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Starzel teils ohne Wasser - Trockener Bach gibt Naturphänomen frei

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Von: Tobias Gehre

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Die Trockenheit gibt den Blick frei auf selten Tuffsteinablagerungen im Starzelbach. 	foto: gehre
Die Trockenheit gibt den Blick frei auf selten Tuffsteinablagerungen im Starzelbach. © Gehre

Nach Gröben- und Ascherbach ist das nächste Gewässer im östlichen Landkreis trocken gefallen. Der Starzelbach in Eichenau führt auf mehreren hundert Metern kein Wasser mehr.

Eichenau – Unzählige Fische sind verendet. Durch die Trockenheit kommt aber ein äußerst seltenes Naturphänomen zum Vorschein.

Das Bett der Starzel ist bedeckt von Staub, Laub und Ästen. Wo sich einst Fische und andere Wasserlebewesen tummelten, herrscht jetzt Trockenheit. Grund für die Misere ist die lang anhaltende Trockenheit, erklärt Christian Leeb vom Wasserwirtschaftsamt. Diese sei vor allem im Bereich der Schotterebene westlich von München besonders ausgeprägt – also genau in jenem Bereich, den Gröben-, Ascher- und Starzelbach durchziehen. Die drei Gewässer sind seit Wochen zumindest abschnittsweise trocken gefallen.

Formationen locken in Kroatien Touristen an

Im Gegensatz zu den anderen Wasserläufen gibt der trockene Starzelbach allerdings ein Geheimnis preis, von dem bisher nur die Wenigsten wussten. Am Grund des Baches bilden sich immer wieder Tuffstein-Formationen. Kurz gesagt lagert sich dort durch das Zusammentreffen chemischer und physikalischer Faktoren viel Kalk ab. In Kroatien etwa haben sich so die Krka Wasserfälle gebildet – ein Naturwunder, dass Jahr für Jahr Zehntausende Touristen anzieht. Das Phänomen ist auf der Welt nicht oft zu beobachten.

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Dass der Eichenauer Tuffstein zum Touristen-Magnet wird, ist eher unwahrscheinlich. In der Gemeinde werden die Formationen sogar bekämpft. Die Befürchtung: Bei Hochwasser stauen sich die Fluten an den Barrieren und lassen den Starzelbach über die Ufer treten. Deshalb hat man sich in Absprache mit den Naturschutzbehörden darauf geeinigt, jedes Jahr ein Drittel des Bachs in Eichenau auszubaggern.

Von Hochwasser ist der Starzelbach momentan aber weit entfernt. Daran konnten auch die starken Niederschläge der vergangenen Wochen nichts ändern. „Die ausgetrockneten Böden nehmen derzeit sehr viel Niederschlag auf und speichern die Feuchtigkeit“, sagt Wasserexperte Christian Leeb. Das kühle Nass werde dann nicht an die Gewässer abgegeben.

Hunderte Fische sind verendet

Für die Bewohner der Bäche ist das eine Katastrophe. Ohne Wasser verenden sie. Stefan Schulz vom Fischereiverein Eichenau hat das Drama live miterlebt: „Es waren Hunderte tote Fische.“ Darunter viele Bachforellen, die auf natürliche Art im Starzelbach vorkommen. Schulz ist noch immer fassungslos. „So etwas habe ich noch nie gesehen.“ Besonders paradox sei der Anblick gewesen, da es an jenem Sonntag stundenlang in Strömen regnete – und der Bach dennoch trocken war.

Warum die Starzel heuer so trocken ist, darüber wird in Eichenau gerätselt. Bürgermeister Peter Münster hat eine Vermutung. Womöglich hänge der niedrige Wasserstand mit der heuer gestarteten Renaturierung des Wildmooses nahe des Jexhofs zusammen. In der Gegend entspringt der Starzelbach. Weil das Moor wieder nasser werden soll, wurde der Ablauf verringert. Dieses Wasser fehle jetzt womöglich im Starzelbach. Beim Wasserwirtschaftsamt ist man da skeptisch. „Das Wildmoos wird wesentlich über den Kellerbach entwässert. Dieser fließt nach Westen Richtung Amper ab“, so Amtsleiter Christian Leeb. Allerdings soll der Einfluss auf den Starzelbach noch näher geprüft werden.

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