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Saatkrähen: Beispielfoto

Geld für Vergrämungsmaßnahmen

Eichenau rüstet sich gegen die Krähen

In Puchheim haben die Krähen bereits schlagzeilenträchtige Berühmtheit erreicht. Im benachbarten Eichenau will man es dazu gar nicht erst kommen lassen.

Eichenau – Von den rund 400 Brutpaaren in der Stadt Puchheim ist man in der Nachbargemeinde noch weit entfernt. Susanne Bierl vom Umweltamt in Eichenau benennt sechs Nester, die man in diesem Jahr vor allem im Bereich des Friedhofs beobachtet hat. Der liegt in Rufweite des Schopflacher Wäldchens, eine der Puchheimer Problemzonen in Sachen Saatkrähen.

Doch Bierl spricht ebenfalls davon, „dass sich das Problem auch für Eichenau verschärfen kann“. Das zeigt das Beispiel in Puchheim. Seit sich dort die Krähen vor neun Jahren ansiedelten, ververmehrten sie sich stark, seit sie bekämpft werden aber praktisch explosionsartig. Aus anfangs acht sind über 400 Nester geworden.

In diese Dimensionen will man in Eichenau gar nicht erst gelangen. Deshalb wird die Gemeinde im kommenden Jahr 20 000 Euro insbesondere für Vergrämungsmaßnahmen ansetzen. Dies ergaben die Haushalts-Vorberatungen. Die Mittel für die Krähenbekämpfung sind im Haushaltsposten für den Friedhofs-Unterhalt enthalten, für den insgesamt 47 000 Euro vorgesehen sind.

„Die Idee ist, die Splitterkolonien sofort wieder wegtreiben zu lassen“, sagte Bürgermeister Peter Münster (FDP) in der Gemeinderatssitzung. Der Maßnahmenkatalog ähnelt durchaus den vielen Versuchen der Stadt Puchheim, dem Problem Herr zu werden. Wie Bierl von der Eichenauer Verwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung erläuterte, denke man unter anderem daran, ein so genanntes Bird-Guard-System, eine akustische Vogelabwehr, zu installieren. Auch die Entnahme der Nester oder von bereits gelegten Eiern werde in der Gemeinde diskutiert. Dies müsse aber von der Naturschutzbehörde in der Regierung von Oberbayern bewilligt werden. Auf jeden Fall steht man wegen der Krähen mit etlichen Kommunen in regem Austausch. Auch Germering und Maisach sind davon betroffen. Konkrete Maßnahmen seien aber in Eichenau noch nicht geplant, so Bierl

Von Seiten der Regierung von Oberbayern hatte man sich jüngst gegen ein interkommunales Ping-Pong-Spiel ausgesprochen, das die Vögel nur von einer Kommune in die nächste vertreibe. Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) hatte in einer Stadtratssitzung im November ebenfalls erklärt, er wolle kein Vertreibungsspiel auf Kosten anderer Kommunen mitmachen.

Eher als Randbemerkungen fielen im Eichenauer Gemeinderat andere Möglichkeiten. „Wir haben einen Schützenverein“, erklärte Peter Zeiler (CSU). Dem entgegnete Claus Guttenthaler (FW) als Vorsitzender des Vereins: „Mit unseren Geräten können wir die Vögel allenfalls erschrecken.“ (hk)

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