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Beim Verteilen und Aufhängen der Plakate half Barbara Gropp 1995 im Vorfeld der Veranstaltung „25 Jahre Eichenauer VHS“ mit.

Aus Altersgründen

Eichenauer VHS-Chefin hört nach 42 Jahren auf

42 Jahre leitete Dr. Barbara Gropp nicht nur eine Institution, sie war selbst eine. Nun tritt sie aus Altersgründen als Leiterin der Eichenauer Volkshochschule zurück.

Eichenau – Die erst 1970 nach Eichenau gezogene Gropp kam zu der Stelle in der Volkshochschule „wie die Jungfrau zum Kind“, wie die heute 78-Jährige selbst sagt. An die Leitung einer solchen Einrichtung, die sie 1975 von Margarete Heck übernommen hatte, habe sie nie gedacht. „Ich hatte keinen Bezug dazu, ich war Tierärztin“, sagt sie schlicht. Zudem hatte sie ihre vier Kinder zu versorgen. Eine Nachbarin habe sie an die Volkshochschule (VHS) empfohlen, der Beginn einer damals ganz und gar nicht für möglich gehaltenen Laufbahn.

Frühe Jahre: Barbara Gropp um 1990.

Sprachen, Sport und Vorträge waren Mitte der 1970er-Jahre der Renner, das Interesse der Eichenauer Bevölkerung groß. Eine Geschäftsführerin, die das bündelte, gab es damals noch nicht. „So war alles von Ehrenamtlichen zu organisieren, Kurse und Dozent“, erzählt die 78-Jährige. Es sei aber stets ein gutes Team gewesen, das kaum gewechselt habe. „Da war Beständigkeit drin“, so Gropp, die erst die zweite Vorsitzende der Eichenauer VHS war. Die Arbeit sei gut aufgeteilt worden und leicht gefallen.

„Nach über vier Jahrzehnten darf Schluss sein.“

Eine Fähigkeit, die sich die gebürtige Leipzigerin selbstbewusst selbst zuschreibt, kam ihr dabei zugute: „Ich habe die Gabe, mich und mein Leben gut organisieren zu können.“ Das war auch notwendig, denn Gropp beschränkte sich nicht nur auf die Volkshochschule. Sie engagierte sich im Freundeskreis der Partnergemeinde Wischgorod, in Kultur- und Seniorenbeirat und organisierte auch dort Vortragsreihen für die älteren Mitbürger. Auch für die Umwelt setzte sie sich ein, sammelte zum Beispiel im Jahr 2006 Unterschriften für den Erhalt eines Parkweges nahe des Bahndammes – dort, wo heute das Pflegezentrum steht.

So viel Engagement wurde auch höheren Ortes bemerkt. So wurde Gropp im November 2009 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, dies allerdings wegen ihres Einsatzes für die Volkshochschule, von dessen Spitze sich Gropp nun aus Altersgründen verabschiedet. „Nach über vier Jahrzehnten darf Schluss sein“, sagt sie und lächelt dabei zufrieden.

Um die Theaterfahrten kümmert sich Barbara Gropp weiterhin

Wie die Zeit vergeht: Barbara Gropp bei „40 Jahre VHS“ im Jahr 2010.

Die Nachfolge wird Annette Banik übernehmen, auch wenn es dazu vieler Gespräche und der Unterstützung des früheren Bürgermeisters Hubert Jung bedurft hatte. „Es geht mit der Volkshochschule in Eichenau beständig weiter“, freut sich Gropp. Bei der Mitgliederversammlung wurde Banik einstimmig gewählt. Weiter im Amt bleiben Stellvertreterin Ursula Mosebach, Schriftführerin Renate Simon und Kassenwartin Marlene Winter.

Barbara Gropp wird der Volkshochschule verbunden bleiben. „Um die Theaterfahrten werde ich mich weiterhin kümmern.“ Das sei eben ihre Leidenschaft für die Kultur. Ihr Wunsch für die Zukunft ist, „dass der VHS einmal mehr Platz zur Verfügung steht“. Barbara Gropp selbst wird auf jeden Fall mehr Zeit haben – sowohl für die Kultur als auch für ihre Haustiere. Vögel, Hasen, Katze und Hund habe sie schon gehabt. „Da war und bin ich dann wieder als Tierärztin gefragt“, sagt die 78-Jährige lachend.

von Hans Kürzl

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