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Bücher und Lebensmittel: Sein Schrank rettet nicht nur Lebensmittel

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Früher war es ein Kleiderschrank: Moritz Erken vor seinem selbst gebauten Fairteiler-Schrank (links Lebensmittel, rechts Sachgegenstände) an der Zugspitzstraße 19.
Früher war es ein Kleiderschrank: Moritz Erken vor seinem selbst gebauten Fairteiler-Schrank (links Lebensmittel, rechts Sachgegenstände) an der Zugspitzstraße 19. © HK

Der Eichenauer Moritz Erken hat einen ganz besonderen Schrank gebaut: Dieser soll dabei helfen, Ressourcen zu schonen – und somit die Umwelt. Auf der einen Seite kann man Lebensmittel abholen, auf der anderen Bücher.

Eichenau – Teilen, tauschen, spenden, nehmen, verschenken – auch so lässt sich die Idee zusammenfassen, die Moritz Erken in seinen so genannten Fairteiler-Schrank an der Zugspitzstraße 19 gepackt hat: links lagern Lebensmittel, rechts Bücher, Spiele und Tassen. Man kann es aber ebenso als eine Mischung aus Buch-Haltestelle und Lebensmittelretter bezeichnen.

Der 26-Jährige hat bekannte Ideen und Konzepte kombiniert. „Ich kenne das schon länger aus größeren Städten. Deshalb dachte ich mir, warum nicht auch in einer Gemeinde wie Eichenau.“ Gesagt, getan.

Was früher als Kleiderschrank gute Dienste tat, wurde von Erken eigenhändig umgebaut, frisch bemalt und mit neuen Schiebetüren versehen. Und am heimischen Gartenzaun – innerhalb des Grundstücks – war außerdem sehr schnell ein geeigneter und frei zugänglicher Platz gefunden, wo das schmucke zwei Meter hohe Teil einen publikumsträchtigen Standort bekam.

Und es funktioniert. Bereits nach einer Woche hat sich die Idee rumgesprochen. Immer wieder würden Spaziergänger oder Nachbarn anhalten, etwas herausnehmen oder einfach nur einen Blick hineinwerfen. Auch Erken tut das regelmäßig wegen der Lebensmittel.

Etwas Kontrolle ist notwendig

Ein wenig kontrollieren müsse man schon, ob alles richtig verpackt sei, und ob auf Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum geachtet wurde. Trockenware, Obst, Gemüse, Brot, Pilze und Getränke sind Dinge, die Erken gerne in seinem Fairteiler-Schrank sehen möchte.

Wer sich unsicher ist, kann auf einer Tafel nachlesen, was erlaubt ist. „Legt nur Lebensmittel hinein, die ihr selber noch verzehren würdet“, heißt es da.

Ähnliches gilt für den rechten Teil des Schrankes, den sogenannten Umsonstladen. „Teilt nur Gegenstände, die noch nutzbar sind.“ Was auf den Müll kommt oder kaputt ist, ist tabu. Ein gewisses Maß an Vertrauen in die Menschen brauche es schon, um eine Idee wie den Fairteiler-Schrank in die Tat umzusetzen.

Zu viel wird weg geworfen

Durch sein Landwirtschaftsstudium ist der 26-jährige Eichenauer beim Thema Lebensmittel quasi vorbelastet – was er auch ohne jedes Wenn und Aber einräumt. „Es wird zu viel und zu schnell weggeworfen“, erklärt er durchaus temperamentvoll. Darum will er versuchen, zumindest etwas dagegen zu steuern, Von „Zeichen setzen“ will Erken nicht sprechen. Aber das Bewusstsein für das Lebensmittel an sich schärfen und einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen anmahnen, das liege ihm schon am Herzen.

Deshalb soll der Fairteiler- Schrank erst einmal auf unbestimmte Zeit stehen bleiben. Dass das Möbelstück an der Zugspitzstraße etwas abseits steht, ist für Erken kein Problem. „Die Leute sind schon aufmerksam geworden“, erzählt er von Reaktionen aus den sozialen Netzwerken. Zahllose Likes sind eingesammelt und immer wieder heißt es: „Gerne teilen und weitererzählen, damit der Schrank in Zukunft gut genutzt wird“. Tauschen, spenden, nehmen eben – und nicht verschwenden oder wegwerfen.

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