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Sich schnell mal eine Coffee-to-go holen. Das machen viele – und produzieren dadurch Berge von Müll. Die Eichenauer SPD hat den Pappbechern nun den Kampf angesagt.

Antrag an den Gemeinderat

Pappbecher ade! SPD fordert Pfandsystem

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Rund drei Milliarden Pappbecher verbrauchen die Deutschen pro Jahr. Viel zu viel für die SPD. Deshalb machen sich die Genossen für ein Pfandsystem stark. 

Eichenau – Einen entsprechenden Antrag hat die SPD nun im Gemeinderat gestellt. Darin heißt es auch, dass es eine grundsätzliche Bereitschaft in der Gemeinde gebe, auf Pappbecher zu verzichten und so dem Beispiel Fürstenfeldbrucks zu folgen. Drei Bäckereien in Eichenau hätten bereits signalisiert, an einem Pfandsystem teilnehmen zu wollen, führte Gertrud Merkert (SPD) aus.

Doch die Idee der Genossen kam im Gremium nicht so gut an. Angesichts der deutlichen Zurückhaltung der Räte sprach Merkert von einer „kleinkarierten Diskussion“. Selbst die auf Umweltschutz bedachten Grünen konnten sich damit nicht so recht anfreunden. Christine Ganzhorn verwies nicht nur auf die wenigen Erfahrungen mit Pfandbechern, sondern auch auf die schmale Basis. „Mit nur drei Bäckereien werden wir auf die Schnauze fallen“, sagte sie. Ihrer Ansicht nach sollten auch Cafés und Eisdielen die Pfandbecher anbieten.

Auch das Brucker Modell taugt laut den Grünen nicht als Vorbild. „Der Becher vergilbt schnell“, sagte etwa Marion Behr. Er sei nicht lange im Umlauf und daher alles andere als nachhaltig.

In eine ähnliche Richtung zielte Michael Wölfl (CSU). „Den Imagegewinn will ich gar nicht verleugnen, aber es ist nicht mehr als eine nette Idee.“ Denn viele würden die Becher zu Hause benutzen, sodass immer wieder neue produziert werden müssten. In dem Zusammenhang schlug Inge Hoffmann (CSU) vor, Kunden, die mit einem eigenen Becher kommen, zu belohnen, indem sie den Kaffee günstiger bekämen.

Weitgehend einig war man sich, dass ein eigenständiges Pfandsystem wenig praktikabel sei. „Wir brauchen keine Insellösung“, sagte Claus Guttenthaler (FW). Grundsätzlich will man sich an das Brucker Modell anschließen oder in dessen Becher-Kreislauf sogar einklinken.

Bürgermeister Peter Münster (FDP) befürwortet diese Variante, bei der knapp 2500 Euro an Kosten für die Beschaffung von 750 Trinkgefäßen anfallen würden. Die Variante mit einem eigenen Logo würde sich auf etwa 3100 Euro belaufen. Eine Entscheidung für oder gegen die Pfandbecher wurde letztendlich nicht getroffen. Das Thema soll in der Sitzung am Dienstag, 28. November, erneut diskutiert werden. Bis dahin sollen die Vorschläge für den Becher und das Pfandsystem präzisiert werden.

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