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Beispielfoto: Container für eine Krippe im Landkreis München

Räume platzen aus allen Nähten

Kritik an Containerlösung für Schule

Die Starzelbachschule platzt aus allen Nähten – so sehr, dass im neuen Schuljahr Container aufgestellt werden müssen. Die CSU sieht Probleme und wenig Licht am Ende des Tunnels.

Eichenau – Zumindest in einem Punkt sind sich Bürgermeister Peter Münster (FDP) und die CSU-Fraktion einig: Dass im Schuljahr 2018/19 zwei Klassen in Containern unterrichtet werden müssen, ist unausweichlich. Wie Bürgermeister Münster auf unsere Nachfrage erklärte, werden wohl Mittelschüler künftig zu Containerschülern. „Das aber liegt in der Planungshoheit der Schulleitung“, erklärte Münster.

Rund 100 000 Euro müssen für die Container ausgegeben werden, Miete und sanitäre Anlagen eingeschlossen. Die CSU veranschlagt die Kosten mit 150 000 Euro. Grundsätzlich sei die Beantragung von Fördermitteln möglich, so Münster, der damit Angaben der CSU widerspricht. Sie sieht eine Förderbarkeit als nicht gegeben.

Auch bei anderen Details laufen die Sichtweisen von Bürgermeister und CSU auseinander. So teilte Feuerwehrreferent Sepp Spiess bei einem CSU-Pressegespräch mit, dass die Freiwillige Feuerwehr nach derzeitigem Stand kein „OK“ für die Containeranlage geben könne. „Eine ordnungsgemäße Anfahrt ist nicht gewährleistet“, sagte Feuerwehrreferent Spies. Dagegen hat Münster keine Bedenken, dass die Zufahrt über die Roggensteiner Allee nicht ausreiche.

Auch bei den Schülerzahlen für 2018/19 gehen die Angaben auseinander. So spricht Peter Zeiler davon, dass für die erste Jahrgangsstufe eine vierte Klasse gebildet werden müsse. Das könne sich durchaus bis zu einer kompletten Vierzügigkeit auswachsen. Derlei Befürchtungen hegt der Bürgermeister nicht. „Die Grundschule wird durchgehend dreizügig“, sagte er. Nur die Gesamtzahl der Grundschüler steige aktuell: von 236 auf 253. Einschließlich der Mittelschule benötigt die Einrichtung 17 Klassenräume. Damit ist die Starzelbachschule nicht am Anschlag. Mit dem Hinweis, dass eine Klasse auch mal mit 26 Kindern gebildet werden könne, betonte Münster: „Da ist noch Luft.“ Dies sei ebenso bei der Josef-Dering-Schule der Fall.

Allerdings müsse man damit rechnen, dass mittelfristig bis etwa 2022 die Schülerzahlen nicht sinken würden. Dem hält CSU-Fraktionssprecherin Celine Lauer entgegen: „Die Verwaltung hat bisher von einer Entspannung ab 2020 gesprochen.“ Noch vor rund drei Monaten hatte der Bürgermeister dargelegt, eine Containerlösung vermeiden zu wollen.

Langfristig sieht die CSU noch mehr Probleme auf die Schulen zukommen. „Wenn Eichenau im Süden erweitert wird, wird das vor allem die Starzelbachschule abbekommen“, so Spiess. Die Möglichkeit der Sprengel-Änderungen sei bereits angesprochen worden, so Münster in diesem Zusammenhang. Dem müsse aber ein langwieriger Prozess von Berechnungen, Gesprächen, etwa mit dem Schulamt, und die Einbeziehung von Schulleitungen und Elternbeiräten vorausgehen. Münster rechnet aber nicht damit, dass die Container über 2018/19 hinaus bestehen bleiben müssen. „Wenn sich der Gemeinderat über Umbau und Erweiterung einig ist.“ Die CSU hatte bereits im Herbst 2015 gefordert, den flachen Anbau an der Turnhalle durch einen größeren zu ersetzen. „Seitdem ist viel Zeit vergeudet worden“, findet Michael Wölfl. Daher bleibe die Befürchtung, dass das Provisorium länger bestehen bleibe. Grundsätzlich ist es möglich, die Containeranlage nach oben aufzustocken.

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