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Ein begrüntes Flachdach.

Eichenau fordert Dach-Begrünung

Notfall-Lager für den Katastrophenschutz steht im Feuer: „Können auch orientalische Türmchen verlangen“

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Die Planung für das Notfall-Lager der Kreisfeuerwehr in Eichenau schien die Zielgerade erreicht zu haben. Nun aber steht der Bau wieder im Feuer.

Eichenau –  Denn im Landkreis ärgert man sich über bauliche Vorgaben aus der Gemeinde Eichenau – vor allem über die geforderte Dachbegrünung.

„Allein die Deko kostet 700 000 Euro“, schimpfte Landrat Thomas Karmasin, als das Thema im Kreisausschuss behandelt wurde. Der Gemeinderat Eichenau habe sich viele Verschönerungswünsche einfallen lassen, die die Kosten deutlich steigen ließen – frei nach dem Motto: Von der öffentlichen Hand kann man es ja verlangen.

Notfall-Lager: Kritik vor allem an der geforderten Dachbegrünung

Die Kritik im Ausschuss entzündete sich vor allem an der Forderung nach einer Dachbegrünung. Johann Wörle (CSU) beantragte, das begrünte Dach zu streichen und stattdessen ein „gescheites“ Satteldach mit Photovoltaik-Anlage zu bauen. Er argumentierte auch mit den hohen Unterhaltskosten (laut Bauamt bis zu 3000 Euro im Jahr) eines Gründachs und damit, dass ein solches nach etwa über 20 Jahren erneuerungsbedürftig sein werde. Ein Satteldach halte länger und sei daher nachhaltiger.

Allerdings: Der Landkreis ist an die Vorgaben der Gemeinde gebunden. Diese sei dem Landkreis beim Grundstück (samt Tausch) ohnehin weit entgegen gekommen, sagte die SPD-Kreisrätin und 2. Bürgermeisterin von Eichenau Eichenau, Gabi Riehl. Eine Photovoltaik-Anlage rentiere sich angesichts der Einspeisevergütung in diesem Fall nicht, da der Eigenbedarf beim Notfall-Lager gering sei. „Wenn wir schon bei jedem Carport ein grünes Dach verlangen, dann will ich es auch hier verlangen dürfen“, sagte Gabi Riehl.

Grüne stellen Standort des geplanten Notfall-Lagers in Frage

Martin Runge (Grüne) kündigte an, den Standort im Wasserschutzgebiet prinzipiell in Frage stellen zu wollen. Ihm fehlten Infos über die Deklaration des Geländes im Flächennutzungsplan (laut Riehl landwirtschaftliches Areal) und er stellte die Frage, ob es sinnvoll sei, unversiegelten Boden zu versiegeln. Das Gelände liege im Außenbereich. Wenn die Gemeinde diesen bebaubar mache, dürfe sie auch sagen, welches Dach sie wolle.
Peter Falk (SPD) indes wollte die Planung mittragen. Begrünte Dächer mache man ja wegen der Versiegelung. Landrat Karmasin aber blieb bei seiner Skepsis. „Die Gemeinde kann festlegen, was sie will. Das ist klar. Sie kann auch den Bau orientalischer Türmchen verlangen. Die Frage ist dann aber, ob wir da bauen wollen“, sagte er.

Trotzdem Grundsatzbeschluss pro Notfall-Lager

Auf Vorschlag von Maisachs Bürgermeister und CSU-Kreisrat Hans Seidl einigte man sich darauf, den Grundsatzbeschluss für den Bau des Notfall-Lagers gleich zu fassen und ansonsten weiter zu verhandeln. Damit war auch Karmasin einverstanden. Er wurde bei drei Gegenstimmen angenommen.

Derzeit ist das Notfalllager der Kreisfeuerwehr auf zwei Standorte verteilt: Ein Gebäude steht bei der Feuerwehr in Eichenau, weitere Gegenstände werden in einer Halle im Fliegerhorst aufbewahrt, was keine große Zukunft hat. Dazu kommt, dass die Feuerwehr, sprich der Landkreis, künftig verpflichtet ist, eine Notunterkunftsausstattung für bis zu 1000 Personen vorzuhalten. Dafür ist mehr Platz nötig. Für den Standort Eichenau spricht unter anderem, dass die örtliche Feuerwehr bereit ist, das Lager zu betreuen. Weil das Gelände an der Holzkirchener Straße in einem Wasserschutzgebiet liegt, sind laut Kreisverwaltung einige Ausnahmen und Befreiungen nötig, die das Umweltreferat aber in Aussicht gestellt habe.

Notfall-Lager kostet wohl sechs Millionen Euro

Neben der Dachbegrünung verlangt die Gemeinde Eichenau gegenüber der ersten Planung auch eine Versetzung der Gebäude. Auch das würde zu Teuerungen führen. Insgesamt rechnet der Kreis mit Kosten von sechs Millionen Euro. Das Lager soll in simpler Bauweise errichtet werden und 16 Fahrgassen umfassen. Dazu kommt ein Verwaltungstrakt und eine kleine Werkstatt. Die Fassade soll aus Aluminium bestehen.

Eine Ortsrandbegrünung soll durch Hecken und Sträucher entstehen. Bauamtsleiter Axel Schuhn berichtete von vielen Diskussionen im Vorfeld der jetzt vorliegenden Machbarkeitsplanung. „Eichenau möchte seinen Ortseingang verschönern. Das ist ok. wenn man es nicht bezahlen muss.“ 

Auch interessant: Die Kommunalwahl 2020 in der Region FFB.

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