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Postboten aus Eichenau müssen zukünftig ihre Briefe und Pakete aus Gröbenzell holen. (Symbolfoto)

Briefträger am Limit

Sparzwang: Weitere Wege für Postboten

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Die Post muss sparen, und das bekommen nun einige Zusteller besonders zu spüren: Sie müssen ab sofort von Gröbenzell nach Eichenau radeln, um dort ihre Briefe einzuwerfen. Bei Wind und Wetter beträgt allein die Anfahrt um die sechs Kilometer. Das könnte auch Auswirkungen auf die Kunden haben.

Eichenau – Die Eichenauer Zusteller sind ziemlich sauer. Aus Angst um ihren Job wollen sie zwar lieber nicht mit der Zeitung reden, aber dass die Stimmung schlecht ist, ist kein Geheimnis. Nach Tagblatt-Informationen sind die meisten über 50 Jahre alt und schon lange bei der Post angestellt. Nun kam die Hiobsbotschaft: Ab dem heutigen Dienstag sollen sie von Gröbenzell nach Eichenau radeln. Bei Wind und Wetter, auch wenn es so schüttet wie in den vergangenen Tagen. Es besteht die Sorge, dass diese körperliche Belastung plus die eigentliche Tour von durchschnittlich 25 Kilometern die Postboten an ihr Limit bringt.

Die Umstellung ist notwendig, weil die Post den Zustellstützpunkt an der Hauptstraße in Eichenau schließt. „Das hat wirtschaftliche Gründe“, erklärt Unternehmenssprecher Klaus-Dieter Nawrath. Sprich: Die Kosten für Immobilien sollen reduziert werden. Nicht das Personal, wie Nawrath ausdrücklich betont. Auch dass die Post spart, ist kein Geheimnis.

Post muss mit Privatautos abgeholt werden

Ab sofort läuft also alles für Eichenau vom Sammelpunkt in der Augsburger Straße in Gröbenzell aus. Die Zusteller fahren morgens mit ihren Privatautos dorthin. Dann bereiten sie ihre Fracht vor und packen ihr Fahrrad. Schließlich geht es in Richtung Eichenau. Es sind um die sechs Kilometer einfach, durch Puchheim durch.

„Es geht nicht anders, weil es in Puchheim keinen Zustellstützpunkt gibt“, erklärt Nawrath. Drei Postboten werden mit dem Fahrrad fahren, drei mit dem Auto. Eine Reaktion darauf, dass immer mehr Pakete verschickt werden, und immer weniger Briefe. Pakete lassen sich mit dem Rad schlecht transportieren, erklärt Nawrath.

E-Bikes sollen die Belastung der Postboten reduzieren

Den Kollegen auf dem Fahrrad sollen außerdem E-Bikes zur Verfügung gestellt werden, damit es sich leichter strampelt. „Niemand soll überfordert werden“, versichert der Post-Sprecher. Alles sei mit dem Betriebsrat abgestimmt und halte sich an die Vorgaben des Sozialplans. „Der Betriebsrat würde sonst nicht mitspielen.“ Der Weg zum Zustellungsbezirk würde selbstverständlich in die Arbeitszeit einfließen. Das bedeutet, dass niemand unter dem Strich länger arbeiten müsste als vorher – zur Not würde der Bezirk kleiner.

Nach Tagblatt-Informationen haben die Briefträger allerdings Sorge, dass sie eher noch mehr Haushalte versorgen müssen. Waren es früher 800, sollen es jetzt um die 1000 Stück sein. Doch Nawrath dementiert dies ausdrücklich.

Briefe könnten später zugestellt werden

Was die deutlich längere Fahrradstrecke angeht, meint er: „Die meisten machen das auch gerne.“ Für Zusteller gehöre das Radeln zum Job. Aber klar, wenn es regnet, dann regnet es. „Wir haben aber sehr gute wasserdichte Kleidung.“ Da würden die Postboten zumindest trocken bleiben.

Für die Kunden hat die Umstellung möglicherweise ebenfalls Auswirkungen, je nachdem, wo sie wohnen. Durch die Neugestaltung der Touren kann es sein, dass Briefe später kommen als bisher. Dafür sind sie dann eine extra Strecke gereist.

Ein weiteres Aufreger-Thema im Landkreis ist das endgültige Aus des Kult-Lokals Hexe in Gröbenzell. 

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