Die Badeinsel bleibt bestehen. Damit lehnt man sich an Bruck an. Schilder sollen ein Mindestmaß an Hinweisen geben. 	Foto: hk
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Die Badeinsel bleibt bestehen. Damit lehnt man sich an Bruck an. Schilder sollen ein Mindestmaß an Hinweisen geben.

Eichenau

Regeln mit Maß: Die Badeinsel darf bleiben

  • vonHans Kürzl
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Viele werden sich noch an die Diskussion um die Badeinseln in Seen erinnern: Nach Gerichtsurteilen kursierte die Angst der Kommunen vor Schadensersatzansprüchen. Auch in Eichenau machte man sich seine Gedanken, auch über die Satzung an sich. Das Ergebnis dürfte eingefleischte Badefreunde freuen.

Eichenau – Die wichtigste Nachricht vorweg: Die Insel mitten im Eichenauer Badesee soll bleiben. Diesem Vorschlag der Verwaltung folgte der Gemeinderat einstimmig. Ebenso entschied man sich dafür, die bestehende Satzung aufzuheben und keine neue zu schaffen. Eine Hausordnung zu erstellen, reiche vollkommen aus, so das Gremium mehrheitlich.

Diesen Entscheidungen vorausgegangen war eine lebhafte Diskussion. Bürgermeister Peter Münster (FDP) sprach zu Beginn diejenigen an, die die Vorschriften am See überwachen sollten – beziehungsweise für Sicherheit sorgen. Im Gespräch war ein privater, kommerziell arbeitender Wachdienst für unter der Woche. Die Wasserwacht stünde diesem aber skeptisch gegenüber, erklärte der Rathauschef.

Wasserwacht soll für Sicherheit sorgen

Es sei den eigenen Mitgliedern nur schwer zu vermitteln, dass man selbst ehrenamtlich am Wochenende arbeite, während andere unter der Woche dafür bezahlt würden, hieß es seitens der Wasserwacht. Daher schlug die Gemeinde vor, unter den Mitgliedern nachzufragen, ob denn zu einem honorierten Dienst unter der Woche Bereitschaft bestünde.

Zustimmung erhielt der in der Sitzungsvorlage ausgeführte Gedanke, den Begriff des „Freibades“ zu streichen und das Areal als Naherholungsanlage auszuweisen. Ähnlich wie in Germering könne man dann von einem Gebiet mit Bademöglichkeit sprechen. Dass es neben dem See einen Volleyball- und Tischtennisplatz, Skateranlage, Trimm-Dich-Pfad und Sitzbänke gibt, könne so einen Schritt erleichtern. Bedenken, dass man Ruhestörung oder Randale nicht in den Griff bekäme, zerstreute Planungsreferent Andreas Zerbes (SPD): „Das können wir über eine Hausordnung regeln.“

Gewisses Maß an Gefahr

Mehrfach erfolgte auch der Hinweis, man müsse an einem See mit einem gewissen Maß an Gefahren leben. „Aus unserem Baggerweiher müssen wir keine besonderen Gefahren konstruieren“, sagte Claus Guttenthaler (FW). Noch bildhafter erklärte es Baureferent Sepp Spiess (CSU): „Da dürfte dann eigentlich kein Mensch mehr Auto fahren, weil ein Unfall ja auch immer passieren kann.“ Dem hielt Bürgermeister Münster entgegen, dass bei Schadensersatzansprüchen „eine gewisse Amerikanisierung mit hohen Summen“ um sich greife.

Dies bezog sich unter anderem auf den Badesteg nahe der Wasserwachthütte, der kein Geländer aufweist. Man könne selbst mit einem Geländer Verletzungen oder einen unbedachten Sprung ins Wasser nicht ausschließen, so Spiess. Dem schloss sich der Gemeinderat mehrheitlich an. Ein Geländer wurde ebenso abgelehnt wie die komplette Entfernung des Steges.

So läuft es am Pucher Meer

Auch am Pucher Meer in Fürstenfeldbruck wird die Badeinsel wieder ins Wasser gelassen. Damit die Stadt bei Unfällen nicht haftet, wurde eine Hausordnung erstellt. Sie regelt auch die Nutzung von Standup-Paddels und Schlauchbooten. Eine Sperrstunde gibt es nicht. Im Sommer 2019 hatte der Abbau der Insel für Aufregung gesorgt. Nach Gerichtsurteilen drohte Kommunen, bei Unfällen in Haftung genommen zu werden. In Eichenau hatte man die Insel trotzdem belassen.

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