Transgourmet

Gastro-Logistiker kommt nach Eichenau

Eichenau - Der hessische Lebensmittellogistiker Transgourmet zieht in das Aldi-Lager in Eichenau. Damit sind die Ideen, dort mittelständisches, örtliches Gewerbe anzusiedeln vom Tisch.

 Es war ein Schock für Eichenau, als Aldi-Süd im April mitteilte, sein Auslieferungszentrum im Süden der Gemeinde früher als geplant ersatzlos aufzugeben – nämlich bis Ende April 2017. Seitdem wurde über eine Nachnutzung des rund 80 000 Quadratmeter großen Areals diskutiert. Es gab Gespräche zwischen Rathaus und Grundstückseigentümer, einer Münchner Gesellschaft, die zu einem Schweizer Konzern gehört. Denn laut Bürgermeister Peter Münster (FDP) wollte die Gemeinde dort mittelständisches Gewerbe ansiedeln. Doch daraus wird nichts: Das Grundstück wurde verkauft – an die Transgourmet GmbH. Der Logistiker aus Hessen zieht in die Gebäude, um von dort aus Großkunden aus Hotellerie, Gastronomie, Betriebskantinen und soziale Einrichtungen unter anderem mit Lebensmitteln zu beliefern. Laut Münster soll der Betrieb zum 1. September 2017 aufgenommen werden.

„Für Eichenau bleibt damit alles beim Alten“, kommentiert der Rathauschef die Entwicklung. Er hätte sich gewünscht, das Grundstück gemeinsam mit dem Eigentümer entwickeln und dort örtliche Betriebe ansiedeln zu können. „Der Verkauf ist eine unternehmerische Entscheidung, da kann die Politik nichts machen“, sagt er. Aldi Süd übergibt das Gebäude am 31. April, so Münster. Danach werde Transgourmet, das zur Schweizer Coop-Gruppe gehört, einige Umbauten vornehmen. „Aber nur innen, außen bleibt erstmal alles gleich.“ Bis zu 250 Mitarbeiter sollen im Logistikzentrum von Transgourmet vorerst beschäftigt werden, so Münster. Bei Aldi seien es knapp über 200 gewesen.

Vor allem Lagerarbeiter und Lkw-Fahrer suche das Unternehmen. Münster geht davon aus, dass sich auch Aldi-Mitarbeiter bewerben werden. Entsprechende Job-Anzeigen hingen bereits im Aldi-Lager aus. Rund 11 000 Artikel will Transgourmet in Eichenau vorrätig haben. Das sind etwa 2000 mehr als Aldi hat. Auch mehr Lastwagen sollen eingesetzt werden, berichtet Münster. Allerdings hätten ihm Vertreter von Transgourmet gesagt, dass es rund 20 Fahrten weniger am Tag seien.

 Eichenaus Gewerbereferent Peter Zeiler (CSU) ist etwas enttäuscht, dass das Gelände weiter in der Hand eines Logistikunternehmens bleibt. „Es wäre schön gewesen, wenn man dort heimisches Gewerbe hätte unterbringen können.“ Das Grundstück sei als Ganzes verkauft worden. Daher sei die nächsten zehn Jahre, nicht mehr mit einer Nutzungsänderung zu rechnen. Den Expansionsplänen von Eichenauer Firmen gibt Zeiler dennoch Chancen: „Sie müssen sich auf das Gewerbegebiet Nord konzentrieren.“ Am Dienstag diskutiert der Gemeinderat über die Entwicklung des Gebiets.

Der Weg ins Aldi-Lager

Den Plan, ein eigenes Auslieferungszentrum für den Großraum München einzurichten, verfolgt Transgourmet bereits seit längerem. Doch man fand bis dato kein geeignetes Grundstück. Etliche Versuche scheiterten. Ursprünglich wollte der Logistiker im Gewerbegebiet Neufahrn bei Freising unterkommen, dann wollte er eine Halle in Aschheim (Kreis München) bauen. Der Gemeinderat lehnte das aber ab. Daraufhin orientierte sich Transgourmet Richtung Freising. Dort wollte das Unternehmen im Gewerbegebiet Clemensänger ein rund 60 000 Quadratmeter großes Grundstück erwerben, um eine Halle zu bauen. Es kam zu einem Bürgerbegehren, ein Bürgerentscheid war für 9. Oktober angesetzt. Wenige Tage vor dem Urnengang gab Transgourmet seinen Rückzug aus Freising bekannt. Es fehle die Planungssicherheit, so die Begründung. Zu dem Zeitpunkt hatte der Lebenmittellogistiker bereits ein Auge auf das Aldi-Gelände Eichenau geworfen. (ed, hk)

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