Der neue Krimi handelt von Falschgeld. Es geht hoch her. 
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Der neue Krimi handelt von Falschgeld. Es geht hoch her. 

Eichenau

Ein neuer Fall für Kommissar Reisinger: Zu Silvester wird es mörderisch

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Die Eichenauer Autorin Thea Lehmann hat sich längst einen Namen in der Regionalkrimi-Szene gemacht. Nun hat ihr Mammendorfer Kommissar Leo Reisinger einen neuen Fall. Und der spielt passenderweise rund um den Jahreswechsel.

Eichenau – Ein Silvesterfeuerwerk geht einen Tag zu früh hoch, ein Papiertransport wird überfallen und ein Mann entführt – es geht hoch her im neuen Krimi von Thea Lehmann. Die Eichenauer Autorin lässt ihr vor wenigen Wochen erschienenes Werk „Blut und Blüten“ rund um den Jahreswechsel spielen.

Zeit zum Schreiben hatte sie dieses Jahr genug, denn ihr Terminkalender war coronabedingt leerer als sonst. Fast alle geplanten Lesungen mussten abgesagt werden. Lehmann hat sich auf Regionalkrimis aus Sachsen spezialisiert, weil ihr Mann von dort stammt und die Familie regelmäßig in der Sächsischen Schweiz Urlaub macht.

In den Geschichten der 61-Jährigen ermittelt ein bayerischer Kommissar, den es in das östliche Bundesland verschlagen hat. Als Heimatort für ihren Leo Reisinger hat Lehmann sich Mammendorf ausgesucht – und heuer hätte sie dort erstmals eine Lesung halten sollen.

Dass dieser Termin ausfiel, bedauert sie besonders. Die direkte Begegnung mit den Fans ihrer Bücher schätzt Lehmann sehr. Sind die Leute von spannenden Passagen wirklich gefesselt? Lachen sie an Stellen, die komisch sein sollen? „Der Kontakt zu meinen Lesern ist mir ganz wichtig, weil ich von ihnen ein direktes Feedback bekomme“, erklärt die Autorin.

Um die Verkaufszahlen an diesen Abenden geht es weniger. Obwohl sich die Eichenauerin mit mittlerweile sechs Krimis einen festen Platz auf dem Markt der Regionalkrimis erobert hat, könnte sie allein vom Buchverkauf nicht leben, wie sie offen erzählt. Für Lesungen aber gibt es ein Honorar – eine normale Saison mit zehn bis 20 Terminen kann durchaus lukrativ sein.

Thea Lehmann musste coronabedingt auf Lesungen verzichten. 

Um Geld geht es auch in „Blut und Blüten“, genauer gesagt, um das Papier, aus dem Geldscheine gemacht werden. Tatsächlich betreibt der real existierende, international renommierte Banknotenhersteller Giesecke+Devrient eine Papierfabrik im sächsischen Königstein. Lehmann kennt den Standort gut, er befindet sich in einem der langgezogenen steilen Täler, die für die Gegend typisch sind. „Die Fabrik liegt sehr idyllisch, geradezu unwirklich. Sie fällt einfach auf“, berichtet die Autorin. Da sie auch noch mit einer Malerin befreundet ist, die Motive für Geldschein-Serien entwirft, drängte sich das Thema Falsch- und Filmgeld geradezu auf.

Mittlerweile unterhält Lehmann auch gute Kontakte zur Dresdner Polizei. Sie entdeckte eines Tages tolle Fotos der sächsischen Schweiz auf Facebook und fragte beim Urheber an, ob sie die Bilder bei ihren Lesungen zeigen dürfe. Es stellte sich heraus, dass der Hobby-Fotograf ein echter Kriminalkommissar war. Die Autorin hat ihn inzwischen persönlich kennengelernt und mit bayerischem Schweinsbraten bewirtet. Sie hat nun eine Anlaufstelle für Detailfragen zur Polizeiarbeit und lässt den Kommissar ihre Bücher auch passagenweise gegenlesen.

Momentan hat die Mutter einer 20-jährigen Tochter zwei neue Projekte in Arbeit. Sie ist Herausgeberin einer Anthologie, zu der 16 Autorinnen je eine Geschichte beisteuern. Das Besondere daran: Die Storys und ihre Protagonisten sind miteinander verzahnt, die Figuren begegnen sich und erleben am Schluss sogar eine gemeinsame Geschichte. „Das ist eine interessante neue Erfahrung“, sagt Lehmann, die hauptberuflich ein eigenes Pressebüro betreibt.

Eine weitere Anthologie erscheint voraussichtlich im März. Der Titel verrät, dass sie Krimilust und Fernweh gleichermaßen bedient: „In 18 Morden um die Welt“. Jede der 18 Autorinnen liefert eine Geschichte aus einem anderen Land.

Lehmanns Beitrag spielt übrigens weder in Bayern noch in Sachsen, sondern in Namibia. Sie verarbeitet darin Erfahrungen aus einem zweijährigen Aufenthalt in Südafrika.

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