“, so Ramminger. Die könnten sich auf der Straße eventuell nicht mehr sicher fühlen, wenn hinter ihnen ein großer Bus fahre.

Darüber hinaus werfen die Bus-Gegner der Gemeinde vor, nicht ausreichend über das Vorhaben informiert zu haben. Sie fühlen sich übergangen und fordern eine Umplanung der Linie.

Das kann Seifert nicht nachvollziehen: „Das Thema war dreimal im Gemeinderat und auch im Mitteilungsblatt.“ Und auch Eichenaus Vize-Bürgermeisterin Gabriele Riehl, die derzeit Rathaus-Chef Peter Münster vertritt, sagt: „Die Anwohner hätten genug Gelegenheit gehabt, sich zu informieren.“

Dass vor ein paar Tagen Wahlplakate entlang der Allinger Straße mit „Kein Bus“ beschmiert worden sind, entsetzt Riehl. Auch Günther Kosler, der die Online-Petition initiiert hat, verurteilt die Aktion: „Wir distanzieren uns aufs Äußerste davon.“ Kosler kann sich nicht vorstellen, dass darunter jemand sein könnte, der die Plakate beschmiert hat. „Es könnten Trittbrettfahrer sein.“

Doch egal wer es war – „die Stimmung ist dadurch angeheizt worden“, sagt Riehl. Die örtlichen Parteien, deren Plakate beschmiert worden sind, hätten auch Anzeige erstattet. Wie berichtet, werfen die Gruppierungen den Bus-Gegnern vor, den Wahlkampf zum Anlass für ihren Protest zu nehmen und zu unlauteren Mitteln zu greifen. Sie wünschten sich eine sachliche Kommunikation.

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