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Serie: Unsere bahnhöfe im Osten

Eichenau – fast ein Bilderbuch-Bahnhof

Sie sind Sehnsuchtsorte und Verkehrsknotenpunkte: Unsere Bahnhöfe. Tagtäglich nutzen sie mehrere tausend Pendler, um zur Arbeit, zur Schule oder in andere Orte zu kommen. Grund genug, die Bahnhöfe in Eichenau, Olching, Gröbenzell und Puchheim einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

EichenauGünter Lederer macht es sich fast jeden Tag am S-Bahnhof gemütlich, genauer gesagt beim Kiosk der Bäckerei Fritz. Dort genießt der 61-Jährige, der bereits im Ruhestand ist, seinen Kaffee, liest die Heimatzeitung und schaut dem Kommen und Gehen der Pendler zu. Entsprechend gut kennt er die örtlichen Gegebenheiten und kommt fast schon ins Schwärmen, wenn er von „seiner“ Haltestelle erzählt.

„Die Eichenauer brauchen sich über ihren Bahnhof nicht beschweren“, sagt der 61-Jährigen. Seit kurzem steht sogar ein gelbes Telefonhäusl am Bahnhofsvorplatz. „Darin ist aber kein Telefon, das ist nämlich eine Büchertauschbörse“, erklärt der ehemalige Polizist. Sprich man kann sich dort Bücher ausleihen, mitnehmen und auch welche hineinstellen. „Das ist doch richtig praktisch, wenn man keinen Lesestoff dabei hat“, meint Lederer. Die Idee dazu hatte der ehemalige SPD-Gemeinderat Michael Gumtau. Um die sogenannte Bücherzelle kümmert sich der örtliche Förderverein für kulturelle Bildung

Zwar gibt es eine Bibliothek für Reisende, doch einen Aufzug sucht man am Eichenauer Bahnhof vergebens. „Der wäre für die Senioren des benachbarten Altenheimes schon wichtig“, sagt Angelika Landrock (65).

Trotzdem: Barrierefreiheit wird in der Starzelbachgemeinde großgeschrieben. Alle Bahnsteige sind über Rampen zugänglich. Der Weg zum Gleis für die Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und Senioren mit Rollatoren verlängert sich dadurch aber.

Bei den Toiletten brauche sich der Bahnhof laut Lederer nicht verstecken: Es gibt ein Pissoir, und zwei behindertengerechte Toiletten, eine davon sogar mit Wickeltisch. „Manchmal sind die Anlagen morgens schmutzig, aber sie werden jeden Vormittag gereinigt, und Saubären gibt es halt leider überall“, sagt der 61-Jährige.

An vielen Bahnhöfen in der Region mangelt es an Stellplätzen, doch in Eichenau ist das nicht der Fall. Es gibt auf der Nord- und auf der Südseite reichlich Parkplätze, für die auch keine Gebühren zu zahlen sind. Im Süden befinden sich zwei große überdachte Abstellplätze für Radl. Landrock und auch Pendler Jürgen Waldhier sagen: „Der Bahnhof ist eigentlich ganz gut in Schuss.“

Im Kiosk gibt es Gebäck und Kaffee, auch Fahrkarten können dort werktags zwischen 5.30 und 18 Uhr gekauft werden. „Die Kunden jammern eigentlich nur bei Verspätungen oder Fahrpreiserhöhungen“, erzählt Verkäuferin Lutfiye Aslan. Und wenn so mancher Fahrgast am Ticketautomaten zu scheitern droht, dann kann es passieren, dass Bahnhofs-Dauergast Günter Lederer zu Hilfe eilt. Er sagt: „Angeblich bekommen wir demnächst sogar einen W-Lan-Hotspot – also ich bin schon recht zufrieden mit dem Eichenauer Bahnhof.“ (akk)

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