So könnte die Hauptstraße in Eichenau nach der Umgestaltung durch die Neubauten mit den Hochpunkten aussehen. Gezeigt wird der Blick nach Norden vom Standort Ahornstraße aus. Skizze; Kathrin Gessl, PV Äußerer Wirtschaftsraum München

Planungen

Bis zu fünf Stockwerke: Eichenau will in die Höhe bauen

  • vonHans Kürzl
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Mit bis zu fünfstöckigen Häusern entlang der Hauptstraße soll Eichenau dem Mangel an Wohnraum entgegenwirken. Das empfiehlt die Kommission für Ortsentwicklung. Großstadt-Flair mit Straßenschluchten ist aber nicht erwünscht.

Eichenau – Was derzeit an Raum und Wohnraum in Eichenau zur Verfügung steht, ist für eine zukunftssichere Planung zu wenig. Die Hauptstraße soll deshalb verdichtet werden. Dafür sprach sich die Kommission für Ortsentwicklung mehrheitlich aus. Das ergab die jüngste öffentliche Sitzung der Kommission, in der die Gemeinderäte aller Parteien anteilig vertreten sind und in der der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) seine Vorstellungen präsentierte. Die Empfehlungen der Kommission, die aber allenfalls den Status einer Ideengrundlage für die nächsten 30 oder 40 Jahre haben, werden voraussichtlich in der Gemeinderatssitzung am 18. Februar weiter diskutiert.

So sollen entlang der Hauptstraße so genannte Hochpunkte geschaffen werden, also Bauten, die neben dem Erdgeschoss bis zu vier weitere Stockwerke aufweisen können. „Allerdings wollen wir den Eindruck vermeiden, dass sich dadurch Schluchten bilden“, so die PV-Planer Kathrin Geßl und Christian Schwander. Daher sollen nicht nur an der Hauptstraße Bäume gesetzt werden, sondern auch in den Einmündungsbereichen der Nebenstraßen.

Mögliche Standorte

Einer dieser Hochpunkte könnte durch den Neubau des Hauses 37 entstehen. Die Planer benannten als weitere Beispiele Punkte nahe von Poststelle und Edeka beziehungsweise gegenüber der evangelischen Friedenskirche. Der wuchtigen Wirkung solcher Häuser soll durch eine gestaffelte Bauweise begegnet werden.

„Außerdem wollen wir Freiflächen schaffen“, schlugen die Vertreter des PV in der Kommissionssitzung vor. Damit solle auch die Aufenthaltsqualität in der Hauptstraße gesteigert werden. „Derzeit gibt es nur wenige solcher Möglichkeiten“, sagte Schwander. Ein Knackpunkt könnte jedoch sein, dass für eine durchgängige Planung zusammenhängende Grundstücke benötigt werden. Bisweilen bestehen komplizierte Eigentumsverhältnisse. Daraus schließt Bauamtsleiter Andreas Troltsch: „Wenn sich bei Grundstücken Chancen bieten, müssen wir sie nutzen.“ Damit sind zum Beispiel Verkäufe von Grundstücken oder ein Wechsel von Eigentumsverhältnissen gemeint.

Alles viel zu spät?

Manchem Gemeinderat war das bei allem Verständnis für eine stressfreie und langfristige Planung doch zu weit in die Zukunft gerichtet. „Wir sprechen über Projekte, die wir in 20 oder vielleicht erst in 30 Jahren realisisieren“, merkte Finanzreferent Hans Hösch (CSU) an. Claus Guttenthaler (FW) forderte ein stetige Überprüfung und Aktualisierung. Seiner Meinung nach müsse die Entwicklung der Olchinger Südwest-Umfahrung und ihre Auswirkung auf die Eichenauer Durchgangsstraße einbezogen werden.

Eine weitere Empfehlung gab die Kommission zum Gartenstadtcharakter ab. Danach sollen unter anderem hohe Einfriedungen und Hecken vermieden werden. Ein Bebauungsplankonzept soll bei der Verwirklichung helfen. Für dessen Überarbeitung innerhalb der nächsten zehn Jahre sprach sich Rike Schiele (Grüne) aus. Bauamtsleiter Troltsch verwies auf die Arbeitsbelastung der Behörde und wurde von Bürgermeister Peter Münster (FDP) unterstützt: „Wir werden nach Logik und Dringlichkeit handeln müssen.“

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