Die Lkw des Lebensmittellogistikers Transgourmet in Eichenau: Mittlerweile dürfen sie nachts erst ab 4 Uhr beladen werden – wohl auf Druck des Landratsamtes.
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Die Lkw des Lebensmittellogistikers Transgourmet in Eichenau: Mittlerweile dürfen sie nachts erst ab 4 Uhr beladen werden – wohl auf Druck des Landratsamtes.

Nach Beschwerden von Anwohnern

Lebensmittellogistiker muss bei Lärmschutz nachbessern

  • VonHans Kürzl
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Anwohner beklagen seit einiger Zeit, dass derLieferverkehr des Lebensmittellogistikers Transgourmet in Eichenau nachts zu erheblichen Lärmbelästigungen führt. Mittlerweile hat auch das Landratsamt angemahnt, dass die Firma Maßnahmen für besseren Lärmschutz ergreifen muss.

Eichenau – „Die Aussagen seitens der Vertreter von Transgourmet erscheinen mittlerweile in einem anderen Licht.“ Marcus Hausberger sieht sich als Anwohner der Tannenstraße in seiner Skepsis bestätigt, die er bereits Mitte Oktober hatte. „Es erfolgen weiterhin auch nach 22 Uhr Anlieferungen“, berichtet Hausberger. Dies stünde im Widerspruch zu den Aussagen des Unternehmens, die in der Gemeinderatssitzung am 16. Oktober gemacht wurden.

Transgourmet-Betriebsleiter Marcus Hennig hatte erklärt, dass ab Mitte Oktober Maßnahmen eingeleitet wurden, die einer zu starken Lärmentwicklung entgegenwirken sollten. So wurde offiziell geregelt, dass die eigene Lastwagenflotte erst ab 4 statt wie zuvor ab 3 Uhr beladen wird. Mittlerweile wurde jedoch bekannt, dass dies wohl bereits auf Druck des Landratsamtes geschah. Hausberger: „Was uns als Zugeständnis verkauft wurde, ist eine Notwendigkeit aufgrund behördlicher Vorgaben.“

Ines Roellecke, Pressesprecherin der Kreisbehörde, bestätigte auf Tagblatt-Nachfrage, dass Anfang Oktober ein unangekündigte Begutachtung vor Ort durchgeführt wurde. Außerdem veranlasste die Behörde das Unternehmen zur Vorlage eines Lärmgutachtens, das die Belastung durch den aktuell herrschenden Betrieb aufzeigen soll. Dem kam Transgourmet bis Anfang Dezember entgegen. Das Ergebnis: „Das Gutachten ergab, dass aufgrund des nächtlich stattfindenden Betriebes auf dem Gelände der Firma Transgourmet die vorhandene Lärmschutzwand nicht ausreicht und weitere Lärmschutzmaßnahmen erforderlich sind“, so Roellecke. Der Gutachter wurde aufgefordert, sich mit dem Unternehmen hinsichtlich erforderlicher Lösungsansätze in Verbindung zu setzen.

Bürgermeister Münster: An einigen Punkten hat es wohl Überschreitungen gegeben

Bürgermeister Peter Münster (FDP) bestätigte den Vorgang. Der Inhalt des Gutachtens sei ihm bekannt. Es habe ein Gespräch zwischen den Verwaltungen von Kommune und Kreis gegeben. Ein weiteres soll im Januar folgen. Münster hält dies für notwendig, denn: „An einigen Punkten hat es wohl Überschreitungen gegeben.“

Anwohner Hausberger sieht sich allein schon durch das Landratsamt bestätigt, dass die Klagen der Anwohner berechtigt sind. Er hatte sich mit anderen Nachbarn bereits nach den Sommerferien mit einem mehrseitigen Schreiben an die Kreisbehörde gewandt.

Die Anwohner befürchten seit Bekanntwerden der Pläne für den Neubau einer Lagerhalle eine negative Verschattungssituation und eine zu große Lärmbelastung. Einer führt sogar seit mehreren Monaten Buch, zu welchen Tageszeiten bei Transgourmet Lieferverkehr durchrauscht. Vom Grundsatz her steht der Gemeinderat in Sachen Lärmschutz auf Seiten der Anwohner. „Wir müssen da bei den Bürgern sein“, hatten sich in der Gemeinderatssitzung vom 16. Oktober etwa Michael Wölfl (CSU) und Andreas Zerbes (SPD) übereinstimmend geäußert. Die Forderung von Umweltreferentin Marion Behr (Grüne), den Lärmschutz in die Gesamtbewertung des Neubauprojektes einfließen zu lassen, lehnte der Gemeinderat mehrheitlich ab. Lärm und der reine Bebauungsplan seien voneinander zu trennen.

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