Am Eichenauer Friedhof

Erster Blick in Aussegnungshalle

Die Aussegnungshalle in Eichenau ist nach knapp einem halben Jahr fertiggestellt worden. Am morgigen Freitag wird sie offiziell eröffnet. Der Abschied von Verstorbenen soll nun einen würdigeren Rahmen haben als früher – dafür steht auch ein extra Raum zur Verfügung.

Eichenau – Ein großes Problem der Vergangenheit konnte mit dem Umbau behoben werden: Wo sich bis vor einem Jahr bei Trauerfeiern die Angehörigen auf 35 Sitzplätzen unwürdig drängten, finden nun 84 Besucher Platz. Hinzu kommen noch 20 Stehplätze. Empfangen werden die Trauergäste in einem schlichten Raum. Dieser strahlt ob seiner Lichtgestaltung Wärme aus – selbst bei einer beständigen Raumtemperatur von elf Grad. Für das Architekturbüro Sturm, Peter & Peter war dabei ein mit farbigen Kunstglaselementen gestaltetes, so genanntes „Paradiesfenster“ an der Stirnseite des Sitzbereiches ein entscheidendes Element. „ES nimmt dem Raum die Härte“, hieß es während der Planungsphase der rund 650 000 Euro teuren Sanierung.

Von Anfang an waren die beiden Kirchen in die Planung mit eingebunden. So entstand auf deren ausdrücklichen Wunsch ein Verabschiedungsraum. Dort können Angehörige ganz individuell und für sich „Auf Wiedersehen“ sagen zu dem geliebten Verstorbenen. „Die Planung ist insgesamt gelungen“, betonten auch der katholische Pfarrer Martin Bickl und sein evangelischer Amtskollege Christoph Böhlau.

Die Planer haben auch einbezogen, wie die Trauergemeinde in die Aussegnungshalle gelangt. Während man bisher vom Parkplatz kommend über die Vorhalle unmittelbar den Aussegnungsraum betrat, geht man nun an der Stirnseite des Gebäudes zunächst vorbei und betritt den Vorplatz. Dort können die Trauernden sich abseits der Friedhofsbesucher versammeln. Wesentliche Elemente des Vorplatzes sind eine Buchenhecke, eine Eiche und einige Sitzgelegenheiten.

Die Aussegnungshalle in ihrer ursprünglichen Form war 1967 errichtet worden, wurde aber zu klein. Zudem änderten sich die Trauerkultur sowie die Form der Vorbereitung auf die Trauerfeier. Die WC-Anlagen entsprachen nicht mehr modernen Anforderungen und waren nicht barrierefrei. Die Anlage vermittelte ein unwürdiges Bild. Immer war nur das Notwendigste behoben worden, so dass die Aussegnungshalle regelmäßig in der Diskussion stand. Der Grundsatzbeschluss zur Erweiterung und Sanierung im Oktober 2015 fiel bei sieben Gegenstimmen aus Reihen der Grünen und der SPD. Während der Baumaßnahme konnten Trauerfeiern nur in den jeweiligen Kirchen stattfinden. Trauernde, die keine christliche Feier mochten, mussten nach Puchheim auf den Friedhof Schopflach ausweichen. (hk)

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