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Zur Eindämmung des Virus: Erste Schule beschafft Luftentkeimungs-Geräte

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Freuen sich über die neuen Geräte (v.l.): Bürgermeister Peter Münster, Oliver Lembke von der Herstellerfirma, Rektorin Sandra Doriat und ihr Stellvertreter Benjamin Sölch.  Foto: weber
Freuen sich über die neuen Geräte (v.l.): Bürgermeister Peter Münster, Oliver Lembke von der Herstellerfirma, Rektorin Sandra Doriat und ihr Stellvertreter Benjamin Sölch. © Weber

Die Josef-Dering-Schule in Eichenau wird als erste im Landkreis mit so genannten Luftentkeimungsgeräten ausgestattet. Die Maschinen sollen die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Andere Kommunen – unter ihnen Germering und Fürstenfeldbruck – verzichten hingegen auf die Geräte.

Eichenau – Billig ist die Anschaffung in der Summe nicht. Die Geräte für die Josef-Dering-Schule schlagen mit rund 30 000 Euro zu Buche. Finanziell möglich gemacht haben sie der Förderverein der Schule mit 15 000 Euro sowie 7500 Euro Elternspenden. 7500 Euro legte die Gemeinde dazu. Der Preis pro Gerät ist allerdings gar nicht so hoch. Die 23 Geräte kosteten jeweils etwas mehr als 1300 Euro.

„Jeder muss es für sich selbst entscheiden, ob er das haben will“, kommentiert Eichenaus Bürgermeister Peter Münster die ablehnende Entscheidung der beiden Großen Kreisstädte. Verstehen kann er sie nicht. Für ihn sind die Entkeimungsanlagen eine sinnvolle Ergänzung zum Lüften und Tragen der Masken.

Den Unterricht sollen die Geräte nicht stören. Der Geräuschpegel entspricht allenfalls dem eines Kühlschrankes. „Im normalen Klassenbetrieb bemerkt man das gar nicht“, sagt Rektorin Sandra Doriat. Nur wenn still gearbeitet werde, nehme man etwas wahr. Für den Unterrichtsablauf sei es eine Erleichterung, ergänzt der stellvertretende Schulleiter Benjamin Sölch. Zudem könne man die Geräte langfristig nutzen. Auch in „normalen“ Erkältungszeiten seien sie sehr hilfreich.

Förderfähigkeit

Oliver Lembke, Geschäftsführer der Herstellerfirma Limelight Innovations aus Gilching, hat eine Vermutung, warum Kommunen skeptisch sind. Er berichtet von einer über 20 Jahre alten Industriestudie, die an das Bundesumweltministerium ging und vom Bayerischen Kultusministerium übernommen wurde. „Danach entscheidet man jetzt über Förderfähigkeit“, wundert sich Lembke. Private Schulen oder Kindergarten-Träger würden recht oft anfragen. „Weil sie nicht so an den Fördertöpfen hängen.“

Dass die ablehnende Haltung möglicherweise auch mit der Art der Geräte zu tun hat, mit denen getestet wurde, bestätigt indirekt Bürgermeister Münster. Man bekomme da als Gemeinde schon jede Menge Angebote auf den Tisch: „Wenn man den Preis sieht oder auf das Datenblatt schaut, weiß man aber schon, dass man vorsichtig sein muss“, so Münster.

In der Josef-Dering-Schule war es ein Zusammenspiel von gesammelter Erfahrung und Elternengagement, das letztlich zur coronabedingten Anschaffung führte. Rektorin Doriat erlebte die Wirkung eines Luftentkeimungsgerätes bei einem Hotelaufenthalt im Sommer und stieß bei der Elternschaft auf großes Interesse. Der Förderverein hat ein solides finanzielles Polster, mit dem er das leisten konnte. Zudem seien die Spenden der Eltern in kurzer Zeit zusammengekommen. Als Pionierin will sich Doriat nicht sehen. „Wir haben das getan, um die Kinder bestmöglich zu schützen.“ Die Erfahrungen gebe sie aber gern weiter. Das will Bürgermeister Münster ebenso tun: „Die Kollegen können gerne anrufen.“

Fürstenfeldbruck hatte die Anschaffung von Luftfiltern abgelehnt, genau wie Germering.

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