Ulrich Bode (FDP) schreibt Bücher.
+
Ulrich Bode (FDP) schreibt Bücher.

Ulrich Bode (FDP)

Wahl zum Bundestag: Herz des IT-Experten schlägt für das Bürgergeld

  • Thomas Steinhardt
    VonThomas Steinhardt
    schließen

Ulrich Bode (59) lebt mit seinen drei Kindern in einer Patchwork-Familie in Eichenau. Der verheiratete, selbstständige IT-Berater und langjährige Brucker Kreisrat wurde in München geboren - und will nun den Wahlkreis Bruck/Dachau im Bundestag vertreten.

Eichenau - Er ist langjähriger Sprecher der selbstständigen Informatiker sowie Vertreter der Informatik im Bundesverband der Freien Berufe und in anderen Berufsverbänden aktiv. Seit 2002 sitzt er für die FDP im Kreistag, seit 2016 im Gemeinderat Eichenau. In beiden Gremien ist Bode Fraktionschef und Referent für Digitalisierung und IT.

Herr Bode, warum sollten genau Sie und niemand anders in den Bundestag einziehen?

Im Deutschen Bundestag werde ich mich für ein Grundeinkommen (Bürgergeld) einsetzen. In meinem neuen Buch „Sozial 4.0 statt Hartz IV“ habe ich die Details ausgearbeitet. Weniger Bürokratie, mehr Hilfe. Weniger Sanktion, mehr Motivation. Dies erfordert eine Strukturreform der Fördersysteme in Verbindung mit einer Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. Das ist zugleich eine Blaupause für die überfällige Erneuerung in Deutschland. Als Informatiker will und kann ich die Umsetzung vorantreiben. Dafür bitte ich Wählerinnen und Wähler um Unterstützung.

Vor welchen zentralen Herausforderungen steht der Wahlkreis Fürstenfeldbruck/Dachau?

Zu viele müssen pendeln, weil wir zu wenig Unternehmen im Wahlkreis haben. Wir brauchen mehr Betriebe mit attraktiven und zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen. Wohnen und Arbeiten muss wieder stärker zusammenrücken. Das Homeoffice ist eine Option, aber nicht die Lösung. Natürlich gilt es auch die Mobilität zu stärken, etwa mit dem Ausbau der S 4.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Immobilienpreise und bezahlbarer Wohnraum. Wohnen ist eine weitere zentrale Herausforderung. Der fehlende Wohnraum muss schlicht und ergreifend gebaut werden. Außerdem brauchen wir mehr Wohneigentum statt Miete. Deutschland ist Schlusslicht bei der Wohneigentumsquote in der EU. Und die Baukosten müssen runter. Das alles erfordert ein umfangreiches Maßnahmenbündel, vom Freibetrag für die Gewerbesteuer über KfW-Förderprogramme bis zum digitalen Bauantrag.

Haben Sie ein politisches Vorbild?

Keine Einzelperson, ich lerne gerne von verschiedenen Persönlichkeiten dazu, etwa das Krisenmanagement von Helmut Schmidt, die Beharrlichkeit von Hans-Dietrich Genscher oder den Umgang von Angela Merkel mit speziellen Charakteren.

Formulieren Sie Ihre drei wichtigsten politischen Ziele im Twitterformat.

Grundeinkommen umsetzen! Digitale Verwaltung umsetzen! Und bitte endlich, endlich professionelles Krisenmanagement installieren.

Was ist Ihr liebstes Hobby außerhalb der Politik?

Bücher lesen und schreiben.

Facebook nutze ich im Wahlkampf, weil... ?

... es in der Politik dazugehört. Mir sind direkte Gespräche mit Menschen aber lieber, auch wenn ich als Informatiker mit digitalen Medien beruflich viel zu tun habe. Ein Gespräch an einem FDP-Infostand etwa kann Facebook nicht ersetzen.

Mein Lieblingsplatz im Wahlkreis ist...

... natürlich zu Hause. Doch wir haben viele schöne Plätze im Wahlkreis. Zum Lokal Flori in Eichenau habe ich den kürzesten Weg.

Was wäre das wichtigste Thema für ihre Antrittsrede im Bundestag?

Grundeinkommen umsetzen! Bei der FDP ist Grundeinkommen unter dem Begriff Bürgergeld seit 1994 im Wahlprogramm. Die Details stehen in meinem Buch „Sozial 4.0 statt Hartz IV“.

Von welchem bildenden Künstler hätten Sie gern ein Werk in Ihrer Wohnung?

Von Damien Hirst ein Kunstwerk und von Leo Klenze die Wohnung. Es wird schwierig eine harmonische Kombination zu finden. Das gibt einen Vorgeschmack auf die Koalition in nächsten Bundestag.

Interview-Reihe

Das Tagblatt stellt die aussichtsreichsten Kandidaten für die Bundestagswahl im Wahlkreis Bruck/Dachau vor. Die Interviews erscheinen in alphabetischer Reihenfolge.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare