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Hier würde man auf die Lärmschutzwand schauen, wenn die Arbeiten der Bahn abgeschlossen sind. 

Gemeinderat

Ausbau der S4: Lärmschutzwall für Eichenauer Bahnhof

Zwei neue Außenbahnsteige und ein Schallschutzzaun – so soll sich Eichenaus S-Bahnhof bis 2030 verändern. Dem Gremium stieß allerdings etwas bitter auf.

Eichenau – Wer von der Ortsmitte her zum Bahnhof kommt, hat seit Jahrzehnten freien Zugang zum Bahnsteig. Damit wird es allerdings vorbei sein, wenn die Bahn das dritte Gleis gebaut hat. Dann wird ein bis zu vier Meter hoher Schallschutzzaun das Bild im südlichen Teil des Bahnhofs prägen.

Er soll auf Eichenauer Flur etwa von der Verbindungsstraße nach Puchheim bis hinter das Seniorenzentrum reichen. Das berichtete Ingo Laberer von der DB-Netz AG dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung. Er versicherte, dass sich der Zaun farblich in die Umgebung einfügen werde, zum Beispiel durch die Farbe Grün. Der Bahnvertreter versprach außerdem: „Es werden zum Bahnsteig auch Zugangsmöglichkeiten geschaffen.“

Barrierefreier Zugang

Die grundsätzliche Anordnung der Außenbahnsteige für die S-Bahn wird sich nicht ändern. Allerdings werden diese auf 96 Zentimeter erhöht, um einen barrierefreien Zugang zur S-Bahn (nicht zu Regionalzügen) zu ermöglichen. Das Mittelgleis für die Regional- und Güterzüge wird dazwischen geschoben, sodass sich das S-Bahngleis Richtung Fürstenfeldbruck nach Norden verschiebt.

Das wiederum bedingt erhebliche Veränderungen im Umfeld des Bahnhofes. Die Brücke über den Starzelbach muss erneuert werden. Bürgermeister Peter Münster (FDP) wies dabei auf die neuen Vorschriften zum Hochwasserschutz hin. „Das könnte an dieser Stelle ein größeres Bauwerk nötig machen.“

Straße zwischen Eichenau und Puchheim muss verlegt werden

Zwingend notwendig wird außerdem eine Verlegung der Verbindungsstraße zwischen Eichenau und Puchheim. Sie könnte parallel zum bisherigen Verlauf nach Norden verschoben werden. Davon würden wiederum Planungen berührt, die die Gemeinde für das Gewerbegebiet Nord hat. Zudem müsste ein Stück weit in das dort liegende Wäldchen eingegriffen werden. Daher schlug Laberer vor, eine neue Verbindungsstraße um dieses Wäldchen und um ein mögliches Gewerbegebiet herumzuführen. Die Verbindungsstraße könnte an den Kreisel angeschlossen werden.

Ablehnung der Olchinger Umfahrung

Allerdings müsste hier die Stadt Olching mitspielen, was Münster bezweifelt. „Weil wir ihre Südumfahrung ablehnen.“ In diesem Zusammenhang tauchte auch die Frage auf, ob die Maßnahmen einzeln durchführbar wären. „Grundsätzlich ist es ein Großprojekt innerhalb eines Gesamtpakets“, erwiderte Laberer. Nach den Planfeststellungsverfahren könne man damit rechnen, bis 2024 Baurecht zu bekommen. 2030 soll alles fertig sein. Dass es so lange dauert, begründete Laberer damit, dass man die Arbeit während des laufenden Betriebes verrichte. Kostenpunkt für die gesamte Maßnahme: 500 Millionen Euro.

Absage an Planung eines vierten Gleises

Eine Absage erteilte er dem Wunsch, vorsorglich ein viertes Gleis vorzusehen. „So zu planen, dass man ein viertes Gleis nur hinlegen braucht, ist politisch derzeit nicht durchsetzbar“, erwiderte Laberer. Zumal unmittelbar nach Eichenau und in Richtung Fürstenfeldbruck die Strecke wieder zweigleisig wird. Daran ändere selbst der von mehreren Gemeinderäten erfolgte Einwand nichts, dass der Umbau des Bahnhofes vor mehreren Jahren einen viergleisigen Ausbau als Grundlage gehabt habe.

Der Siedlungsdruck im Münchner Westen

Massiv kritisierten weite Kreise des Gemeinderates die Zahlen, die dem Mega-Projekt zugrunde liegen. Bernd Heilmeier (FW) wies auf aktuelle Zahlen hin, die der Landkreis für dessen Leitbildplanung vorgelegt habe. „Die Grundlagen sind also nicht mehr zeitgemäß“, meinte Heilmeier auch in Bezug auf den Siedlungsdruck im Münchner Westen. Rike Schiele (Grüne) stimmte dem inhaltlich zu. Auch Bürgermeister Münster erwähnte, dass derzeit mit einem Zahlenmaterial geplant werde, das zuletzt 2010 aktualisiert wurde und für 2030 gelte.

Lediglich UIrich Bode (FDP) scherte insofern ein wenig aus, als er sich dafür aussprach, „den dreigleisigen Ausbau nicht madig zu machen“. Man solle die Planung annehmen. Als Gast in der Sitzung anwesend war Fürstenfeldbrucks Oberbürgermeister Erich Raff, der sich jedoch nicht zu Wort meldete.

Spitzengespräch

Bereits vor einigen Wochen hatte sich Eichenaus Gemeinderat mit dem S-Bahn-Ausbau beschäftigt. Einig ist man sich quer durch die Gemeinderatsfraktionen: Es müsse zumindest weiter die Option für ein viertes Gleis erhalten bleiben. In einem Spitzengespräch der Bürgermeister aus Eichenau, Emmering, Fürstenfeldbruck und Puchheim beschäftigte man sich laut Münster unter anderem mit der sogenannten Aufwärtskompatibilität für vier Gleise, also welche Möglichkeiten dazu bestehen. Weiter nahm daran ein Ministerialdirigent teil, nicht jedoch Vertreter aus der Landeshauptstadt München. Erste Rückschlüsse daraus erwartet Münster noch vor dem Herbst. Im April hatte der Eichenauer Gemeinderat einen Antrag der Grünen, sich mit einer Petition an den Bayerischen Landtag zu wenden, per einstimmigem Beschluss zurückgestellt. Die Grünen hatten sich vorbehalten, den Antrag noch einmal einzubringen, sollte das Spitzengespräch nicht stattfinden oder erfolglos verlaufen.

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