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Bis zur S-Bahnstation Fürstenfeldbruck soll es zukünftig vier Gleise geben. Dafür kämpfen schon seit Jahren Bürger und Verbände der betroffenen Kommunen. 

Eichenau

Petition für viergleisigen Ausbau der S 4

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Der drei- oder viergleisige Ausbau der S4-Bahnstrecke beschäftigt die Anwohner der Trasse schon seit Jahren. Die Gemeinde Eichenau setzt sich jetzt ganz offensiv für das vierte Gleis ein – mit einem Brief an die höchste Instanz.

Eichenau – Der Bayerische Landtag wird demnächst Post von der Gemeinde Eichenau erhalten. Inhalt wird eine Petition sein, die den viergleisigen Ausbau der S-Bahnlinie 4 bis Fürstenfeldbruck fordert. Alles andere wäre teure Flickschusterei – Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit würden nicht abgebaut, so ein Kernpunkt.

Ausgegangen war die Initiative dazu bereits im März dieses Jahres von den Grünen. Im Gemeinderat fiel der entsprechende Beschluss nun über alle Fraktionsgrenzen hinweg einstimmig aus. „Die Petition ist notwendig, um den Landtag noch einmal aufmerksam zu machen“, begründete Umweltreferentin Marion Behr (Grüne) das Ansinnen ihrer Fraktion.

Eine der lustigsten Ideen überhaupt

Unterstützung fand sie bei Martin Eberl (SPD), Sprecher der Bürgerinitiative zum S4-Ausbau. „Wenn wir die Chance auf viergleisig haben, sollten wir es machen.“ Da solle man keinen Rückzieher machen und die Petition auf den Weg bringen. Dass es inzwischen wieder politische Überlegungen in Richtung Viergleisigkeit gebe, ändere daran nichts. Nur den Bahnhof Eichenau viergleisig auszubauen, so ein Gedanke aus der CSU-Fraktion, bringe nichts. Bahnexperte und Verkehrsreferent Andreas Knipping (SPD) beurteilte den Vorschlag „als eine der lustigsten Ideen in dieser Diskussion überhaupt“. Losgelöst von allen anderen Maßnahmen sei das gar nicht zu verwirklichen, so Knipping.

Bürgermeister Peter Münster (FDP) schloss sich bei dem Votum zwar dem Gemeinderat an, zeigte sich aber skeptisch. „Ich leite die Petition an die zuständige Stelle weiter. Es wird uns aber kaum weiterhelfen“, so Eichenaus Gemeindeoberhaupt.

Nicht wesentlich weiter kam das Gremium auch bei den Plänen der Bahn, die den Umbau im Banhofsumfeld betreffen. Die Grünen wollten diese Thematik erst gar nicht diskutieren, da in dem Tagesordnungspunkt von Dreigleisigkeit die Rede war. „Wie vereinbart sich das mit dem Beschluss von vorher“, fragte Rike Schiele.

Und der Radschnellweg?

Von Seiten der Freien Wähler unterstützte dies Claus Guttenthaler: „Die Bahn plant dann schneller als wir denken.“ Der Gemeinderat würde nach außen hin unglaubwürdig wirken. Dennoch befand eine Mehrheit, dass man sich nichts vergebe, wenn man zum Beispiel über Bahnsteigzugänge, Überdachungen und die künftige Trasse der Aubinger Straße diskutiere. Ein fast sieben Meter breiter Radschnellweg, der wegen verschiedener baulicher Vorgaben 1,5 Millionen Euro je Kilometer kostet, müsste so angelegt werden, dass Raum für die Viergleisigkeit bleibt.

Die neue Führung der Aubinger Straße sollte zudem so gelegt werden, dass sie nicht über Olchinger Gebiet führt. Man wolle nicht allzu sehr vom guten Willen der Nachbarkommune abhängig sein, hieß es in einigen Wortmeldungen. Allerdings wurde die Befürchtung laut, dass das Wäldchen, das eine Art Grenze zwischen Eichenau und der Stadt Puchheim bildet, dann geopfert werden müsste.

Weiter kritisch betrachtet wurden die Umbaupläne der Bahn, die erstmals im Juli im Gemeinderat vorgestellt wurden. Unmut wurde unter anderem darüber geäußert, dass die Zahl der Zugänge zum Bahnhof von sieben auf zwei zentrale verringert werden soll.

Gleiches gilt für die Pläne der Bahn das historische Bahnhofsdach abzureißen. Dass sich der größere Teil der Überdachung auf dem Bahnsteig Richtung München befinden soll, fand dagegen Zustimmung. Als zu aufwändig und damit zu teuer wurde allgemein eine zusätzliche Fuß- und Radunterführung im Durchlass des Starzelbachs angesehen.

Offener Brief ans Ministerium

Der Freie Wähler Michael Pausch aus Puchheim hat einen offenen Brief an das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr geschrieben. In dem fünfseitigen Schreiben beklagt er die derzeitige Situation auf der S4-Bahnstrecke und gibt Verbesserungsvorschläge. Die Hauptkritikpunkte sind: Regelmäßig werden nur Züge mit zwei Zugteilen statt drei eingesetzt. Im Störungsfall werden keine oder nur ungeeignete Maßnahmen ergriffen. Informationen für die Fahrgäste bleiben häufig aus. Die Anzeigen an den Bahnhöfen seien teilweise monatelang außer Betrieb.

 Es gebe auch keinen Konkurrenzdruck durch andere Anbieter. Die Forderungen sind: Während den Hauptverkehrszeiten sollen nur noch Langzüge (drei Wagons) eingesetzt werden. Informationen zu Zugausfällen und Störungen sollen schnell und inhaltlich korrekt weitergegeben werden. Die Bahn muss sicherstellen, dass bei Störungen der Streckenast der S 4 – wie häufig – nicht benachteiligt wird. Es muss jetzt mit vier Gleisen geplant werden – nicht mit drei. Das Ministerium soll transparenter mit den Informationen zum Ausbau umgehen, besonders jetzt vor den Kommunalwahlen.

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