Mega-Projekt rund um den Bahnhof: Am Pflegezentrum (A) sollen 30 Wohnungen gebaut werden, auf dem heutigen P&R-Platz (B) sollen bis zu 140 Wohneinheiten entstehen. grafik: münchner Merkur/Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)
+
Mega-Projekt rund um den Bahnhof: Am Pflegezentrum (A) sollen 30 Wohnungen gebaut werden, auf dem heutigen P&R-Platz (B) sollen bis zu 140 Wohneinheiten entstehen.

Rund um den S-Bahnhof

Großes Bauprojekt Eichenau: Hier sollen 170 neue Wohnungen entstehen

  • vonHans Kürzl
    schließen

Es ist eines der größten Bauprojekte in Eichenau in diesem Jahrzehnt: Rund um den S-Bahnhof sollen bis zu 170 Wohnungen entstehen, außerdem etliche Parkplätze. Jetzt wurden die Pläne vorgestellt – und wenn es nach der Gemeinde geht, könnte es dann ganz schnell gehen.

Eichenau – Kathrin Geßl vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) stellte dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung die aktuellen Pläne für das Projekt vor. Rund um den Bahnhof sollen im großen Stil Wohnungen gebaut werden. Das Areal ist in drei Teilbereiche eingeteilt: das evangelische Pflegezentrum (Teilbereich A) und der Park&-Ride-Parkplatz im Süden des Bahnhofes (B) sowie die nördlich gelegenen Parkmöglichkeiten (C), die der Gemeinde gehören.

Großes Bauprojekt Eichenau: Pflegezentrum mit 30 Wohnungen

Am Pflegezentrum sollen etwa 30 Wohnungen für den Betreiber – die Innere Mission – entstehen. In einem zweiten Trakt kommen nach den Vorstellungen des PV zehn weitere Wohnungen hinzu, die der Gemeinde Eichenau zugeschlagen werden. Außerdem plane die Innere Mission bis zu 15 Plätze für die Tagespflege.

Gebaut werden soll fünf- beziehungsweise Richtung Emmering viergeschossig. „Um den Übergang in die Landschaft harmonisch zu gestalten“, wie Geßl erläuterte. Dabei hielt sie es für vorteilhaft, wenn beide Wohnkomplexe mit einem Zugangsbereich auskommen würden.

Großes Bauprojekt Eichenau: Park & Ride-Platz

Von Stelzenhäusern, wie noch bei ersten öffentlichen Beratungen im Januar 2020 angedacht, ähnlich wie am Dantebad in München, ist man abgerückt. Genauso wie im Bereich A soll auch hier im Prinzip abgestuft gebaut werden: fünfgeschossig in der Nähe des Bahnhofes wegen des Lärmschutzes, dann viergeschossig in Richtung der bereits bestehenden Bebauung.

Entstehen sollen hier laut Geßl 100 bis 140 Wohneinheiten mit einer Durchschnittsgröße von 65 Quadratmetern. Wie diese genau aufgeteilt werden (in Zwei-, Drei- oder Vierzimmerwohnungen), hängt auch von den Förderrichtlinien für Wohnraum ab. Angedacht ist zudem eine Kindertagesstätte.

Eine Besonderheit des Teilbereichs B ist, dass bei den Planungen berücksichtigt werden muss, dass die Bahn für den dreigleisigen Ausbau eine bestimmte Fläche benötigt. „Im Bereich B wird es also zwei Bauabschnitte geben“, so Geßl.

Ausdrücklich wies Geßl auf ein Verkehrsgutachten hin, dass die Neubauten keine erheblichen Mehrbelastungen erwarten lassen. Bei Planungen für ein Gewerbegebiet müsse man allerdings insbesondere im Bereich des Kreisverkehrs Entlastungsmöglichkeiten schaffen.

Großes Bauprojekt Eichenau: Stellplätze im Norden

Dritte Bürgermeisterin Rike Schiele (Grüne) erkundigte sich nach dem Stand der Parkplätze. „Es wird ein Plus an Stellplätzen geben“, antwortete Bürgermeister Peter Münster (FDP). Sichergestellt werden soll das mit einem insgesamt fünfgeschossigen Parkdeck, wobei vier Etagen überdacht sein werden. „Etwa 100 Stellplätze pro Etage“, benannte Münster die ungefähre Größenordnung. Auch für genügend Abstellplätze für Radfahrer werde gesorgt sein.

Allerdings braucht es hierfür noch die Zustimmung der Landeshauptstadt. Denn das Parkhaus könne durch die „P+R Park & Ride GmbH“ gebaut und betrieben werden, wie Münster andeutete. Dabei handelt es sich um ein Serviceunternehmen der Stadt München, das alle entsprechenden Anlagen in der Stadt betreut. Darüber hinaus ist die Firma auch im Umland tätig.

Zuständig ist das in München zum Jahresbeginn 2021 neu installierte Mobilitätsreferat. Dort können Mittel bereitgestellt werden, die den öffentlichen Nahverkehr ins Umland unterstützen – also auch Abstellmöglichkeiten etwa für Kraftfahrzeuge. Absegnen müsste den Bau des Eichenauer Parkhauses im Prinzip demnach der Münchner Stadtrat, was jedoch erst im zweiten Halbjahr 2021 möglich sein wird.

Großes Bauprojekt Eichenau: Bewerbung als Musterprojekt

Die Landeshauptstadt München könnte auch noch an anderer Stelle ins Spiel kommen. Denn ab 2022 wird die Internationale Bauausstellung (IBA) zeigen, wie Kommunen in einer Metropolregion das Mobilitätsgeschehen gestalten. Das soll in einem zehnjährigen Zukunftsprozess geschehen. Für Bürgermeister Münster ein reizvoller Gedanke: „Ich werde mal in München nachfragen, ob wir uns in Eichenau mit dem neuen Projekt einbringen können“, kündigte er in der Gemeinderatssitzung an.

Großes Bauprojekt Eichenau: Hindernisse und Ziele

Auch ein möglicher viergleisiger Ausbau sei kein Hindernis für das Projekt. „Dafür ist ein Korridor gegeben“, antwortete Münster der Eichenauer Umweltreferentin Marion Behr (Grüne).

„Wir wollen schon auf die Tube drücken“, sagte außerdem Bauamtsleiter Andreas Troltsch auf Nachfrage des Tagblatts. „Wenn wirklich alles gut geht, könnte 2023 mit dem Bauen begonnen werden“, deutete Troltsch mit aller Vorsicht an. Themen wie das Überschwemmungsgebiet oder die Verlegung der Parkplätze würden aber schon noch Zeit erfordern. hk

Weitere Nachrichten aus Eichenau lesen Sie bei uns.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare