Schlimmer Anblick: Eine junge Spaziergängerin fand das tote Tier auf dem Areal von Gut Roggenstein.
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Schlimmer Anblick: Eine junge Spaziergängerin fand das tote Tier auf dem Areal von Gut Roggenstein.

Eichenau

Freilaufender Hund beißt Reh in Landschaftsschutzgebiet tot

Wilderei bei Gut Roggenstein: Ein Hund – wohl nicht angeleint – hat im neuen Landschaftsschutzgebiet „Emmeringer Leite/Eichenauer Wald“ ein Reh gerissen. Dafür gibt es auch Zeugen.

Eichenau - Eine junge Spaziergängerin, die mit ihrem Hund regelkonform unterwegs war, hatte das tote Tier nach Auskunft des Jagdpächters Harald Gößl entdeckt und ihre Eltern informiert. Danach fand die Meldung den Weg zum Jäger und dessen Gehilfen Carsten Maul. Dessen Lebensgefährtin informierte das Tagblatt.

Nach deren Angaben wurde der Fall von der Polizei aufgenommen. Die Tagblatt-Nachfrage bei den drei Polizeiinspektionen ergab allerdings etwas anderes: Es liegt nichts dergleichen vor. Dafür könnte es aber eine Erklärung geben, wie Olchings Polizei-Chef Hartwin Lang sagt. Immer wieder komme es vor, dass die Menschen doch nicht zur Polizei gehen – oder aber erst die Zuständigkeit geklärt werden müsse.

Es muss ein größerer Hund gewesen sein

Denn das Gebiet, in dem sich der Vorgang ereignete, liegt über mehrere in Frage kommende Gemarkungen (Eichenau, Olching und Emmering) verteilt. Was wohl feststeht: Es war ein größerer Hund, der das Reh angefallen hat. „Das kann man anhand der Bissspuren erkennen“, erklärte der für das Gebiet von Gut Roggenstein zuständige Jagdpächter. Er fügte hinzu, dass ein solcher Vierbeiner sich wahrscheinlich öfters schon so verhalten habe.

Leinenpflicht-Appell

Gößl appellierte eindringlich, dass sich die Hundebesitzer unbedingt an die geltende Leinenpflicht halten sollten. Selbst bei gut erzogenen Vierbeinern würde der Jagdtrieb durchbrechen. „Das ist eben in der Natur des Hundes.“ Dieses Gebiet, in dem sich der Vorfall ereignete, ist seit kurzem als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und entsprechend ausgeschildert. „Bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen“, ruft der Jagdpächter die Spaziergänger auf. Er zeigte Verständnis, dass Mensch und Tier in Corona-Zeiten nach draußen wollten. Aber es gelte, Pflanzen, Tiere und deren Umgebung zu schützen.

Grundsätzlich hält der Jagdpächter die Hundebesitzer für einsichtig und kooperativ, wenn man sie an die Leinenpflicht erinnere. Es seien immer nur einzelne, die ausreißen.

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