Starkes Algenwachstum

Kampf gegen Schlamm im Eichenauer See

Armleuchteralgen, Tausendblatt und Laichkraut: Das alles wuchert im Eichenauer See – und trübt im Sommer das Badevergnügen. Deshalb soll der See nun entschlammt werden.

Eichenau – Zweimal im Jahr entkrautet der Fischereiverein in Zusammenarbeit mit dem gemeindlichen Bauhof den Badesee. Damit sollen zumindest die unangenehmsten Störungen für die Badegäste beseitigt werden. Doch der Bewuchs mit Armleuchteralgen, Tausendblatt und Laichkraut nimmt so sehr zu, dass das nicht mehr ausreicht. Deshalb soll der See nun entschlammt werden. 40 000 Euro sind dafür in den Haushalt 2018 eingestellt. Das hat der Gemeinderat nun beschlossen.

Die Ursache hatte man schnell ausgemacht. „Der See ist einfach zu flach“, sagte Sicherheits- und Feuerwehrreferent Sepp Spiess (CSU). Das Gewässer weist an seiner tiefsten Stelle rund fünfeinhalb Meter auf. Dadurch komme viel Licht auf den Grund des Sees, was wiederum für das Algenwachstum förderlich sei. „Zwei Meter tiefer und das Problem würde nicht mehr so auftreten.“

Einer Ausbaggerung des Sees müsste jedoch ein wasserrechtliches Genehmigungsverfahren vorausgehen, erklärte Bürgermeister Peter Münster (FDP). „Die ist wohl illusorisch“, fügte Andreas Knipping (SPD) hinzu. Zudem müsste wohl der Badebetrieb für ein Jahr eingestellt werden, schätzt Knipping. „Das können wir hier keinem mit gutem Gewissen verkaufen.“

Deshalb entschied der Gemeinderat, es erst einmal bei der Entschlammung zu belassen. Allerdings kamen aus dem Gremium Bedenken, dass man diese Maßnahme dann alle paar Jahre durchführen müsse. Im Juli 2015 war sogar ein Boot mit Unterwassermähwerk im Einsatz gewesen. Das Amphibienfahrzeug hatte die störenden Wasserpflanzen zumindest bis in einer Tiefe von 1,80 Meter abgemäht. Die Schlammablagerungen im zentralen Bereich des Badesees weisen nach Auskunft des Umweltamtes der Gemeinde zwischen 60 und 70 Zentimeter Stärke auf.

Die Entschlammung ist genehmigungsfrei, muss aber beim Landratsamt angekündigt werden. Kein Problem ist die Lagerung der insgesamt wohl anfallenden 2700 Kubikmeter Schlamm. Eine Ackerfläche in der Nähe des Sees ist als Ablagefläche geeignet. Der Landwirt, an den die betroffene Fläche verpachtet ist, hat keine Einwände. Er hat über den Winter keine Ansaat auf der Fläche vorgesehen.

Der Badesee ist 1962 als Kiesgrube entstanden. Der Kies wurde damals für den Straßenbau in der Gemeinde benötigt. Heute ist der Badesee ein in den Sommermonaten gerne aufgesuchtes Naherholungsgebiet. Es stehen für die Besucher rund 10 000 Quadratmeter Wasserfläche zum Schwimmen und etwa 21 000 Quadratmeter an Liegewiese zur Verfügung.

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