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Mit Angel und Kescher sind Silvester Eisl (l.) und Robert Schmölzl regelmäßig am Baggerweiher unterwegs. Damit sie dort fischen können, setzen sie regelmäßig neue Schuppentiere ein.

Jubiläum

Eichenaus Fischer feiern runden Geburtstag

Sie fischen, setzen neue Schuppentiere ein und sorgen dafür dass der Baggerweiher nicht zuwuchert: Die Fischer von Eichenau. Nun feiert ihr Verein seinen 50. Geburtstag.

Heinrich Kandlbinder hat vor 50 Jahren den Verein gegründet.

Eichenau – Das Fischen ist Heinrich Kandlbinder schon in die Wiege gelegt worden. Bereits als kleiner Bub ging der gebürtige Niederbayer in seiner Heimat Gangkofen regelmäßig auf die Jagd nach den Schuppentieren. Eine Angel brauchte Kandlbinder damals noch nicht. „Den Aitel habe ich mit der Hand gefangen“, erinnert sich der 88-Jährige. Fische gab es damals noch in rauen Mengen in der Bina, dem Fluss, der sich durch seine Heimat schlängelte. Sein Geschick passte aber schon damals nicht allen. Doch Kandlbinder war ein schlauer Bub. „Man musste sich gut stellen mit dem örtlichen Parteibonzen von der NSDAP“, erinnert er sich. Das tat er – und irgendwann bekam der junge Bursche die Erlaubnis zum Fischen mit der Hand.

Die Leidenschaft für die Schuppentiere hat Kandlbinder nicht mehr losgelassen – auch nicht, als er 1963 aus Niederbayern nach Eichenau zog. Der Baggerweiher erschien ihm als das ideale Angelrevier. Doch als Privatmann war der junge Weiher für ihn tabu. An einen Verein würde man das Gewässer aber schon verpachten, teilte ihm die Gemeinde damals mit. Gesagt getan – 1967 gründet Kandlbinder den Fischereiverein Eichenau.

Die Rute schwingt der 88-Jährige nicht mehr – das machen Jüngere. So wie Silvester Eisl oder Robert Schmölzl, die den Verein mit seinen 66 Mitgliedern heute leiten. Und gefischt wird längst nicht mehr nur im inzwischen zum Badesee umgebauten Baggerweiher. Auch aus dem Starzelbach, dem Kiesweiher, dem Klosterweiher oder dem sogenannten Inselweiher nahe der B 471 ziehen die Fischer ihre Schuppentiere.

Bis auf den Starzelbach sorgen sie selbst für den Jagderfolg. „Ein oder zwei Mal pro Jahr setzen wir Fische ein“, erklärt Vereinschef Eisl. Am Baggerweiher etwa waren es heuer fünf Zentner. Damit die Fischer wissen, wie viel des schuppigen Nachwuchses sie einsetzen müssen, wird jeder gefangene Fisch penibel notiert. Und weil der Bestand immer wieder durch Schwarzfischer dezimiert wird, ordert die Vorstandschaft bei jedem Besatz ein paar Fische mehr.

Wer denkt, dass die Fischer einfach nur ihre Angel ins Wasser halten und warten bis ein Wasserbewohner anbeißt, liegt übrigens gründlich daneben. Ob am Ufer oder im See: Regelmäßig rücken die Mitglieder an, um den Bewuchs in seine Schranken zu weisen und ein Zuwuchern zu verhindern. Und natürlich wissen die Fischer auch zu feiern. Sommerfest, Weihnachtsfeier oder ein runder Geburtstag: „Wir haben ein wirklich gutes Vereinsleben“, sagt Vizechef Robert Schmölzl.

(Tobias Gehre) 

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