Das wollen die Parteien nicht tolerieren: In Eichenau wurden Wahlplakate großflächig besprüht. Die Botschaft ist ein Protest gegen die neue Buslinie durch die Allinger Straße.

Eichenau

Bus-Protest: Plakate beschmiert – Parteien fordern Sachlichkeit

  • vonKathrin Garbe
    schließen

In Eichenau gibt es Ärger rund um die geplante Buslinie 862, die den Eichenauer und den Puchheimer Bahnhof verbinden soll und dabei über die Allinger Straße fährt. Die Anwohner laufen Sturm.

Eichenau –  Die örtlichen Parteien, die den Bus-Gegnern vorwerfen, den Wahlkampf zum Anlass für ihren Protest zu nehmen und zu unlauteren Mitteln zu greifen, rufen jetzt geschlossen zu einer sachlichen Kommunikation miteinander auf – per Pressemitteilung.

Die Gegner würden inzwischen zu drastischen Mitteln greifen, heißt es darin. Gemeinderäte würden als „Blockflöten ohne Rückgrat“ betitelt. In einem Flugblatt zu einer Onlinepetition lasse man verlauten, dass man sich noch wundern werde, wie der mündige Bürger imstande ist, sich zu wehren. Außerdem seien Wahlplakate großflächig mit Botschaften besprüht worden. Die Linie vom offenen Dialog hin zur Verrohung sei überschritten. CSU, SPD, Freie Wähler, Grüne und FDP teilen geschlossen mit: „Beleidigungen gegenüber ehrenamtlichen Mandatsträgern und Beschädigungen von Wahlplakaten sind jedoch keine tolerablen Methoden auf dem Weg zu einer bestmöglichen Lösung für ganz Eichenau.“

+++

FFB-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Fürstenfeldbruck-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Fürstenfeldbruck - inklusive aller Entwicklungen rund um die Kommunalwahlen auf Gemeinde- und Kreisebene. Melden Sie sich hier an.

+++

Wortführer distanziert sich

Der Wortführer der Protestbewegung habe sich mittlerweile von entsprechenden Äußerungen distanziert, heißt es in der Pressemitteilung. Inzwischen hätten auch zahlreiche Bürger den persönlichen Dialog gesucht.

Dazu sei aber eigentlich bereits im Vorfeld ausreichend Gelegenheit gewesen. In zwei öffentlichen Gemeinderatssitzungen wurde mit Hermann Seifert, zuständiger Sachbearbeiter im Landratsamt, bis April 2019 ein Konzept zur Verbesserung der Buslinien erarbeitet. Der östliche Teil des Eichenauer Gemeindegebietes sollte davon profitieren. Die Idee dahinter ist laut Pressemitteilung, dass Busfahren attraktiver werden soll und so mehr Bürger auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen.

Wenn möglichst viele Menschen vom Auto auf den Bus umsteigen, so der Hintergedanke, soll der Individualverkehr reduziert werden. Die Allinger Straße, die entlang von Wohngebieten führe und eine Haupterschließungsfunktion habe, sei prädestiniert für die Routenführung. Um den Verkehrslärm möglichst gering zu halten, schreibe das Landratsamt gezielt Hybridbusse aus.

Jedem Interessenten sei es jederzeit frei gestanden, das Gespräch mit den jeweiligen Mandatsträgern und Bürgermeister Peter Münster (FDP) zu suchen. Davon sei aber bis Anfang Februar 2020 kein Gebrauch gemacht worden. 

Gesprächstermin

Nun soll es einen Termin für ein sachliches Gespräch geben. Dieses findet am 14. Mai 2020 statt. Alle Anwohner sind dazu schriftlich eingeladen worden.

Auch interessant: Ein Überblick über die Kommunalwahl im Landkreis FFB.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona-Lage in Bayern spitzt sich zu: Immer mehr Schüler in Quarantäne - ganze Klassen vom Unterricht ausgeschlossen
Corona-Lage in Bayern spitzt sich zu: Immer mehr Schüler in Quarantäne - ganze Klassen vom Unterricht ausgeschlossen
Coronavirus in FFB: 26 neue Infektionen - wieder Reise-Rückkehrer betroffen
Coronavirus in FFB: 26 neue Infektionen - wieder Reise-Rückkehrer betroffen

Kommentare