Eichenau

Ein Stück weiter in Richtung Barrierefreiheit

Eichenau – Nach und nach sollen der öffentliche Straßenraum sowie öffentliche Gebäude in der Starzelbachgemeinde barrierefrei aus- beziehungsweise umgebaut werden. 

Der CSU-Antrag, die Pflasterungen an den Einmündungen der Seitenstraßen in die Schillerstraße und Hauptstraße barrierefrei umzugestalten, fand eine große Mehrheit im Gemeinderat. Ebenso die Forderung der SPD-Fraktion, als Grundlage für die Herstellung einer vollständigen Barrierefreiheit in Eichenau 2017 in einer Bestandsaufnahme zu ermitteln, welche Gebäude und Straßen bisher barrierefrei sind.

Für Irritationen in der CSU-Fraktion hatte jedoch eine Mail der Umweltreferentin Marion Behr (Grüne) gesorgt. Diese hatte dargelegt, dass sie bereits 2009 als Mitglied des Umweltbeirates einen ähnlich lautenden Antrag gestellt hatte. Damals hatte Behr anlässlich des Ausbaus eines Hauptstraßen-Teilstücks die Absenkung von Bordsteinen angeregt. Behr hatte dies vor sieben Jahren auch mit einer vom ADFC erstellten Fotodokumentation ergänzt. Die CSU verwies dagegen auf Aktualität und Eigenständigkeit ihres Antrags. Martin Eberl (SPD) griff gewissermaßen vermittelnd ein: „Wir sollten einfach barrierefrei machen.“

Dies gilt ebenso für gemeindliche Gebäuden wie für solche im öffentlichen Raum. So sollen neben den Einrichtungen der Gemeinde auch zum Beispiel die Kirchen, aber auch Läden einbezogen werden. Allerdings kamen bei Rike Schiele Zweifel an der Durchsetzbarkeit auf: „Wir sollten uns auf die Gebäude der Gemeinde konzentrieren. Die anderen können wir nur anschreiben und nett bitten“, sagte die Fraktionssprecherin der Grünen.

Jugend- und Sozialreferent Andreas Zerbes (SPD) sprach sich durchaus dafür aus, Druck zu machen: „Eichenau kann man nicht barrierefrei nennen, wenn wir es nur in den eigenen Gebäuden umsetzen.“ Es müsse ein Bewusstsein für Barrierefreiheit geschaffen werden.

Bei privaten Gebäuden wird es jedoch, entgegen dem SPD-Antrag, bei reinen Ausnahmegenehmigungen bleiben. Generelle Vergünstigungen für barrierefreies Bauen wurden von der Mehrheit im Gemeinderat abgelehnt.

In diesem Zusammenhang sprach sich Bürgermeister Peter Münster (FDP) gegen die von den Sozialdemokraten gewünschte Einrichtung eines Behindertenbeirates aus, der entsprechende Projekte wie die Barrierefreiheit im Ort begleiten könnte. Man könne aber durchaus den fachlichen Rat von Herbert Sedlmeier, dem Landkreis-Beauftragten für Menschen mit Behinderung, einholen, schlug Münster vor.(hk)

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