Pläne von Transgourmet

Lagerhalle: Anwohner fürchten Schatten

Der Lebensmittel-Logistiker Transgourmet will in Eichenau eine Lagerhalle bauen. Die Pläne sind noch recht vage. Bei den Anwohnern regt sich dennoch bereitserster Protest.

Eichenau– Bekannt ist bisher, dass das neue Bauwerk im Gewerbegebiet Süd eine Höhe von zwölf, eine Länge von knapp 140 und eine Breite von 49 Metern haben soll. Außerdem handelt es sich um einen Anbau, der weiteren Tiefkühlraum zur Verfügung stellen soll – mit bereits vorhandenen Kühlanlagen. Die Firma Transgourmet hatte im Herbst 2017 das Areal von Aldi Süd übernommen.

Rund 50 Anlieger haben sich nun von einem Informationsabend mit dem Unternehmen detailliertere Auskünfte erhofft. Zumindest das Ehepaar Ursula und Dieter Mitzka-Schnabel, das seit 1978 im angrenzenden Wohngebiet lebt, wurde allerdings enttäuscht. „Da wurden die Karten nicht richtig offen gelegt“, erklärt Dieter Schnabel. Man habe viel mehr darüber erfahren, wie Transgourmet aufgebaut und in welchen Geschäftsbereichen das Unternehmen tätig sei. Seine Ehefrau berichtet, dass lediglich ein Grundriss vorgelegt worden sei, „unter dem sich kaum einer wirklich etwas vorstellen konnte“. Dabei sollte doch eine 3-D-Animation heutzutage Standard sein, findet sie. Erst auf Nachfrage sei auf einer Serviette eine Skizze angefertigt worden.

Vor allem fürchten die beiden durch ein Gebäude dieser Größenordnung eine erhebliche Verschattung. Auch sei von einer Gebäudefront die Rede gewesen, die zum Wohngebiet zeigt und kein Fenster hat.

Den Einwand von Transgourmet, man könne Efeu anbringen, kontert Mitzka-Schnabel: „Ich bin Biologin. An einer Metallfassade kann man keinen Efeu hochziehen.“ Große Emotionen will das Paar aber vermeiden. „Wir sind Naturwissenschaftler und analysieren sachlich“, so der frühere Physiker Dieter Schnabel. Eine Bürgerinitiative zu gründen, habe man nicht im Sinn, betont Mitzka-Schnabel. Aber sie würde es begrüßen, wenn eine der Parteien im Gemeinderat ihre Sorgen hören würde.

Eine fühlt sich davon schon angesprochen: Christine Ganzhorn von den Grünen. Sie wolle aber erst eine konkrete Bauanfrage seitens des Lebensmittel-Logistikers abwarten. Für Bürgermeister Peter Münster (FDP) werden Optik und Beschattung wesentliche Punkte der Verhandlungen sein. „Da wird die Gemeinde sehr wohl auch die Anliegermeinungen einfließen lassen“, betonte er auf Nachfrage.

Für Transgourmet erklärte Charlotte Brandau von der Medienstelle des Unternehmens, dass man sich noch in der ersten Planungsphase befinde. Entsprechende Unterlagen würden aber wohl noch im April oder Mai bei der Gemeinde eingereicht. Das Problem der Verschattung ist der Firma offenbar bekannt. „Wir haben eine intensive Prüfung beauftragt, deren Ergebnisse zunächst mit der Gemeinde besprochen werden“, so Brandau. Deshalb könne man auch noch keine konkreten Aussagen zum Zeitplan treffen. (Hans Kürzl)

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