Laubfrösche stehen unter Naturschutz. Deshalb musste der Architekt umplanen. Doch auch der neue Entwurf fiel im Gemeinderat durch.

Bauvorhaben am Puchheimer Weg

Laubfrosch-Kolonie: Erneutes Nein zu Häusern

Rund 150 Laubfrosch-Pärchen leben auf einem 400 Quadratmeter großen Grundstück am Puchheimer Weg in Eichenau. Sie sind die größte Kolonie ihrer Art im Landkreis. Und sie sorgen dafür, dass ein Architekt nun zum zweiten Mal innerhalb eines guten halben Jahres seine Planungen ändern muss.

Eichenau– Fünf Häuser, die eine Fläche zwischen rund 220 und 290 Quadratmeter einnehmen, hatte der erste Entwurf vom Sommer 2016 vorgesehen. Den lehnte der Gemeinderat mit 19:1 Stimmen ab. Es erfolgte der Hinweis an die Planer, sich mit vier Häusern oder einem Mehrfamilienhaus zu befassen und dabei Umwelt- sowie Tierschutzbelange zu berücksichtigen. Dem kam der Architekt in Form eines acht Meter breiten Korridors für die unter Naturschutz stehenden Frösche nach und stieß trotzdem wieder auf Ablehnung – diesmal mit knapper Mehrheit.

In der Sitzungsvorlage hieß es, dass der Entwurf nun „eine relativ konzentrierte Anordnung von vier Einfamilienhäusern vorsieht“. Der Umweltbeirat sprach in seiner Stellungnahme davon, dass die Planung trotz der Reduzierung weder maßvoll noch innovativ sei.

Auch Umweltreferentin Marion Behr (Grüne) zeigte sich skeptisch: „Ich bin mir nicht sicher, wer die Umsetzung des Korridors nachhaltig kontrollieren kann.“ Sie sprach sich für ein Mehrfamilienhaus aus. Das biete die Chance zu einer guten Gestaltung von Haus und Garten. Gleichzeitig lasse es der Natur genug Raum. Bürgermeister Peter Münster (FDP) verweis darauf, dass die Kontrolle in den Bereich der Unteren Naturschutzbehörde falle.

Nach dem ablehnenden Beschluss begann eine Diskussion, die fast länger dauerte als der eigentliche Meinungsaustausch. So sprach Michael Wölfe (CSU) davon, dass man den Bauwerber nur ärgern will. „Wenn man das vorhat, muss man aber klarere Vorgaben setzen, als wir es getan haben“, so Wölfl.

Parteikollege Oswald Hihn war der Meinung, dass man sich als Gremium und Gemeinde unglaubwürdig mache. Sebastian Niedermeier (FW) stimmte beiden zu und fügte an: „Der Bauwerber hat unsere Vorgaben doch erfüllt.“ Er könne kein Verständnis für die Ablehnung aufbringen. Gegen den Vorwurf der Unglaubwürdigkeit wehrte sich Gertrud Merkert (SPD).

Der Architekt, der sich in der Sitzung äußern durfte, erklärte, dass die Grundstückssituation an sich schon eine Planung schwer mache. Man könne beispielsweise durchaus zwei Doppelhäuser errichten. Ein Element von den vier Hälften werde aber definitiv kein Sonnenlicht haben. Hans Kürzl

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