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Hier sollen etliche neue Wohnungen entstehen: Der Parkplatz an der Eichenauer S-Bahn bietet zumindest jede Menge Fläche.

Eichenau

Pilotprojekt: Stelzenhäuser über dem Bahnhofs-Parkplatz

  • vonHans Kürzl
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Eichenau rechnet sich hohe Chancen aus, von der Bahn für ein Pilotprojekt ausgesucht zu werden: Der P&R-Parkplatz am S-Bahnhof soll umgestaltet werden, damit dort neue Wohnungen entstehen können. Vielleicht sogar auf Stelzen. Auch eine Tagesklinik ist im Gespräch.

EichenauDie Zeichen stehen zumindest gut, wenn es nach Bürgermeister Peter Münster geht. Bereits Ende Januar ist ein Termin unter anderem mit Vertretern des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr sowie der Deutschen Bahn geplant. „Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, dass wir da in ein Pilotprojekt hineinkommen“, erklärte Münster in der jüngsten Sitzung der Kommission für Ortsentwicklung. Es ist bekannt, dass die Bahn nach Standorten sucht, an denen man Parkflächen für neuen Wohnraum nutzen könnte, indem man auf einen besonderen architektonischen Kniff zurückgreift. Stichwort: Stelzenhäuser.

Bislang hieß es, dass Eichenau einer von vielen möglichen Orten wäre, wo man sich so etwas vorstellen könnte. Die Eichenauer sind allerdings schon Feuer und Flamme und entwickeln eifrig Ideen für ihre P&R-Anlage Süd. „Im Moment befinden wir uns aber noch im Vorüberlegungsstadium“, sagte Bürgermeister Münster. Die Bahn habe lebhaftes Interesse an einem solchen Projekt.

Wohnungen südlich der S-Bahn

Kathrin Geßl vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) präsentierte in der Sitzung erste Ideen für die zwischen 70 und vielleicht sogar über 100 Wohnungen südlich der S-Bahnlinie. Eine Variante ist tatsächlich der Stelzenbau, wie es ihn zum Beispiel schon am Dantebad in München gibt. Dieser stieß beim Gremium jedoch auf weniger Wohlwollen als die Alternative: Vor den Wohnungen soll ein Parkhaus errichtet werden, das ein Problem lösen könnte: den Lärmschutz. Eine weitere Option wäre eine Schallschutzwand. Eine Höhe von rund viereinhalb Metern wurde als ausreichend erachtet. „In den oberen Stockwerken würde man die Geräusche vom Bahnhof kaum mehr wahrnehmen“, erklärte Sicherheitsreferent Josef Spies (CSU). Rike Schiele (Grüne) fand allerdings den Ausblick auf den Bahnhof nicht wirklich attraktiv.

Pläne in frühem Stadium

Auch wenn die Pläne sich noch in einem frühen Stadium befinden, gibt es bereits einen Mitspieler: das evangelische Pflegezentrum und dessen Betreiber „Innere Mission“ sind äußerst interessiert. Vorstellbar sei, eine Tagesklinik in einem Teil der Gebäude im Erdgeschoss unterzubringen. Die örtliche Nähe zum Pflegezentrum sei ein Kriterium für diesen Wunsch. Ansonsten seien im Erdgeschoß Einzelhandelsgeschäfte oder auch Arztpraxen vorstellbar.

Doch egal, für welche Variante sich man entscheiden sollte, steht fest: Die wegfallenden P&R-Parkplätze im Süden des Bahnhofs sollen in den Bereich nördlich der Gleise verlegt werden. Das Grundstück im Süden gehört der Bahn, im Norden teilt sie sich die Flächen mit der Gemeinde in etwa zur Hälfte. Der Wendehammer soll wegen des Bring- und Holverkehrs nach Möglichkeit unverändert bleiben.

Für die künftigen Bewohner soll außerdem ein Anreiz geschaffen werden, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Möglicherweise gibt es für sie Ermäßigungen. Nicht notwendig seien neue Betreuungseinrichtungen für Kinder. Auf Anfrage von Claus Guttenthaler erklärte Bürgermeister Münster, dass man wohl allenfalls mit einer zusätzlichen Kindergartengruppe zu kalkulieren habe.

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