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Museum in Ferien zu: Pfefferminzler empört

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Von: Hans Kürzl

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Die Tür ist zu: Hans Kugler kann wegen der Baustelle an der Starzelbachschule derzeit im Pfefferminzmuseum keine Besucher mehr empfangen.
Die Tür ist zu: Hans Kugler kann wegen der Baustelle an der Starzelbachschule derzeit im Pfefferminzmuseum keine Besucher mehr empfangen. © Kürzl

Das Pfefferminzmuseum ist ein Markenzeichen der Gemeinde Eichenau. Ausgerechnet in den Ferien, in denen die meisten Besucher kommen könnten, muss es dicht machen – wegen der Baustelle an der Starzelbachschule. Sogar eine größere Veranstaltung in Kooperation mit dem Landkreis könnte gefährdet sein.

Eichenau – Dass das an der Parkstraße liegende Pfefferminzmuseum am 14. August seine Pforten nicht öffnen konnte, hat Hans Kugler erst drei Tage zuvor erfahren. „Eher zufällig“, wie der Vorsitzende des Fördervereins erklärt. Er sei an der Baustelle der Starzelbachschule vorbeigeradelt und habe dort den Hinweis entdeckt, dass erst einmal bis zum 4. September geschlossen bleiben muss. Von dieser Maßnahme hätten er und der Verein von der Gemeinde keine Nachricht erhalten, erklärt der Vorsitzende auf Nachfrage. Kugler ist keiner, der aufbraust, aber verwundert ist er darüber schon. „Offenbar hat man uns vergessen“, sagt er.

Jetzt musste alles sehr kurzfristig organisiert werden. Von jetzt auf gleich folgte eine Pressemitteilung des Vereins über die Schließung, es gibt zudem einen Hinweis auf der Homepage des Fördervereins Pfefferminzmuseum. „Wir haben alles versucht, dass die Leute wenigstens nicht vor verschlossenen Türen stehen müssen“, betont Kugler. Seit 1986 hat das Museum Sonntagnachmittag für zwei Stunden geöffnet.

Öffnungstermin noch unbekannt

Ärgerlich ist die kurzfristige Schließung auch deshalb, weil das Museum an den drei vorausgehenden Feriensonntagen laut dem Vorsitzenden doch auf überdurchschnittlich großes Interesse stieß. „Da hat man dann halt den Besuch mitgenommen oder die Verwandtschaft“, freut sich Kugler. Das geht jetzt erst einmal nicht mehr.

Denn die Bauarbeiten an den Außenanlagen der benachbarten Starzelbachschule blockieren den Zugang zum Pfefferminzmuseum. Dabei ist dieser sowieso schon eine Behelfslösung. Im Moment wäre der Weg zum Eingang eine einzige Stolperfalle.

So richtig festlegen, wann das Kleinod unter den Museen wieder öffnen kann, will man sich im Rathaus nicht. „Ich hoffe, nach übernächster Woche“, sagt Bürgermeister Peter Münster auf Tagblatt-Anfrage. Also könnte am 11. September wieder alles normal laufen.

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Die Ungewissheit liegt an einem Problem, das derzeit nicht nur an Baustellen regelmäßig auftritt: Lieferschwierigkeiten. Das deutet zumindest ein Mitarbeiter des gemeindlichen Bauamtes an. Vonseiten des Architekturbüros wollte man dazu keine Auskunft erteilen.

Bleibt die Frage: Warum erfuhren die Pfefferminzler nichts von der Schließung? Offensichtlich hakte es an der Kommunikation. Bürgermeister Münster erklärte jedenfalls, dass bei Verzögerungen oder wichtigen Vorgängen die Gemeinde durch die Bauleitung informiert werde und dies dann so schnell wie möglich an die betroffenen Vereine weitergeleitet werde. Daher konnte er auch nicht nachvollziehen, warum der Informationsfluss an die Vereine hakte.

Die Schützen sind auch betroffen

Dazu gehört die Schützengesellschaft Immergrün Eichenau. Die wäre zwar laut 1. Schützenmeister Claus Guttenthaler durch Baumaßnahmen grundsätzlich auch betroffen. „Wir haben aber Sommerpause, so ist es für uns nicht so dramatisch“, teilte Guttenthaler mit. Von der jetzigen Baumaßnahme sei er zwar telefonisch informiert worden, aber auch sehr kurzfristig.

Für Kugler geht die Zitterpartie weiter. In der Gemeinde hat er schon durchklingen lassen, dass am 11. September wieder regulär geöffnet sein sollte. An diesem Tag wird in Bayern zum „Autofreien Sonntag“ aufgerufen.

Die Bevölkerung ist eingeladen, den Landkreis mit ÖPNV und Fahrrad zu erkunden. Eines der Ziele im Programm, das vom Landratsamt bereits beworben wird, ist das Pfefferminzmuseum in Eichenau. „Verschlossene Türen sollte es da nicht mehr geben“, betont Kugler. Eine kurzfristige Absage bei der Kreisbehörde möchte er sich ersparen.

Mit kurzfristigen Mitteilungen hatte die Gemeinde allein in den letzten zwölf Monaten zweimal Kritik auf sich gezogen – beide Male war der Eichenauer SV betroffen. Im September 2021 musste der ESV ein Handballspiel absagen, weil das Corona-Hygiene-Konzept in den Duschen nicht umgesetzt war. Im März diesen Jahres musste der ESV wegen der Einquartierung der Ukraine-Flüchtlinge seinen Hallen-Spielbetrieb innerhalb von zwei Wochen umorganisieren. (Hans Kürzl)

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