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Hier geht’s nass rein: Hausbesitzer Harald T. vor dem falsch eingebauten Garagentor.

In Eichenau

Ein Tor und viele Probleme

Zugegeben: Es war eine knifflige Aufgabe. Die Doppelgarage von Harald T. steht nicht genau im rechten Winkel zum Haus und das Tor sollte automatisch schließen.

Eichenau Ein konventionelles Roll- oder Schwingtortor, das zum Schließen von oben nach unten läuft, konnte also offenbar nicht eingebaut werden. Darum musste es ein so genanntes Seiten-Sectionaltor sein, dessen Lamellen in einer Schiene am Boden geführt werden und das zur Seite hin geöffnet wird.

Im Jahr 2009 wurde der Neubau in Eichenau errichtet, im Sommer darauf zog die Familie ein. Harald T. beauftragte eine Baufirma aus dem nahen Fürstenfeldbruck. Eine große Firma, bei der er außerdem für über 50 000 Euro Fenster, Türen und weitere Bauelemente für das Wohn- und Geschäftshaus kaufte. „Ich habe gedacht, da gibt es am wenigsten Probleme bei Reklamationen“, sagt der 52-Jährige. Zudem preist sich die Firma auf ihrer Homepage als Experte an: „Wir nehmen Aufmaß vor Ort, liefern termingerecht und übernehmen auf Wunsch die fachgerechte Montage.“

Passt, dachte sich der Bauherr. Und anfangs passte das Garagentor auch. Bis Harald T. nach rund einem Jahr in dem Kellerraum unterhalb der Garage einen Wasserschaden bemerkte. „Da gibt es keine entsprechenden Leitungen, also musste das Wasser von oben kommen“, schildert er das Problem. Er untersuchte den Garagenboden und kam schnell auf die Ursache: Die Befestigungsschrauben der Schiene hatten die Dichtung beschädigt, und sobald er bei Regen mit dem Auto in die Garage fuhr, rann das Nass durch die Decke.

Um zu beweisen, dass die Montage fehlerhaft war, machte Harald T. sogar eine Probeöffnung im Garagenboden. „Ich hab’s aufgerissen, um den Mangel zu sehen.“ Harald T. meldete der Baufirma den Schaden. Die berief sich auf den Subunternehmer, der das Tor montiert habe. Der wiederum sagte, dass er nur den Auftrag zur Montage erhalten habe, für die Planung sei er nicht verantwortlich. Der Schwarze Peter wanderte hin und her, der Garagenboden blieb undicht.

Harald T. schaltete einen Anwalt ein. „Aber auch danach wurden wir über Monate hingehalten“, sagt Frithjof Päuser. Dabei hatte ein Gutachter, den die Betriebshaftpflichtversicherung des Subunternehmers geschickt hatte, die fehlerhafte Montage bestätigt. „Es war eine Fehlplanung und von der Technik her nicht machbar“, sagt der verärgerte Garagenbesitzer. Geplant habe die Baufirma, und die stehe nun in der Haftung. „Mit denen habe ich ja auch den Vertrag abgeschlossen, nicht mit der Montagefirma.“

Auch ein Angebot von Harald T. an die Baufirma, gegen die Zahlung einer bestimmten Summe das Problem selbst zu lösen, wurde nicht angenommen. Die Garage konnte nur bedingt genutzt werden: „Wenn mein Auto nass war, bin ich nicht reingefahren, damit kein Wasser mehr eindringt.“

Besonders schlimm war es im Winter bei Eis und Schnee. Vermieten hätte er das Gebäude nicht können. Als immer noch nichts weiterging und er über drei Jahre hingehalten wurde, entschloss er sich, die Sache von einem Gericht klären zu lassen. „Wir haben die Firma auf Schadenersatz in Höhe von 25 000 Euro verklagt“, sagt Rechtsanwalt Frithjof Päuser.

Und dann ging es ziemlich schnell: „Im gerichtlichen Verfahren kam es dann bereits nach einem ersten schriftlichen Hinweis des Richters an die Gegenseite ohne eine mündliche Verhandlung zu einer Einigung über einen Schadenersatzbetrag von 20 000 Euro“, schildert der Anwalt den kurzen Prozess.

Harald T. hat dann das Lamellentor rausgerissen und von einer anderen Firma ein neues Garagentor montieren lassen. Ein Rolltor. Das ging also doch. Seither ist der Keller darunter trocken.

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