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Auch bei der Briefwahl sind die Helfer gefragt: vor allem, weil sich diese immer größerer Beliebtheit erfreut.

In Eichenau

Umfrage beim Danke-Schön-Empfang: Warum arbeiten Sie als Wahlhelfer?

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Man nimmt sie beim Wahlgang nur wenige Augenblicke wahr. Doch Wahlhelfer sorgen nicht nur dafür, dass der Stimmzettel in die Urne kommt. Sie helfen auch, dass Ergebnisse schnell öffentlich werden. 

Eichenau – Das Tagblatt wollte wissen, welche Motivation Eichenauer haben, diese Aufgabe zu übernehmen. Für Kevin Jankowksi hat es einen ganz besonderen Anreiz, Wahlhelfer zu sein: „Man weiß schnell, wer vorne ist“, sagt der 29-Jährige. Er sitzt nicht vor dem Fernseher und fiebert den ersten Hochrechnungen und den Ergebnissen entgegen. Er ist live dabei. Das sei noch viel spannender.

Die Kommunalwahl am 15. März 2020 hat er bereits fest eingeplant. Für ihn ist es wichtig, sich an der Gesellschaft zu beteiligen. Er war mittlerweile schon bei der Landtags- und Europawahl dabei. Angst vor dem komplizierten Auszählen hat er nicht, nur ein wenig Respekt. „Ich lasse mich überraschen“, sagt Jankowski.

Der 29-Jährige wurde wie alle Wahlhelfer zu einem Dankeschön-Empfang in Eichenau eingeladen. Das gehört dazu, ebenso wie das so genannte Erfrischungsgeld, das nach Angaben der Helfer 90 Euro beträgt. Die Beträge sind von Ort zu Ort und auch von Wahl zu Wahl verschieden.

Kontakt zu den Menschen

Ums Geld geht es aber eh nicht. Wahlhelferin Christine Loska freut sich einfach über den Kontakt zu Menschen – und hat auch schon kuriose Szenen erlebt. „Einer hat sich mal geweigert, mit dem Holzstift zu wählen“, erzählt die 27-Jährige. Der Wähler hatte die Befürchtung geäußert, dass man dies zu leicht wegradieren könne. Loska, die auch bei dem Empfang war, schmunzelte bei der Erinnerung. Aufgeregt sei sie nur bei ihrer ersten Wahl gewesen, wegen der ganzen Formalien.

Mit den Stimmberechtigten selbst kommt Stephanie Feicht nicht in Berührung – nur mit ihrem Votum. Sie wird auch am 15. März 2020 wieder Vorstand eines Briefwahl-Wahlkreises sein. Das hatte sie sich einst ausgesucht, weil sie sich zwar am Wahlgeschehen beteiligen wollte, aber einen kleinen Sohn zu betreuen hatte. Da sei es eben günstig gewesen, dass sie bei der Briefwahl als Helfer erst am Nachmittag habe antreten müssen. „Das ist geblieben und nun ist es schon die sechste Wahl“, sagt die 38-Jährige.

Briefwahl erfreut sich wachsender Beliebtheit

Dass sich die Briefwahl wachsender Beliebtheit erfreut, hat auch Verwaltungsleiter Alexander Messner registriert. „Zur Kommunalwahl wird das wohl noch einmal ansteigen.“ Messner rechnet damit, dass sich die Zahl der Briefwahl-Wahlkreise in Eichenau von vier auf möglicherweise acht verdoppeln wird. Der Verwaltungsleiter sieht das mit Skepsis, denn: „Das Wahlgeheimnis kann man da nicht zu 100 Prozent garantieren.“ Außerdem komme es bei der Briefwahl immer wieder vor, dass ein Wähler die Wahlzettel falsch einkuvertiert habe. Das müssen die Wahlhelfer sehen. Messner legt Wert darauf, dass auch erfahrene Bürger in den Wahlhelferteams sind. „Dazu gehören ausdrücklich auch die Gemeinderäte.“ Darunter ist Sepp Spieß einer der routiniertesten. Der Sicherheitsreferent hat bereits zehnmal an Europa- und Bundestagswahlen teilgenommen, wofür es eine eigene Auszeichnung durch das Bundesinnenministerium in Form einer Ehrennadel gibt.

Konstruktiv für die Allgemeinheit

Bürgermeister Peter Münster ist als Wahlleiter außen vor, hat aber Erfahrungen als Wahlhelfer. 1984 bei der Europawahl habe er zum ersten Mal mitgemacht. „Weil Wahlen ein wichtiges Zeichen für das Interesse am politischen Geschehen sind. Daran haben die Wahlhelfer einen nicht zu unterschätzenden Anteil“, erklärte Münster auf dem Empfang.

Damit liegt der Bürgermeister auf einer Linie mit Christian Lang. Der 49-Jährige hat schon früher in Puchheim mitgeholfen, weil es ihn erst einmal grundsätzlich interessierte, wie man auszählt. Und er will sich engagieren: „Konstruktiv sein für die Allgemeinheit“, wie er es nennt. Seit 2002 macht Lang das bereits – regelmäßig. Er hat sich vorgenommen, das bei der Kommunalwahl fortzusetzen.

Wahlhelfer gesucht:

Kontakt unter Telefon (0 81 41) 73 02 25 oder per E-Mail an s.kellerer@eichenau.de.

Auch interessant: unsere Themenseite zur Kommunalwahl 

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