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Ökologische Landwirtschaft soll im Brucker Osten vorbildhaft umgesetzt werden. Eichenau vermisst als Gemeinde den Mehrwert.

Idee von Puchheimer Stadtrat

Eichenau erteilt Öko-Region eine Absage

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Die Gemeinde Eichenau sollte entscheiden, ob sie sich der Modellregion für ökologische Landwirtschaft Brucker Osten anschließt. Doch die Idee des Puchheimer Stadtrates Max Keil fiel durch – aus Kostengründen.

EichenauDas Landwirtschaftsministerium will sechs Ökomodellregionen in Bayern schaffen. Der Puchheimer Stadtrat Max Keil (ubp) entwickelte dazu die Idee einer Region Brucker Osten. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Sepp Dürr steuerte einen dreiseitigen Konzeptentwurf bei. Die Gemeinde Eichenau wird sich daran allerdings nicht beteiligen. In der Augustsitzung des Ferienausschusses konnten sich lediglich die Vertreter von SPD und Grünen dafür begeistern.

Es sei wichtig, ökologischen Landbau im Bewusstsein der Bevölkerung zu halten, befürwortete Gertrud Merkert (SPD) die Idee. „Es macht also Sinn, wenn man die Abnehmerseite auch auf diesem Weg informieren kann.“ Zusätzlich könne man ja auch den Pfefferminzverein mit einbeziehen. Dieser passe gut in die Philosophie, die von der Idee der Ökoregion ausgehe.

Dem schloss sich Umweltreferentin Marion Behr (Grüne) uneingeschränkt an. Sie fügte hinzu, dass ökologischer Landbau im Hinblick auf den Klimawandel ebenfalls von großer Bedeutung sei. Außerdem könne man als Gemeinde beispielgebend sein und als Abnehmer für ökologische Produkte auftreten. Schulen und Kindertagesstätten könnten so versorgt werden.

Bürgermeister Peter Münster (FDP) zeigte sich eher neutral. „Allzu viele Möglichkeiten zur Beteiligung haben wir nicht“, sagte er. Daher werde man den gemeindlichen Aufwand eher niedrig halten. Eine ähnliche Reaktion sei ihm aus dem nahe gelegenen Emmering bekannt.

Brucker Land ist bereits eine Marke

Peter Zeiler (CSU) hingegen lehnte den Einstieg der Gemeinde in eine Ökomodellregion vollkommen ab. Er sehe keine Zielgruppe, die man mit so einer Initiative ansprechen könne. „10 000 Euro nur für das Dabeisein bezahlen, dass es für andere Teilnehmergemeinden billiger wird, ist viel.“ Da nütze es nichts, wenn das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 75 Prozent der Kosten übernehmen wolle. Zeiler verwies darauf, dass man mit Brucker Land eine bestens eingeführte Marke habe, die zudem in der Bevölkerung bekannt sei.

Dazu hatte es in der Sitzungsvorlage geheißen, dass „eine Modellregion Brucker Osten zur Bewusstseinsbildung im Hinblick auf die Bedeutung des Konsums ökologischer Lebensmittel und von Produkten aus der Region beitragen wird“. Dabei könne man auf die bereits bestehende Solidargemeinschaft Brucker Land zählen.

Nach den Vorstellungen Keils wären der Modellregion Brucker Osten noch Emmering, Germering, Olching und Puchheim zuzuordnen. Keil hatte auch Eichenau und Gröbenzell vorgeschlagen, um das Modell großflächig zwischen Fürstenfeldbruck und dem Stadtrand von München anlegen zu können. Für Eichenau hätte auch noch eine Hinzunahme Allings wegen der dort noch zahlreich vertretenen Landwirte Sinn gemacht. Bei der Eröffnung der Öko-Erlebnistage auf dem Hatzlhof in Esting hatten Bio-Bauern und Kommunalpolitiker eine Ökomodellregion befürwortet.

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